Wo Künstler und Kunstfreunde aufeinandertreffen

Erst seit vier Monaten ist sie geöffnet. Doch die Galerie der Frankenberger Leo-Lessig-Stiftung ist bereits eine bekannte Adresse. Am Baderberg inmitten der Stadt gelegen, zieht es regelmäßig Gäste in die Schauräume. In dieser Woche gibt es eine Premiere.

Frankenberg.

Sehr zufrieden ist Sandra Saborowski, Bildungsmanagerin der Stadtverwaltung, mit der Resonanz auf die im Mai eröffnete Galerie. "In den letzten Wochen haben wir immer über 30 Besucher pro Öffnungstag gezählt", sagt sie. Spitzenwert sind bislang 45 Besucher. "Mit unseren acht Stunden Öffnungszeit pro Woche kommen wir sehr gut hin", so Saborowski weiter. Dabei sei die Nachfrage am Wochenende natürlich größer. Jeweils von 14 bis 16 Uhr von Donnerstag bis Sonntag ist die kleine Galerie geöffnet. Einzelne Interessenten oder Gruppen würden nach Vereinbarung auch außerhalb dieser Zeiten empfangen.

Mitte Mai war die Ausstellung der von der Stadt Frankenberg getragenen Leo-Lessig-Stiftung im Beisein des namensgebenden Künstlers eröffnet worden. Vom ersten Tag an war die Schau mit den circa 60 Quadratmetern Grundfläche nachgefragt. Bereits im Januar hatte der Stadtrat grünes Licht für den Ausbau der Galerie gegeben. Mit fast 7000 Euro Spendeneinnahmen und 3600 Euro Geld aus dem Stadthaushalt wurde das ehemalige Ladengeschäft im Haus eines Privatbesitzers renoviert und ausgebaut. Miet- und Nebenkosten für die vorerst geplanten zwei Jahre belaufen sich auf 10.800 Euro. Schon 2006 hatten der Hainichener Künstler und Stifter Leo Lessig und Frankenbergs Bürgermeister Thomas Firmenich (CDU) einen Trägervertrag unterzeichnet. Der Maler hatte sich ursprünglich mit dem Anliegen einer Stiftung an die Frankenberger Stadtverwaltung gewandt.

Die Aufsicht der Galerie teilen sich drei Senioren, ein Student, Museumschefin Dana Därr, Sandra Saborowski und der Quartiersmanager Kultur Burkhardt Fischer. "Unsere Ehrenamtlichen sind unersetzlich", lobt Saborowski die Mitstreiter. Sicher seien die Besucherzahlen auch im Zusammenhang mit der Landesgartenschau zu sehen. Wer derzeit aus den Paradiesgärten Mühlbachtal herauskommt, fällt auf dem Weg in die Zschopauaue förmlich in die Galerie. Doch die Stadtverwaltung ist zuversichtlich, dass die Kunstschau auch nach Ende der Gartenschau am 6. Oktober ein Anziehungspunkt bleibt. "Ich bin sehr optimistisch, dass der Standort der Galerie die richtige Wahl war", sagt die Bildungsmanagerin. Vieles laufe über Mund-zu-Mund-Propaganda. Etliche Erstbesucher würden wiederkehren - mit neuen Gästen im Schlepptau.

Trotzdem denken Saborowski & Co. schon jetzt an die Zeit nach der Landesgartenschau und unternehmen einiges, um den Standort in zentraler Lage zu sichern. So startet am Freitag innerhalb der Händlerinitiative "Licht und Wein" eine Reihe Stiftergespräche. Zum Auftakt gibt sich ab 19.30 Uhr Leo Lessig die Ehre. Zudem präsentiert sich die Galerie ab Freitag mit einem neuen Farbton. Den bringen andere Bilder aus dem reichhaltigen Schaffen von Leo Lessig in die Räume. Die neue Schau trägt den Titel "Naturlust. Garten". Unverändert bleibt die Dauerausstellung, die eine Auswahl aus dem fast 1000 Werke umfassenden Fundus der Stiftung zeigt. Dieser reicht von Druckgrafik über Plastiken bis zu Ölgemälden und enthält unter anderem Bilder von Otto Dix, Bernhard Heisig und Käthe Kollwitz.

Generell solle sich die Galerie nach dem Willen Lessigs zu einer Plattform und zu einem Begegnungszentrum von Künstlern und Kunstfreunden entwickeln. "In Absprache mit den Stiftungsräten wollen wir noch stärker regionale Künstler, Schüler und den Kunst-und Kulturverein einbinden", sagt Sandra Saborowski.

Galerie der Leo-Lessig-Kunst-Stiftung, Baderberg 16 in Frankenberg, geöffnet Donnerstag bis Sonntag, jeweils 14 bis 16 Uhr und nach Vereinbarung. www.leo-lessig-kunst-stiftung.de

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