Wo man sich trotz Corona besonders viel traut

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Einige Städte haben einen Zuwachs bei Hochzeiten. Insgesamt ist im Kreis die Zahl der Eheschließungen kaum gesunken. Die Mittelsachsen heirateten 2020 aber in kleinem Rahmen.

Hainichen.

Wie nutzt man die Zeit zwischen Weihnachten und Silvester am besten? Man gibt sich das Eheversprechen. Vier Paare in Hainichen haben das jedenfalls gemacht. "Sicher ein Kuriosum im Coronajahr", sagt Oberbürgermeister Dieter Greysinger (SPD). Dass dies ungewöhnlich ist, bestätigt auch das Standesamt. Der Statistik haben die vier "Hochzeiten auf den letzten Drücker" aber auch gut getan: Hainichen kommt somit für 2020 auf insgesamt 71 Trauungen. Das ist eine mehr als im Jahr zuvor.

Trotz der Pandemie haben in den Standesämtern Mittelsachsens 2020 ähnlich viele Eheschließungen wie im Vorjahr stattgefunden. Laut Statistischem Landesamt führten die Standesbeamten im Landkreis allein bis September 2020 1119 Trauungen durch. Zum Vorjahreszeitpunkt waren es mit 1251 etwa zehn Prozent mehr. "Wer heiraten möchte, der heiratet", sagt Tina Hennersdorf, Standesbeamtin in Sayda. So haben viele Standesämter ähnlich viele Trauungen in kleinerem Rahmen durchgeführt. Gemäß der Coronaschutzverordnung sind derzeit das heiratende Paar sowie acht Gäste zu den Eheschließungen zugelassen, zehn Personen also insgesamt.

Mittweida, Burgstädt, Flöha, Freiberg, Oederan und Penig hatten im vergangenen Jahr weniger Trauungen als 2019. In Mittweida waren es mit 80 Eheschließungen aber nur vier weniger als im Jahr zuvor. "Es gab wegen Corona schon einige Absagen", berichtet Standesbeamtin Gabi Schramm. "Ein Trend zu weniger Hochzeiten ist aber nicht erkennbar." Auch an den beiden zum Standesamtsbereich gehörenden besonderen Orten wurde 2020 der Bund der Ehe eingegangen: Im Schmiedelandhaus Greifendorf und an Bord der MS "Kriebstein" auf der Talsperre Kriebstein gab es jedoch nur einige wenige Trauungen.

Doch nicht nur in Hainichen, auch in Frankenberg, Döbeln, Frauenstein und Sayda gaben sich 2020 sogar mehr Paare das Jawort. Weiterhin besonders gefragt waren allerorts die Sommermonate. Am 10.10. 2020 Oktober führte das Freiberger Standesamt elf Trauungen durch.

Frankenberg verzeichnete mit 42 Eheschließungen wie Hainichen genau eine mehr als im Vorjahr. Dennoch sei vieles anders gewesen. Kaum genutzt wurde ein besonderes Datum: Am 20.02.2020 waren es zwei, am 22.02.2020 eine Trauung. "Coronabedingt erfolgten auch Trauungen zeitweise nur mit dem Brautpaar ohne Gäste oder in begrenzter Anzahl", erklärt Stadtsprecherin Anja Sparmann. In der mittelalterlichen Bergstadt Bleiberg im Ortsteil Sachsenburg wurde eine Trauung durchgeführt.

In Hainichen hat sich laut Standesbeamtin Melanie Höfer bemerkbar gemacht, dass Paare, die eigentlich an Urlaubsorten, beispielsweise der Ostsee, heiraten wollten, stattdessen die Eheschließung in ihrer Heimat vornahmen. Dies wurde auch aus Frankenberg so gemeldet. Die meisten Trauungen gab es in Hainichen mit 34 (zehn mehr als 2019) im Herfurthschen Haus. Im Rathaussaal wurde 18 Mal geheiratet, das ist eine Verdoppelung. Gar nicht bzw. wenig gefragt waren für Hochzeiten das Tuchmacherhaus und das Gellert-Museum. Einen deutlichen Rückgang der Zahlen erlebte Burg Kriebstein, die zum Standesamtsbezirk gehört. 17 Trauungen sind 20 weniger als im Jahr 2019. Die Ritterburg war wegen der Pandemie längere Zeit geschlossen.

"Viele Paare konnten jedoch ihre Hochzeit nicht wie gewünscht mit ihren Angehörigen feiern und möchten die große Feier deshalb 2021 nachholen", so die Leiterin des Standesamtes Freiberg, Ina Werzner. Auch für 2021 sind bereits Reservierungen in den meisten Standesämtern eingegangen. In Mittweida liegen bereits knapp 50 Anfragen für Termine vor. In den Schlössern Augustusburg, Scharfenstein und Lichtenwalde sind jetzt schon mehr als 150 Termine reserviert. Eine verbindliche Anmeldung ist frühestens sechs Monate vor dem geplanten Trauungstermin möglich.

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