8500 Bewerber ohne Lehrstelle: Lehrlinge gesucht

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Viele Schüler der Abschlussklassen sind momentan im Prüfungsstress. Für manchen ist die Suche nach einer Lehrstelle daher vorerst in den Hintergrund gerückt. Nach Experteneinschätzung hat die Corona-Pandemie die Berufsorientierung junger Leute erschwert.

Chemnitz (dpa/sn) - Während die Prüfungen der Abschlussklassen laufen, ist für viele Schulabgänger in Sachsen noch unklar, wie es nach der Schule genau weitergeht. Von den mehr als 16.400 jungen Menschen, die sich seit Oktober bei den Arbeitsagenturen für eine Lehrstelle gemeldet haben, sind rund 8500 noch ohne Ausbildungsplatz.

Das sind etwa so viele wie in den Vorjahren, doch hatte es da insgesamt noch weit mehr Bewerber gegeben, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Freitag in Chemnitz informierte. Vor zwei Jahren etwa lag die Bewerberzahl bei gut 18.200. Momentan seien 9500 unbesetzte Lehrstellen gemeldet, so dass es für jeden Ausbildungswilligen rechnerisch einen Platz gebe.

Für die diesjährigen Schulabgänger werde die Berufsorientierung und Suche nach einem Ausbildungsplatz durch die Corona-Pandemie deutlich erschwert, betonte der Chef der Regionaldirektion, Klaus-Peter Hansen. Um Betriebe und Schulabgänger zusammenzubringen, ist nun eine Ausbildungsoffensive mit der Wirtschaft geplant. So böten etwa Praktika und Ferienarbeit im Sommer die Chance zum Kennenlernen und dazu, berufliche Wirklichkeit zu erleben, sagte Hansen. Zudem hätten die Jugendberufsagenturen für Schüler und ihre Eltern verschiedene Online-Angebote in petto, ebenso wie Angebote der persönlichen Beratung und Videoberatung.

Auch Vertreter der Wirtschaft appellierten an die Jugendlichen, rasch aktiv zu werden. Im Handwerk etwa gebe es mehr als 130 verschiedene Ausbildungsberufe, erklärte der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der sächsischen Handwerkskammern, Frank Wagner. Damit Betrieb und Schulabgänger zusammenfinden, sei eine Reihe digitaler Angebote geplant: Von Online-Vorträgen und Online-Elternabenden über virtuelle Aktionstage bis zu Sprechstunden per Whatsapp und Lehrstellenbörsen. Der Bedarf an Fachkräften in den Gewerken sei groß, betonte Wagner.

Die Hitliste der Wunschberufe von Jugendlichen in Sachsen wird laut Regionaldirektion vom Verkäufer, dem Kaufmann im Einzelhandel sowie dem Kfz-Mechatroniker für PKW-Technik angeführt. Wer keine Lehrstelle im gewünschten Beruf ergattern kann, sollte den Experten nach offen für Alternativen sein. Besonders hoch seien die Chancen auf einen Ausbildungsplatz als Fachverkäufer Fleischerei, Verfahrensmechaniker Kunststoff/Kautschuk oder als Beton- und Stahlbetonbauer. Dort gibt es den Angaben nach noch besonders viele freie Lehrstellen im Vergleich zur Zahl der Bewerber.

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