«Dunkelflaute»: Kohlekraftwerke arbeiten unter Volllast

Cottbus (dpa) - Die Kohlekraftwerke der Leag in der Lausitz und auch die Tagebaue arbeiten nach Angaben des Unternehmens seit Jahresbeginn mit voller Auslastung, um die Stromversorgung zu sichern. Hintergrund ist demnach die von der Energiewirtschaft so bezeichnete «Dunkelflaute» zu dieser Jahreszeit, bei der Solarstrom und Windkraft kaum einen Beitrag leisten. Die Sonne kommt nicht durch, und es gibt über einen längeren Zeitraum keinen Wind. Das sei keine unübliche Situation in der dunklen Jahreszeit, sagte Leag-Sprecher Thoralf Schirmer. «Da sind wir drauf vorbereitet.» Zunächst hatte die «Lausitzer Rundschau» darüber berichtet.

Derzeit sei ein 500-Megawatt-Block im Kraftwerk Boxberg (Sachsen) wegen geplanter Reparaturarbeiten nicht am Netz, berichtete Schirmer. Voraussichtlich werde der Block Ende der Woche wieder den Betrieb aufnehmen. Die Braunkohlekraftwerke des Lausitzer Energieunternehmens können dem deutschen Stromnetz nach Angaben der Leag mehr als 7000 Megawatt Leistung zur Verfügung stellen.

Das Winterwetter machte Anfang Januar den Bergleuten in den Tagebauen zu schaffen, da sie einige Förderbänder mit schrittweisem Wiederanfahren erst von dem nassen und schweren Schnee befreien mussten. Die Kohleverbindungsbahn und auch die Tagebauentwässerung seien aber einsatzbereit, hieß es von der Leag.

Die Kraftwerke Jänschwalde (Spree-Neiße), Schwarze Pumpe in Spremberg (Spree-Neiße) und Boxberg (Görlitz) können mit dem 50-prozentigen Anteil der Leag am Kraftwerk Lippendorf bei Leipzig neben der Stromerzeugung nach Angaben des Unternehmens auch ganz oder teilweise Leipzig, Cottbus, Peitz, Spremberg, Hoyerswerda, Boxberg und Weißwasser mit Fernwärme versorgen.

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2323 Kommentare
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  • 0
    0
    Steuerzahler
    vor 10 Minuten

    Ich habe zunehmend den Eindruck, dass mit Dunkelflaute auch ganz gut der Verstand derjenigen Befürworter von ausschließlich Sonne/Wind beschrieben werden kann, die die gesicherte Versorgung von Wirtschaft und Bevölkerung aufs Spiel setzen. Dabei haben wir ja noch nicht einmal Extremwetter. Es tritt nur das ein, was Vernunftbegabte vorhergesehen haben: Zeiten ohne/mit wenig Sonne und kein Wind bei erhöhtem Bedarf! Man kann Angst vor der Zukunft haben!

  • 0
    7
    reichel
    vor 2 Stunden

    Ich sehe nur rote Daumen. Nichts sinnvolles...

  • 1
    13
    reichel
    vor 21 Stunden

    Alles was hier geschrieben wurde ist doch auch keine Lösung. Oder?

    Mag sein, dass man meine Meinung, Wind und PV massiv auszubauen, nicht toll findet. Ich weiß auch, dass dazu noch nicht alle Fragen geklärt sind und dass das nun weiß Gott nicht die Perfekte Lösung darstellt. Aber eben, und das ist meine Meinung, die beste die wir aktuell haben.

    Gibt es irgendwann einen gängigen Reaktor mit mehr Sicherheit, bin ich dabei. Gibt es irgendwann saubere Kohleverstromung, bin ich dabei. Haben wir irgendwann die Möglichkeit Strom durch "Luft und Liebe" zu erzeugen. Ich bin dabei.

    Natürlich können wir jetzt sagen: ich denke das wird so. ich hab da als Laie so ein Gefühl. Ich sehe neben den Vorteilen die 5 Nachteile, deswegen wird das nix mit den Erneuerbaren. Aber ist das die Lösung? Bleiben wir da lieber beim alten?

    Aktuell müssen wir mit dem klarkommen was wir können. Sonst haben wir die Zukunft irgendwann nicht mehr, für die wir forschen.

  • 10
    3
    Tauchsieder
    vor 22 Stunden

    Ich hatte erst tief Luft geholt und wollte etwas dazu schreiben, aber warum, es wurde alles gesagt.
    Vielleicht zur Ergänzung nur ein kleines Rechenbeispiel. Das Ansinnen Kernkraftwerke, oder Kohlekraftwerke, durch WKA zu ersetzen ist kaum möglich. Um den Dauerbetrieb von weit über 7000 Stunden pro Kraftwerk/Jahr zu erreichen muss ein vielfaches an Nennleistung durch WKA installiert werden. Man rechnet mit etwa 1500 Betriebsstunden pro WKA/Jahr, ganz abgesehen von der Nennleistung dieser Anlagen. Hier wird gern beim Bürger ein Taschenspielertrick angewendet. Die Nennleistung multipliziert mit 365 Tagen ergibt angeblich die Laufleistung/Jahr und als I-Tüpfel dann oben drauf, wie viel man damit Haushalte versorgen kann. Das diese Anlagen im Vergleich lediglich 1/6 im Jahr am Netz sind wird hier ganz nebenbei unter den Teppich gekehrt.

  • 15
    3
    Zeitungss
    vor 23 Stunden

    @reichel: Stellen Sie ihr Grundstück voll Windmühlen, PV-Anlagen und zapfen das Biogas der Hauskläranlage ab und versorgen Sie damit nur den nächsten Umkreis autark ohne Netzanschluss. Es wird nicht lange dauern und die Erkenntnis kommt. Es wird viele Zeiten geben, wo Sie damit nicht einmal den Entladeplatz für die australische Kohle ausleuchten können. Befördert muss diese auch noch von der Nordsee vorbei an den Tagebaudekorationen in die Lausitz, natürlich mit E-Lkw.
    Pumpspeicher stehen in D eher vor dem AUS, das Dresdener Werk (Niederw.) macht den Anfang und verzichtet auf eine Erneuerung (laut Sachsenspiegel).
    Es will auch niemand schlauer sein, allerdings können noch einige Bürger dieses Landes 1 und 1 zusammenzählen und lassen sich weniger vom Wunschdenken leiten. Es schüttet nicht jeder sein Wasser weg bevor weiß wo es neues gibt.

  • 12
    4
    paral
    14.01.2021

    @Reichel, Sie fordern Lösungen und wenn jemand seine Meinung schreibt, kommen Sie mit dem Slogan "Atomkraft nein danke" aus den sowas-von-tiefen Achzigern des vergangenen Jahrhunderts, samt der diesbezüglichen Ideologie. Die Entwicklung auch in der Energiewirtschaft ist weitergegangen, oder telefonieren sie immer noch mit dem festnetzgebundenen Münzfernsprecher? "Wir", wer ist denn das, die zottligen Endlagergegner, die beim Anblick der Kühltürme weinen? Eine Minderheit, die die Bestätigung ihres Tuns bei Luegipedia findet? Es geht um den sinnvollen Energiemix, nichts weiter, aber was schreibe ich denn da....

  • 13
    3
    ralf66
    14.01.2021

    @reichel, es wird mit den Energieträgern weitergearbeitet wie bis her. Die Kernkraftwerke wo bisher nie etwas nennenswertes passiert ist gehören wieder ans Netz und fertig dann ist genug Strom da für die nächsten 30 Jahre in denen man die Zeit hat zu forschen zu entwickeln Kernenergie so rationell und sicher wie möglich und vor allem kostengünstig herzustellen. Diese ganze Energiewende verschlingt einen Batzen Geld am Ende hat man einen riesen Flickenteppich an Energieherstellungsvarianten wo der große Teil nicht in der Lage ist konstant Energie zu liefern und die Preise steigen für den Endverbraucher immer weiter.

  • 8
    3
    Deluxe
    14.01.2021

    @reichel:
    Die mitteldeutsche Braunkohle kommt per Schiff aus Australien?
    Interessant...

    Demnach sind die Tagebaue hierzulande nur eine Art Dekoration der Landschaft?

  • 2
    12
    reichel
    14.01.2021

    Zur KKW-Abschaltung:
    bereits seit 1993 wurde mit "konsensgesprächen" versucht, bei der von der Bevölkerung nicht gewünschten Kernkraft zu vermitteln.
    2001 erfolgte dann eine Vereinbarung, bei welcher die Beendigung von Kernkraft beschlossen wurde.
    2010 wurde eine Laufzeitverlängerung diskutiert- dabei ging es NICHT darum, die Anlagen ewig zu betreiben oder neue zu bauen, sondern lediglich um Erhöhung von Strommengen und Verlängerungen um bis zu 14 Jahren bis max. 2036.
    Das wurde 2011 zurückgenommen- übrigens durch den Druck der Bevölkerung.
    Dort wiederum wurde eine Verkürzung um bis zu 7 Jahren beschlossen.

    Zusammenfassend ist Kernkraft ein seit jeher heiß diskutiertes Thema, welches permanent Druck von der Bevölkerung bekam. Wollen wir heute vergessen haben, dass wir es von 20 Jahren selbst nicht wollten? Die Technik hat sich weder geändert noch gibt es Anlass, darüber neu zu verhandeln.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Atomkonsens

  • 1
    17
    reichel
    14.01.2021

    hochmoderne KKW? Ich kenne keine. Reaktor Typ 4 ist eine IDEE. Diese gibt es nicht, bis auf ein Testprojekt in Fernost von dem man überraschenderweise nichts hört?! Alle weiteren Projekte sind ebenfalls durch die Medien hochgepusht. es gibt aktuell KEINE sicheren KKW.

    saubere Kohleverstromung? Zwei Worte, welche leider nicht in einem Satz genannt werden können. Das gibt es nicht und wird es leider auch nicht geben. Beachten sollte man hier ebenso, dass die Kohle größtenteils aus Australien kommt- mit Frachtschiff ca. 18000km.

    Gaskraftwerke werden genutzt und ausgebaut, Pumpspeicher sind ebenfalls vorhanden- Problem: ca. 90% der Kapazitäten sind ausgeschöpft = kein Ausbaupotential

    Der politische Wille für eine solide Energie-Infrastruktur kennen wir. Wir wollen es nicht. Warum? Weil wir schlauer sein wollen, als die geballte "Eminenz der Energieforschung" Das liegt nicht an der Politik, sondern an uns- der Bevölkerung.

    Es gibt aktuell keine Lösung- außer Wind und PV.

  • 10
    2
    Haju
    13.01.2021

    Ja, Deutschland praktiziert einen regelrechten KKW-Abschaltungs-Nationalismus. Der Multilateralismus sollte sich anscheinend per Monobeispiel-Weltgenesung einstellen, was aber nicht eingetreten ist.

  • 13
    3
    paral
    13.01.2021

    Wie solls weitergehen mit dem Strom? Das ist einfach zu beantworten. Die hochmodernen Atomkraftwerke in Betrieb nehmen, die saubere Kohleverstromung weiterführen, Gaskraftwerke ans Netz, für die Lastspitzen die Pumpspeicherwerke und für das grüne Gewissen ein paar Windräder. Kurz gesagt ein vernünftiger Energiemix, anstatt herbeiphantasierter "Energiewende". Alle wollen ein komfortables Leben, und das erfordert eine solide energetische Infrastruktur. Es fehlt nur der politische Wille dazu.

  • 5
    11
    reichel
    13.01.2021

    Okay ihr Energieexperten.
    Jetzt sind aber Lösungen gefragt!

    Wie soll es denn Eurer Meinung nach weitergehen mit dem Strom?

  • 7
    3
    Zeitungss
    12.01.2021

    Wollten mir die roten Spender etwa etwas widerlegen ??? Ich bin jederzeit lernfähig. Dazu reicht es scheinbar nicht, sonst würden sie es tun. Wiederum kann ich die Leute verstehen, welche vom gegenwärtigen Zustand einen Vorteil haben, in solchen Fällen bleibt nur der rote Daumen.

  • 19
    2
    Bautzemann
    12.01.2021

    Kohle und Stahl haben dieser BRD den Wohlstand gebracht. Wenn ich lese das nur die LEAG - Kraftwerke 7000 MW an elektrischer Leistung bereitstellen können, stellt sich die Frage wie Baerbock und Partner die Windmaschine bedienen wollen, um diese Leistungskriterien zu erreichen. Dann noch zehntausende Batterieautos! Wie groß die Umweltbelastung durch die Akkuproduktion ist, wird wohlweislich nicht propagiert. Wo landen wir mit solch einer Politik? Ist Rot- Grün noch zeitgemäß?

  • 15
    5
    Tauchsieder
    12.01.2021

    Es muss erst zu einem Crash kommen bevor es hier zu einem Umdenken kommt. Das dies nur eine Frage der Zeit ist, dem wird hier jeder Realist zustimmen. Spätestens nächstes Jahr muss ständig damit gerechnet werden. Fahren wir erst einmal den Karren gegen die Wand, dann wirds vielleicht besser.

  • 12
    7
    Zeitungss
    12.01.2021

    @Erzgeb...: Von diesen Leuten werden Sie dazu keine Antwort erhalten, die hatten bisher auch keine. Möglicherweise werden sie ihre PV-Anlage mit der Petroleumlampe anstrahlen, hier sind ganz einfach Ideen gefragt. Wie sehr dieses Land inzwischen vom Strom abhängig ist, haben die Verantwortlichen noch immer nicht begriffen, allen voran die Grünen. Mit der gegenwärtigen Schönwettertechnologie und der gewollten Vollelektrifizierung des Straßenverkehrs wird es vermutlich nicht so recht klappen.
    Zu Schwachlastzeiten verschenkt man zur Netzstabilisierung den Strom ans Ausland und kauft ihn bei Bedarf teuer zurück, wenn das kein Geschäftsmodell ist. Zur Erinnerung, wir haben heute mit die höchsten Strompreise in Europa, was scheinbar noch immer nicht langt, bei der Industrie es aber Gedanken aufkommen lässt. Es wird auch nicht aufgehen, dass der Privatkunde auf Dauer diesen Bereich (Großverbraucher) subventioniert.

  • 14
    4
    Erzbürger
    12.01.2021

    Ich denke eben an den Kathastrophenwinter 78/79, als hier alle Lichter ausgingen. Ich würde gerne diejenigen, die unreflektiert allein auf Ökostrom setzen, fragen, was sie dann zu tun gedenken. Den Atom- und Kohlestrom aus Tschechien, Polen und Frankreich, auf den man sich sonst gerne verlässt - den wird man dort dann selbst brauchen... hierzulande sitzt man dann einfach im Dunkeln...
    Inzwischen sind ja im Ausland selbst einige Grüne dafür, zumindest einige CO2 neutrale Kernkraftwerke am Netz zu lassen..

  • 4
    5
    Haju
    12.01.2021

    @Hinterfragt
    Deutschland und eigene KKW wäre Atomstromnationalismus!

  • 16
    4
    Hinterfragt
    12.01.2021

    Nun @censor; ganz einfach:

    Man kauft dann den benötigten Strpom im Ausland ein, ist dann zwar auch mit großer Masse Atomstrom (z.B. Frankreich), aber was soll's!

    Der Strom kommt doch einfach aus der Steckdose und die Kobolde speichern den zudem im Netz ...

  • 13
    6
    A80
    12.01.2021

    Und da sollen Wir Elektroautos kaufen wegen CO2.Und da schau mal da muss ein Kohlekraftwerk helfen das wir genug Strom haben .Irgendwann bricht das ganze Netz zusammen. Da drauf warte Ich. Strompreise erhöhen sich dadurch wieder. Die Obersten sollen sich erstmal Kopf machen das Wir genügen Strom haben. Nicht Diesel und Benziner abschaffen.

  • 19
    7
    Malleo
    11.01.2021

    Da hat wohl der Netzspeicher von Frau Bearbock nicht funktioniert.
    Der Sommer war doch lang und heiß genug, oder?
    Und die Kobold Batterien haben auch versagt.
    Das ist Vernunftspolitik a la Grünen.

  • 22
    3
    censor
    11.01.2021

    Und da will die Regierung nächstes Jahr die AKWs vom Netz nehmen und, wenn es nach den Grünen ginge, die KKWs demnächst auch? Womit wollen wir denn dann in der Dunkelflaute Strom erzeugen? Mit Fahrraddynamos? Einer demmelt, die anderen hocken um das flackernde Licht?

    Russengas ist ja auch inzwischen bäh. US-Frackinggas ist teuer und muss flüssig transportiert werden.

    Da wird elektrischer Strom zur Luxusware.
    Wahrlich, es bricht ein goldenes Zeitalter an.