Sachsen
Ein alter Raum für neue Ideen

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Wo einst Tüllmaschinen ratterten, fliegen jetzt die Gedanken. Ein historisches Gemäuer bietet als "Die Fabrik" Platz für Kreative und Freigeister.

"Ich bin überzeugt, dass wir ein faireres Miteinander gestalten können, wenn wir uns mehr reflektieren und unser Verhalten hinterfragen." Das sagt Diana Ezerex. Sie ist Musikerin und Pädagogin. Sie kombiniert ihr kreatives und ihr sozialpädagogisches Können, um ein gerechteres Morgen zu schaffen. Sie kommt nach Chemnitz.

Vom 6. bis zum 8. Juni laufen in einer einstigen Maschinenfabrik im Chemnitzer Stadtteil Kappel die "collaboration days". So bezeichnen die Veranstalter ihr neues Innovations- und Kreativfestival. Sie versprechen inspirierende Perspektiven an drei einmaligen Eventtagen und rühren die Werbetrommel, damit Menschen mit Visionen Teil einer Community werden, die bereits jetzt mehr als 1000 aktiv Initiierende aus der Innovationswelt und Kreativszene verbindet. Diana Ezerex ist eine von ihnen. Sie wird die "collaboration days" moderieren. Aktuell arbeitet sie außerdem an ihrem zweiten Musikalbum. Im September will sie es veröffentlichen und sich darauf mit Zugehörigkeit und Identität auseinandersetzen.

Identität. Es ist ein großes Wort - auch für die Wirtschaft und Gesellschaft in der Region. Chemnitz generiert Identität aus dem Maschinenbau. Aus seiner textilen DNA. Aus immerwährendem Antrieb zur Suche nach neuen Ideen und Entwicklungen. Seit mehr als 150 Jahren steht an der Zwickauer-/Ecke Lützowstraße die Maschinenfabrik Kappel. Schon zu Zeiten der Industrialisierung war die Einrichtung eine Art Global Player. Strickmaschinen, Hochleistungsschnelldrehbänke und Schreibmaschinen wurden in der Region produziert. Aber auch Tüllmaschinen. Diese Besonderheit wurde in der Kappler Fabrik erfunden. Der Bau dieser Maschine befähigte zur industriellen Herstellung des filigranen Tüllstoffs. Und während bis dahin das Tüll-Monopol in den Händen britischer Unternehmer lag, überholten die Chemnitzer Fabrikinhaber ihre Kollegen auf der Insel ganz schnell. Da, wo also früher die Tüllmaschinen ratterten, fliegen heute freie Gedanken. Denn in der Fabrik haben sich Pioniere angesiedelt, die ein Zuhause für Kreative, Freigeister, Unternehmerinnen und Unternehmer anbieten. "Hier wird nicht gearbeitet, sondern erschaffen, nicht nur gewohnt, sondern gelebt, hier verbringt man nicht nur Zeit miteinander, sondern inspiriert sich zu neuen Ideen." Das sagt ein Mensch, der in Chemnitz was zu sagen hat. Malte Ziegenhagen, langjähriger Kapitän der Basketballbundesligisten Niners, ist nach seiner Sportkarriere als Projektleiter im Team der Fabrik eingestiegen. Er verdeutlicht: "Wir glauben fest daran, dass die Menschen und dass Chemnitz so einen Ort wie den unserer Fabrik brauchen." Denn hier sei es leicht, aus der eigenen Blase zu treten und mit anderen frei in einen neuen Austausch zu kommen. Hier entstünden Lösungen, die progressiv und gleichzeitig pragmatisch seien, um schnell und nachhaltig Antworten auf die Probleme und Fragen unserer Zeit geben zu können. "Wir freuen uns über jeden, der dabei ist", sagt Malte Ziegenhagen.

Diana Ezerex - Musikerin
Diana Ezerex - Musikerin Bild: JulianReith

Mitte März besuchte Bundesbauministerin Klara Geywitz die Fabrik. In Chemnitz und der Region war sie unterwegs, um sich erfolgreiche Nachnutzungen alter Fabrikanlagen anzuschauen - auch im Hinblick auf energetische Sanierung. Vom neuen Mikrokosmos für innovative Menschen zeigte sich die Bundespolitikerin begeistert.

Zum Event "collaboration days" werden Unternehmer und Kreative zu Gast sein, die von ihren Ideen und Entwicklungen erzählen wollen. Angekündigt sind Visionen, Realitäten und Ideen, die durch Impulse aus Wirtschaft, Sport und Musik vermittelt werden.

Die "collaboration days" laufen vom 6. bis 8. Juni 2023. Informationen dazu gibt es unter www.diefabrik.de

Malte Ziegenhagen zeigte im März Bundesbauministerin Klara Geywitz die Fabrikanlage an der Zwickauer Straße.
Malte Ziegenhagen zeigte im März Bundesbauministerin Klara Geywitz die Fabrikanlage an der Zwickauer Straße. Bild: Toni Söll

Start up! Jetzt ist Gründerzeit

Jetzt ist die Gründergeneration dran! Der Freistaat Sachsen unterstützt Gründer und hilft ihnen bei der Umsetzung von innovativen Geschäftsideen. Weil Start-ups die sächsische Wirtschaft voranbringen, die Innovationsfähigkeit stärken und zukunftsfähige Arbeitsplätze schaffen, bietet der Freistaat Sachsen eine Menge an Möglichkeiten, um mit zündenden Ideen Erfolg zu haben. Über Förderprogramme, Gründerinitiativen der sächsischen Hochschulen, Beratungsangebote, Finanzierungsmöglichkeiten und Netzwerke für Gründer informiert zum Beispiel die Broschüre "Start-up-Szene in Sachsen- Gründen & Fördern". Sie kann unter www.publikationen.sachsen.de heruntergeladen werden.

Das Technologie Centrum Chemnitz (TCC) bietet in der künftigen Kulturhauptstadt Flächen für junge Unternehmen. Derzeit sind an den drei Standorten des TCC etwa 70 Unternehmen beheimatet. Die Technologie Centrum Chemnitz GmbH ist eine Tochtergesellschaft der Stadt Chemnitz und der Technischen Universität Chemnitz.

Die GIZEF GmbH - Zentrum für Innovation und Unternehmertum begleitet seit mehr als einem Vierteljahrhundert Gründerinnen und Gründer in der Region Freiberg. Es ist eine Wirtschaftsförderinstitution des Landkreises Mittelsachsen. Neben Beratungsleistungen für Jungunternehmen werden vor allem Unterstützungsleistungen für etablierte Unternehmen angeboten. Die GIZEF GmbH stellt Start-ups und anderen Unternehmen kostengünstig Büro- und Produktionsflächen in Aussicht.

Die GRÜNDERZEIT Zwickau ist ein Zusammenschluss mehrerer Partner, mit dem Ziel, die Startup-Szene in Südwestsachsen zu stärken. Das Netzwerk unterstützt Gründungsinteressierte passend in ihrer Situation. Außerdem setzt sich das Zentrum in verschiedenen Events dafür ein, das Gründungsinteresse bereits in jungen Jahren zu wecken.

Der Q-HUB in Chemnitz ist Zentrum und Entwickler einer Innovations- und Start-up-Community. Es ist gleichzeitig Plattform für Gründungsinteressierte und Start-ups. Zur Seite werden den Startern erfahrene Beratern, Investoren, sogenannte Business-Angels sowie Mitarbeiter und Geschäftsführer etablierter Unternehmen.

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