Landesschülerrat: Lehrer-Pranger der AfD "schwachsinnig"

Dresden (dpa/sn) - Der Landesschülerrat Sachsen hält das von der AfD geplante Online-Portal zu Lehrern für «schwachsinnig und undemokratisch». Die Plattform soll Schülern die Möglichkeit geben, Verstöße gegen das Neutralitätsgebot von Lehrer zu melden. Es stimme, dass Lehrkräfte parteipolitisch neutral bleiben müssen, erklärte Landesschülersprecher Noah Wehn am Donnerstag in Dresden. Das schließe ein, weder für noch gegen eine Partei gezielte politische Werbung zu machen: «Doch Lehrkräfte haben ebenso den Auftrag, in der politischen Bildung zur Diskussion und zur kritischen Betrachtung anzuregen - nur so kann die Ausbildung von Mündigkeit funktionieren.»

Es gehe auch darum, sich kritisch mit einzelnen Parteien auseinanderzusetzen, betonte Wehn: «Wenn es an einer sächsischen Schule Probleme oder Beschwerden gibt, dann werden sie im gemeinsamen Gespräch innerhalb der Schulgemeinschaft überprüft und gelöst - nicht durch eine einschlägige Online-Plattform.» Er hielt der AfD vor, Lehrerinnen und Lehrern einen Maulkorb anlegen zu wollen.

Die AfD will ihre Pläne an diesem Freitag detailliert vorstellen. Sie hatte auch in anderen Bundesländern dazu aufgerufen, dass Schüler politische Äußerungen von Lehrern melden. In Hamburg gibt es das Portal bereits.

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