Schnee knickt hunderte Bäume - Straßen und Schienen blockiert

In Teilen Südwestsachsens kam der Verkehr zeitweise zum Erliegen. Die Erzgebirgsbahn stellte den Betrieb ein, Autofahrer nächtigten auf der Autobahn und in Augustusburg fällt das Wintertreffen aus.

Chemnitz.

An die 800 Feuerwehreinsätze, fast 500 Verkehrsunfälle mit mehr als zwei Dutzend Verletzten, kilometerlange Staus, zahlreiche wegen umgestürzter Bäume gesperrte Straßen, Zugausfälle und Verspätungen in Größenordnung: Das ist die vorläufige Bilanz des schneereichen Wintereinbruchs, der die Menschen in Südwestsachsen seit Dienstagabend beschäftigt.

Auf Autobahnen und Bundesstraßen blockierten liegengebliebene Lkw den Verkehr. So kamen in der Nacht zu Donnerstagn rund 170 Lkw auf der B174 Chemnitz-Marienberg nicht mehr weiter. Dutzende Fahrer harrten in ihren Lastern aus. Erst am Vormittag gab die Polizei die Straße frei. Ein ähnliches Bild auf der A72 Plauen-Hof, wo Lkw- und Pkw-Fahrer übernachten mussten. Auf der A4 half das Technische Hilfswerk, liegengebliebene Sattelzüge zu bergen und anzuschleppen. In Mülsen bei Zwickau rutschte ein Bus auf die Gegenfahrbahn und stieß mit einem Lkw zusammen.

Die Feuerwehren mühten sich, Straßen wie Zugstrecken von umgestürzten Bäumen zu befreien. So war der Bahnverkehr zwischen Chemnitz und Leipzig unterbrochen. Bei Bautzen fuhr ein Zug gegen einen umgestürzten Baum. Die Erzgebirgsbahn stellte ihren Betrieb weitgehend ein. Das Unternehmen hofft, dass die Züge am Freitag wieder rollen.

Anders die Drahtseilbahn Augustusburg, bei der sich auch am Freitag kein Rad dreht. Schweren Herzens sagten die Schlossbetriebe Augustusburg das Wintertreffen der Motorradfahrer wegen Sicherheitsbedenken ab. Aus gleichem Grund bleibt der Städtische Friedhof Chemnitz bis Montag geschlossen, Beerdigungen werden verschoben.

Behörden wie der Forst warnen eindringlich davor, Wälder und Parks zu betreten. Das sei derzeit lebensgefährlich. Auch wenn Schneebruch aus Sicht des Forsts noch keine größeren Ausmaße angenommen hat. Das hängt vom weiteren Wettergeschehen ab. Am Freitagmorgen kann Frost für glatte Straßen sorgen. Samstag soll es regnen. Taut der Schnee von den Bäumen, atmen die Forstleute auf. Bei Eisregen aber würde die Last auf den Ästen noch wachsen. Das kann dramatische Folgen haben. So ist am Donnerstagnachmittag ein siebenjähriges Kind in Aying bei München von einem Baum erschlagen worden.

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