Trotz Sommerverlängerung bleiben Freibäder in Sachsen zu

Aus einigen Orten Sachsens werden Temperaturrekorde vermeldet. Doch die Freibäder können davon kaum mehr profitieren. Sie sind oft schon geschlossen und Badelustige müssen vor der Tür bleiben. Die Zahl der beim Baden tödlich Verunglückten ist weiter gesunken.

Dresden (dpa/sn) - Mit lokalen Temperaturrekorden ist der Sommer in Sachsen in die Verlängerung gegangen. Für die Freibäder ist die Saison jedoch schon beendet und sie bleiben zumeist zu. «Es sei sofort damit begonnen worden, die Bäder winterfest zu machen. Das lässt sich nicht so einfach stoppen», sagte der Sprecher der Dresdner Bäder, Lars Kühl. Zudem habe bei dem eher kühlen Wetter der vergangenen Woche nichts darauf hingedeutet, dass es noch einmal sommerlich werden könnte.

Allerdings können die Dresdner, die noch einmal im Freien baden wollen, das Georg-Arnhold-Bad nahe dem Stadtzentrum besuchen. In dem kombinierte Hallen- und Freibad gibt es eine Verbindung zur Wasserfläche außerhalb der Halle. Das Wasser dort zu verlassen, ist dann allerdings nicht gestattet. Denn: «Das Freibad ist geschlossen», heißt es.

Rund 230 000 Badegäste hatten in den Sommermonaten die acht Freibäder und zwei Badestellen in Dresden besucht. Die Saison hatte wegen der Corona-Pandemie einen Monat verspätet begonnen. Kühl sprach von einem «akzeptablen Ergebnis». Die ursprünglich angepeilten 340 000 Besucher hätten sich pandemiebedingt als «utopisch» erwiesen. In die drei Bäder in Chemnitz kamen rund 58 200 Badelustige. Im Vorjahr waren es rund 108 000. Chemnitzer, die es jetzt noch zum Wasser zieht, können den Stausee Rabenstein vor der Stadt aufsuchen. Dort dauert die Saison noch bis Mitte Oktober. Die Wassertemperatur beträgt 20 Grad.

In Leipzig hat mit dem Schreberbad am vergangenen Sonntag das letzte Freibad zugemacht. Die Bäder könnten nicht spontan offen gehalten werden, erläuterte Bäder-Sprecherin Katja Gläß. «Die Mitarbeiter werden jetzt in den Hallenbädern gebraucht.» Sie rechnet für dieses Jahr mit etwa 140 000 Besuchern in den fünf Freibädern der Stadt. Unter den Bedingungen von Corona sei das ein «zufriedenstellendes Ergebnis». Im vergangenen Jahr waren es rund 217 000 Besucher.

Trotz Hitzesommers und des coronabedingten Trends zum Deutschlandurlaub sind die tödlichen Badeunfälle in Sachsen verglichen mit den vergangenen Jahren zurückgegangen. Die Statistik der DRK Wasserwacht weist für die aktuelle und noch bis Monatsende laufende Saison elf Tote in Seen, Talsperren und Schwimmbädern aus. Seit Anfang Juni sind zwei Kinder, ein Jugendlicher sowie acht Männer zwischen 22 und 65 Jahren ertrunken.

So starb Anfang August eine Fünfjährige in einem Freizeitbad in Freiberg (Mittelsachsen), Mitte August ein Zwölfjähriger im Gartenpool in Grimma (Landkreis Leipzig) und Anfang Juli ein 16-Jähriger in einem Stausee im Osterzgebirge. Ein 48-Jähriger überlebte den Sturz an einer Wasserskianlage im Halbendorfer See nicht und ein 50-Jähriger einen Tauchunfall im Kulkwitzer See. Am vergangenen Donnerstag wurde ein 44-Jähriger nach langer Suche im Olbasee bei Bautzen gefunden, der beim Schwimmen am 10. August verschwand.

Dennoch: «Unsere Vermutung, dass es viel mehr werden könnten aufgrund der Umstände im Zuge der Pandemie haben sich nicht bestätigt», sagte Landesreferent Joachim Weiß der Deutschen Presse-Agentur. In der Saison 2019 gab es 19 und im Jahr zuvor 22 Badetote.

Verschiedene Messstationen hatten am Montag Temperaturrekorde gemessen. So wurden etwa in Hoyerswerda 30,3 Grad und im Raum Meißen 30,2 Grad erreicht, wie ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD) am Dienstagmorgen sagte. Das seien 1,8 und 1,6 Grad mehr als am gleichen Tag vor vier Jahren, als das Wetter die vergangenen Rekordmarken setzte. Am Dienstag sollte sich das Thermometer auf maximal 30 bis 33 Grad einpendeln, in den Hochlagen zwischen 24 und 30 Grad.

00 Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.