Türkische Gemeinde empört über «Pogromversuche» in Chemnitz

Berlin (dpa) - Die Türkische Gemeinde in Deutschland (TGD) ist entsetzt über die jüngsten Ausschreitungen im sächsischen Chemnitz. «Ist es schon wieder soweit in diesem Land, dass Rassisten Jagd auf Menschen machen?», fragte der TGD-Bundesvorsitzende Atila Karabörklü am Montag. Was in Chemnitz geschehen sei, sei nicht als «Proteste» zu klassifizieren, sondern als «Pogromversuche».

In Chemnitz war am Wochenende bei einer gewalttätigen Auseinandersetzung zwischen Besuchern eines Stadtfestes ein 35 Jahre alter Deutscher tödlich verletzt worden. Danach marschierten am Sonntag Anhänger rechter Gruppierungen auf. Auf Videos ist zu sehen, wie Ausländer von Menschen aus der Menge heraus attackiert werden. Im Zusammenhang mit dem Tod des 35-Jährigen beantragte die Staatsanwaltschaft am Montag Haftbefehl gegen einen jungen Syrer und einen jungen Iraker.

Der zweite TGD-Vorsitzende, Gökay Sofuoglu, forderte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) auf, Stellung zu beziehen. Er sagte, sie «dürfen zu den rassistischen Übergriffen in Chemnitz nicht schweigen».

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