Vater wegen Mordes an dreijähriger Tochter vor Gericht

Eine Mutter ruft die Polizei, weil ihr Mann das gemeinsame Kind nicht vom Wochenendbesuch zurückbringt. Das Mädchen ist tot. Nun beginnt der Prozess gegen den Vater.

Dresden (dpa/sn) - Sieben Monate nach dem gewaltsamen Tod seiner Tochter kommt ein 36-Jähriger wegen Mordes in Dresden vor Gericht. Von Dienstag (28. August) an verhandelt die Schwurgerichtskammer des Landgerichts gegen ihn. Bis Mitte September sind insgesamt fünf Verhandlungstage terminiert. Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft hat der aus Freiberg (Mittelsachsen) stammende Mann seine drei Jahre alte Tochter am 21. Januar «heimtückisch und aus niederen Beweggründen» getötet. Das Mädchen sei arg- und wehrlos gewesen.

Die Ermittler gehen davon aus, dass der Gebäudereiniger damit seine von ihm getrennt lebende Ehefrau und Mutter des Kindes bestrafen wollte, wie ein Sprecher der Anklagebehörde sagte. Über das Motiv des Mannes und die Hintergründe der Tat gab er keine Auskunft. Auch zur Todesursache machte er vor Beginn der Hauptverhandlung mit der Anklageverlesung keine Angaben.

Die leblose Dreijährige war noch am Tatabend von Polizisten in der Wohnung des Vaters im Plattenbauviertel Gorbitz gefunden worden, die er im November 2017 bezogen hatte. Das Mädchen hatte das Wochenende bei ihrem Papa verbracht. Als er die Tochter nicht wie vereinbart am Sonntag zurückbrachte, hatte die Mutter die Polizei gerufen. Ihr Mann war geflohen und nach Mitternacht in der Nähe von Nossen (Landkreis Meißen) entdeckt worden - schlafend in seinem Auto. Er befindet sich in Untersuchungshaft.

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