Als sich Wollitz nach dem Spiel echauffierte

Der Chemnitzer FC bleibt 2020 in der 3. Fußball-Liga weiter ohne Niederlage. Beim 1:1 in Magdeburg wäre sogar noch mehr drin gewesen.

Magdeburg.

Als die meisten Zuschauer am Sonnabend die Arena in Magdeburg schon verlassen hatten, lief "Pele" Wollitz, der Trainer des 1. FCM, zu Hochform auf. Sein Basecap tief ins Gesicht gezogen, fing er an, über den Schiedsrichter der gerade zu Ende gegangenen Drittligapartie gegen den Chemnitzer FC zu wettern. "Tuma stand beim Pass von Bonga einen halben Meter im Abseits. Das muss er doch sehen! Außerdem hat er uns zwei Elfmeter nicht gegeben. Das darf nicht passieren", machte er seinem Ärger Luft. Verständlich, denn der Stachel der Enttäuschung saß in Magdeburg tief. Drei Punkte gegen den CFC waren fest eingeplant. Der ehemalige Trainer von Energie Cottbus, der in der Winterpause Stephan Krämer als Coach abgelöst hatte, kann noch keinen Sieg mit seiner Elf verbuchen. Aus Kreisen der Elbestädter war sogar zu hören, dass die Tage von Claus-Dieter Wollitz als Trainer schon wieder gezählt seien.

Wie dem auch sei. Am Ende konnten die Magdeburger zufrieden sein, dass sie gegen die Himmelblauen nicht ganz mit leeren Händen vom Platz gingen. Denn die Chemnitzer waren die bessere Mannschaft, hatten die bessere Spielanlage, bestimmten über weite Strecken die Partie und erlaubten den Gastgebern nur ganz wenige Chancen.

Das sah auch Dejan Bozic so. Der 1,93 Meter große CFC-Angreifer erzielte das Führungstor (41.) der Gäste. Nach einem mustergültigen Konter über Tarsis Bonga und Davud Tuma stand er genau dort, wo ein Mittelstürmer stehen muss und traf ins leere Tor. "Wir hatten zwar in der ersten Hälfte einige Mühe, weil wir etwas zu weit weg von unseren Gegenspielern standen, bekamen aber dann die Partie immer besser in den Griff und sind verdient in Führung gegangen", sagte der gebürtige Serbe. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass er und seine Mitspieler sich gegen an diesem Tag schwache Magdeburger das Leben oft selbst schwer gemacht haben. Bei eigenem Ballbesitz konnten sie das Leder nicht behaupten, sodass es mehr Ballverluste als nötig gab.

Dejan Bozic hatte auch eine Meinung zu der von Wollitz erwähnten Abseitssituation: "Am Ende gleicht sich so etwas im Spiel immer wieder aus. Es gab nicht wenige auch von den Magdeburger Spielern, die meinen Kopfball kurz vor der Halbzeit hinter der Linie gesehen haben. Und bei der Strafstoßsituation für Magdeburg trifft Clemens Schoppenhauer zuerst den Ball und dann den Gegner."

Was an diesem Sonnabend auch nicht alltäglich war, ist die Meinung von Niklas Hoheneder zur Leistung von Lennard Maloney. Der 20-Jährige, der in der Winterpause vom 1. FC Union Berlin nach Chemnitz gekommen war, gab in Magdeburg sein Debüt bei den Himmelblauen. Eine Halbzeit lang reihte er sich als Ersatz für den gesperrten Sören Reddemann in die Abwehrreihe das CFC ein. Vielleicht mit etwas zu viel Engagement. Nach einer Gelben Karte und einem weiteren Foulspiel wandelte er am Rande eines Platzverweises. Trainer Patrick Glöckner wechselte ihn deshalb in der Halbzeitpause aus. "Lennard hat trotzdem seine Sache gut gemacht. Er war immer präsent und hat sich sofort gut eingefügt", lobte ihn Kapitän Hoheneder nach dem Spiel.

Im nächsten Heimspiel gegen den FC Bayern München II muss aller Voraussicht nach Maloney wieder auf der Bank Platz nehmen. Dann kommt Reddemann zurück. Auch Dejan Bozic hat dann wieder seinen gewohnten Sturmpartner an seiner Seite, wenn Torjäger Philipp Hosiner wieder dabei ist. Die Erfolgsserie könnte dann weitergehen.


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