CFC-Trainer David Bergner: "Ein Spiegelbild der ganzen Saison"

CFC-Trainer David Bergner glaubt auch nach der 1:4-Niederlage gegen Wehen Wiesbaden noch an den Klassenerhalt

Chemnitz.

"Einfach nur dumm" nannte Kapitän Marc Endres den Auftritt des CFC bei der 1:4-Niederlage am Dienstagabend gegen Wehen Wiesbaden. Sein Trainer sieht die Ursachen für die erneute Pleite tiefer. Mit David Bergner sprach Thomas Scholze.

Freie Presse: Wenn man nach 75 Minuten 1:0 führt - darf man dann noch mit 1:4 verlieren?

David Bergner: In unserer Situation sollte man das sicher nicht. Aber es ist passiert.

Eine Frage der Konzentration? Oder der Kondition?

Eine Frage der Qualität. Mein Trainerkollege hat drei Spieler mit Zweitliganiveau eingewechselt, damit das Spiel gedreht. Dem hatten wir mit unseren Wechseln nicht ansatzweise etwas entgegenzusetzen. Und natürlich hatten wir schon sehr viel Kraft in dieses Spiel investiert.

Hatten Sie Bedenken, dass das Spiel kippen würde?

Ich hatte die Hoffnung, dass wir das 2:0 machen. Wir hatten die Möglichkeiten dazu, haben gut kombiniert. Irgendwann hatten wir das schnelle Umschaltspiel der Wehener aber nicht mehr richtig im Griff.

Der Ausgleich fiel dann extrem unglücklich.

Alexander Dartsch hatte zweimal die Chance zu klären, säbelt erst am Ball vorbei, legt dann für Andrich auf. Und dann schlägt der Ball genau neben dem Pfosten ein. Trotzdem ist es so: Qualität schießt irgendwann Tore. Wir hatten auch vor dem 1:1 schon Probleme und auch Glück, dass Kevin Tittel großartig reagieren konnte. Dass es am Ende vier Stück werden, ist unfassbar ärgerlich. In der letzten Viertelstunde sind wir komplett eingebrochen. So deutlich muss man das sagen.

Fazit: Viel Mühe, kein Ertrag?

So ist es. Das Match war Spiegelbild der ganzen Saison: Was wir mit einem Wahnsinnsaufwand erarbeiten, machen wir in kürzester Zeit zunichte.

Dass Ihr Team gegen einen so starken Kontrahenten über eine Stunde lang so hervorragend mitgehalten hat - macht das nicht trotzdem Mut für die nächste Heimaufgabe am Samstag gegen Großaspach?

Durchaus. Wir haben im Rahmen unserer Möglichkeiten ein gutes Spiel gemacht, mit unseren Läufen in die Tiefe und den langen Bällen einige Wirkung erreicht und dank Tom Baumgarts hervorragender Einzelleistung ein schönes Tor erzielt. Das kann Mut machen. Aber wenn man permanent Nackenschläge einstecken muss, ist es schwer, die Mannschaft immer wieder aufzubauen, zumal so eine englische Woche ordentlich schlaucht. Aber wir haben natürlich die verdammte Pflicht und Schuldigkeit, uns ordentlich auf Samstag vorzubereiten. Wir geben uns jetzt noch nicht auf.

Marcus Mlynikowski wird nach der fünften Gelben Karte fehlen, auch Daniel Frahn könnte noch für ein zweites Spiel gesperrt sein. Viel personellen Spielraum haben Sie nicht.

Im Fall Frahn gehen wir gegen die vom DFB beantragte Zwei-Spiele-Sperre vor. Wir haben drei verletzte Innenverteidiger, einen verletzten Stammtorwart. Doch wir jammern nicht. Was wir gegen Wehen 75 Minuten lang gespielt haben, war am absoluten Limit. Mehr geht nicht.

Glauben Sie noch an den Klassenerhalt?

Ja.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...