Enochs' Gastspiel vor der "Joe-Enochs-Kindertribüne"

Der FSV Zwickau tritt am Sonnabend beim VfL Osnabrück an. Für den Trainer der Rot-Weißen, Joe Enochs, ist es die Rückkehr in das Stadion, in dem er ein Großteil seiner aktiven Karriere verbrachte.

Zwickau.

Kein Spiel wie jedes andere steht für Joe Enochs am Sonnabend, 14 Uhr, auf dem Programm. Der FSV Zwickau tritt beim VfL Osnabrück nicht nur beim Spitzenreiter an, für den 47 Jahre alten Trainer ist es auch die Rückkehr an seine langjährige Wirkungsstätte. "Es ist schon ein komisches Gefühl, erstmals als Gästetrainer in Osnabrück anzureisen. In die falsche Kabine werde ich deshalb aber nicht gehen", lacht Enochs.

Der gebürtige Kalifornier wechselte im Sommer 1994 von San Francisco United nach Deutschland zum FC St. Pauli. Nach zwei Jahren am Millerntor zog es ihn an die Bremer Brücke in Osnabrück - und der VfL sollte ihn so schnell nicht mehr loslassen. Zwölf Jahre lang jagte er als Profi bei den Lila-Weißen dem runden Leder nach und avancierte mit 376 Pflichtspieleinsätzen zum Rekordspieler des VfL. Nach dem Laufbahnende war Enochs zehn Jahre lang in verschiedenen Positionen im Verein tätig. Er leitete das Nachwuchsleistungszentrum und wirkte von 2015 bis 2017 als Cheftrainer bei den Niedersachsen.

Im Stadion an der Bremer Brücke gibt es die "Joe-Enochs-Kindertribüne", auf der die Jüngsten unter Aufsicht die Heimspiele des VfL Osnabrück verfolgen. Auch diesmal werden Kinder von dort das Duell mit dem FSV Zwickau sehen und sich wahrscheinlich wundern, dass der Namensgeber ihres Stadionbereiches den Gegner betreut.

"So ist halt der Fußball. Eine Tür geht zu und die nächste auf", kommentiert Enochs seinen Wechsel nach Zwickau, den er noch keine Sekunde bereut hat: "Zwickau ist in der Gegenwart mein Zuhause, weil auch meine Frau und meine jüngere Tochter mit hier sind. Die ältere Tochter studiert in Kalifornien. Der FSV und seine Fans sind wie eine Familie für mich. Ich habe mit der Mannschaft noch viel vor. Jetzt müssen wir erst einmal die Punkte für den Klassenerhalt sammeln."

Gegen den Tabellenführer muss der FSV ohne Kapitän Toni Wachsmuth auskommen. Enochs ist daher dazu gezwungen, seine Abwehr umzubauen. Er wird wohl eine Viererkette aufbieten. Nico Antonitsch wird den Part des Abwehrchefs übernehmen und mit Bryan Gaul in der Innenverteidigung spielen. Auf der rechten Seite beginnt Anthony Barylla, während René Lange die linke Seite beackern wird. Aufatmen kann Enochs, dass Davy Frick nach abgebrummter Gelbsperre und auskurierter Knieverletzung wieder dabei ist und auf der Doppelsechs neben Julius Reinhardt spielen kann.

Auch wenn sich Enochs auf das Sportliche konzentrieren will, wird er in Osnabrück viele Hände schütteln müssen. Der FSV-Coach hat jede Menge Bekannte in der Stadt des Westfälischen Friedens. Seine Frau und seine zwei Töchter sind dort geboren, die Schwiegereltern wohnen vier Kilometer vom Stadion entfernt. "Es wird viel Rummel um meine Rückkehr gemacht. Das darf aber keinen Einfluss auf das Spiel und die Mannschaft nehmen, denn wir haben dort eine schwere Aufgabe zu lösen. Wir treten als Außenseiter beim verdienten Spitzenreiter an, wollen aber etwas Zählbares mit nach Zwickau holen", sagt Enochs.

Voraussichtliche Aufstellung des FSV: Brinkies - Barylla, Antonitsch, Gaul, Lange - Reinhardt, Frick - Schröter, Könnecke (Hoffmann), Miatke - König.

FSV Zwickau unterstützt Kinderheim 

Wenn es auch im letzten Punktspiel gegen Lotte (0:2) nicht viel zu lachen gab, zu Wochenbeginn stand der Spaßfaktor an erster Stelle: Zumindest für drei FSV-Profis und Trainer Joe Enochs. Der US-Amerikaner übernahm das Fußballtraining der Kinder und Jugendlichen vom Kinderheim "Arche" in Crimmitschau, die jeden Montag unter Anleitung eines Übungsleiters kicken. "Ich hatte von der Einrichtung bei Radio Zwickau schon zur Weihnachtszeit gehört. Jetzt hat es endlich geklappt", sagte Enochs.

Soziales Engagement sei ihm eine Herzenssache, die er vor allem von seiner Mutter vorgelebt bekam. "Sie ist in dieser Sache auch kirchlich engagiert. Ich denke, das Treffen wird nicht die letzte Aktion gewesen sein", erklärte der Trainer des Drittligisten, der seine kleinen Schützlinge bei Toren und gelungenen Aktionen abklatschte.

Der Chefcoach spielte in Crimmitschau selbst mit. Auch FSV-Stürmer Tarsis Bonga, der das Handballtor in der Turnhalle fast überragte, sowie dessen Mitspieler Nico Antonitsch und Anthony Barylla hatten viel Spaß. Unter den Jungs und Mädchen überzeugte auch Celine mit einem strammen Schuss. "Seit 2013, als ich ins Kinderheim kam, mache ich hier beim Fußball mit. Es hat riesigen Spaß gemacht, mal gegen die Großen zu spielen", freute sich Celine. (tp)

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...