FSV Zwickau: Erste Niederlage nach Witz-Elfmeter

Nun ist es doch passiert: Der FSV Zwickau hat seine erste Saisonniederlage in der 3. Liga kassiert. Ausgerechnet vom Derby beim FC Carl Zeiss Jena kehrten die Westsachsen ohne Punkte heim.

Jena.

Der erste Weg nach dem Abpfiff führte Zwickaus Trainer Joe Enochs und dessen Kapitän Toni Wachsmuth zum bayerischen Referee. Dass das Derby beim FC Carl Zeiss Jena durch eine Fehlentscheidung des Schiris zustande kam, schmeckte den Zwickauern gar nicht. Doch der Reihe nach: Die Statistik sprach eigentlich für die Gäste von der Mulde, zumindest was die jüngere Vergangenheit betrifft. In den letzten sieben Spielen gab es sechs Siege gegen Jena. "Kleinigkeiten werden das Spiel entscheiden", hatte FSV-Trainer Joe Enochs vor der Partie gemutmaßt und vor der Offensivabteilung des Kontrahenten gewarnt. Speziell auf Philipp Tietz und Manfred Starke wies Enochs in der Spielvorbereitung hin.

Zwickaus Cheftrainer veränderte sein Team im Vergleich zum 1:0-Sieg gegen Fortuna Köln nur auf einer Position. Ronny König durfte für Tarsis Bonga stürmen. Wieder griff der Coach auf das bewährte 4-2-3-1-System zurück. Bereits nach 14 Minuten passierte im Jenaer ErnstAbbe-Sportfeld das, was bereits in den vier Saisonpartien zuvor funktionierte: Die Westsachsen gingen mit 1:0 in Führung. Toni Wachsmuth verwandelte einen Foulstrafstoß, obwohl Zeiss-Keeper Jo Coppens die Ecke geahnt hatte. Vorausgegangen war ein Foul von Guillaume Cros am Zwickauer Flügelstürmer Christian Bickel. Die Gastgeber wirkten aber nicht geschockt, schickten mit dem Distanzknaller von Starke gleich ein Achtungszeichen hinterher. Der Ball strich knapp am Gehäuse von FSV-Keeper Johannes Brinkies vorbei. Der Schlussmann stand kurze Zeit später im Mittelpunkt, als er dreimal großartig Schüsse von Tietz (zweimal) und Wolfrum parierte.

Zu diesem Zeitpunkt hätte der FSV allerdings schon höher führen können. Doch ein Freistoß von Bickel prallte ans Lattenkreuz. Und ein Distanzschuss von Nils Miatke rasierte die Lattenoberkante. Bei Jena machte sich langsam Frust breit. Kapitän René Eckardt rammte am Mittelkreis den früheren Carl-Zeiss-Spieler Davy Frick um, erhielt dafür den gelben Karton.

Schließlich ging es mit einer 1:0-Führung in die Kabine. Nach einer Stunde Spielzeit stockte den Zwickauern der Atem. Mike Könnecke blieb verletzt am Boden liegen, konnte aber nach kurzer Behandlung weiterspielen. Offenbar hatte sich seine Mannschaft aber noch nicht geordnet. Nach einer Flanke reagierte der für seinen Bruder Florian eingewechselte Felix Brügmann am schnellsten und spitzelte das Leder an Brinkies vorbei zum 1:1-Ausgleich in die Maschen. Und es kam noch schlimmer. Als Tietz im Strafraum ohne gegnerische Einwirkung zu Fall kam, pfiff Schiedsrichter Florian Badstübner zum Entsetzen der Zwickauer Strafstoß. Alle Reklamationen halfen nichts. Der Gefoulte selbst verwandelte sicher zur 2:1-Führung. Danach wurde es hektisch. Rudelbildung auf dem Platz und Fäkalgesänge der Anhänger auf den Rängen verwischten den Eindruck einer gutklassigen Drittligapartie im ersten Durchgang. Zwickau gab nicht auf, wollte das Remis erzwingen. Miatke prüfte noch einmal mit einem satten Distanzschuss Keeper Coppens. Wenig später war die erste Saisonniederlage besiegelt.

Begleitet wurde die Partie von Fanprotesten gegen den Montag-Spieltag in der 3. Liga. Die Zwickauer Anhänger demonstrierten ihren Unmut auf einem Plakat in der Kurve. Und die Jenenser Hardcore-Fans erlebten den Anpfiff außerhalb der Ränge. Erst nach dem 0:1-Rückstand nahmen sie ihre Plätze ein.

Statistik Jena: Coppens - Fl. Brügmann (V/46. Fe. Brügmann), Slamar, Grösch, Cros - Eckardt (V/77. Eismann), Pannewitz (85. Schau) - Wolfram, Starke, Bock - Tietz. FSV: Brinkies - Barylla, Wachsmuth, Antonitsch (77. Lauberbach), Lange - Reinhardt, Frick - Bickel, Könnecke (60. Bonga), Miatke - König.

SR: Badstübner (Windsbach). Zu.: 7063. Tore: 0:1 Wachsmuth (14./Foulelfmeter), 1:1 Fe. Brügmann (61.), 2:1 Tietz (74./Foulelfmeter).

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