Robert Koch: Besuch im Hotel, keine Geschenke

In der dritten Runde des Sachsenpokals tritt der FSV Zwickau am Samstag (Anstoß 13 Uhr) beim FC Oberlausitz an. In Neugersdorf wartet mehr als nur ein alter Bekannter.

Zwickau.

Die Auslosung für die dritte Runde des Fußball-Sachsenpokals hat sie wieder zusammengeführt: den FSV Zwickau und Robert Koch. Der 32-Jährige war von Januar 2017 bis zum Sommer dieses Jahres bei den Schwänen unter Vertrag, erzielte in 30 Drittligaspielen fünf Tore für die Westsachsen. Ein Kreuzbandriss stoppte seine Karriere im Profifußball. Als sich Robert Koch im Oktober 2017 beim Pokalspiel in Crostwitz das Kreuzband riss, ahnte er noch nicht, dass es sein letzter Auftritt für den FSV Zwickau gewesen sein sollte. Er arbeitete monatelang hart für sein Comeback und machte sich Hoffnungen auf einen neuen Vertrag. Doch daraus wurde nichts. Nachdem das Knie wieder funktionierte, stellten sich Rückenprobleme ein, eine Rückkehr ins Mannschaftstraining war für den Routinier lange nicht möglich. Und so auch kein neuer Vertrag.

Koch hegt keinen Groll, er kennt die Mechanismen im Fußball. Vor seiner Zwickauer Zeit war er sieben Jahre als Profi bei Dynamo Dresden und dem 1. FC Nürnberg unterwegs. "Ich konnte die Zwickauer Verantwortlichen verstehen, dass sie nicht mehr auf mich setzten. Der FSV muss mit jedem Euro rechnen, die vorhandenen finanziellen Mittel effizient einsetzen. Einen lange Verletzten im fortgeschrittenen Fußballalter weiterzubeschäftigen, war da wohl ein zu großes Risiko", sagt Koch.

Ein Jahr nach seinem letzten Spiel im FSV-Trikot tritt er nun mit seinem Heimatverein gegen Zwickau an. "Ich freue mich riesig auf dieses Spiel. Es ist ein Hit für unsere Region, dass wir den einzigen sächsischen Drittligisten und Topfavoriten auf den Pokalsieg empfangen", betont Koch und hofft auf einen Platz in der Startelf. Er sei noch immer nicht wieder bei 100 Prozent, berichtet er. Für ihn soll Neugersdorf die letzte Fußballstation sein. Den Verein noch einmal wechseln mag er nicht, zumal er beim FC Oberlausitz nicht nur Spieler, sondern auch schon im Marketingbereich und bei der Sponsorenbetreuung tätig ist. Auf dem Platz ist es für ihn eine reizvolle Aufgabe, zusammen mit den beiden erfahrenen Tschechen Jan Sisler und Jakub Moravec die vielen jungen Talente des Regionalligisten von beiden Seiten der Grenze zu führen.

Koch und der FSV Zwickau - das ist eine besondere Beziehung. Daraus macht er keinen Hehl: "Das ist mein Verein in der Dritten Liga. Ich hatte eine schöne Zeit in Zwickau, verfolge den Werdegang und die Spiele genau." Mit Nils Miatke steht er in regelmäßigem Kontakt. Morris Schröter hat ihn kürzlich daheim in Melaune bei Görlitz besucht. Und am Samstag freut er sich auf das Wiedersehen mit einstigen Weggefährten wie Toni Wachsmuth, Mike Könnecke, Ronny König, Nico Antonitsch oder Davy Frick. "Das sind prima Jungs. Ich werde die Zwickauer am Abend vor dem Spiel im Hotel besuchen. Geschenke im Spiel gibt es aber nicht, wir wollen eine Überraschung schaffen", betont Koch.

FSV-Trainer Joe Enochs nimmt den Viertligisten nicht auf die leichte Schulter, verzichtet auf Experimente: "Dafür ist der Gegner zu gefährlich." Enochs hat den FCO beim 2:0-Erfolg in Auerbach beobachtet, dort eine sehr diszipliniert spielende Neugersdorfer Mannschaft mit einer robusten Abwehr gesehen, die vorn nicht viele Chancen braucht, um ein Tor zu erzielen".

Voraussichtliche FSV-Aufstellung: Kamenz - Barylla, Wachsmuth, Antonitsch, Kartalis - Bickel, Reinhardt, Könnecke (Hoffmann), Miatke - König, Bonga.

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