Zwickau muss sich wieder nach unten orientieren

Mit 2:4 unterlag der FSV beim FC Ingolstadt. Nach der Pause zeigten die Zwickauer eine ansprechende Leistung. Aber eine gute Halbzeit ist eben zu wenig.

Ingolstadt.

Der erste Weg nach dem Schlusspfiff führte Joe Enochs in die Schiedsrichterkabine. Der Trainer des FSV Zwickau hatte nach der 2:4 (2:3)-Niederlage beim FC Ingolstadt Redebedarf mit Dr. Riem Hussein. Die 39 Jahre alte Unparteiische aus Bad Harzburg sorgte während der 90 Minuten mit einigen unglücklichen Entscheidungen für Kopfschütteln und Diskussionen auf der Zwickauer Bank. Enochs war sechs Minuten vor dem Schlusspfiff so in Rage, dass er von Hussein die erste Gelbe Karte in seiner Trainerlaufbahn sah. "Die Begründung lautete, dass ich zu laut war. Dass muss ich akzeptieren, und versuche es das nächste Mal besser zu machen."

Die verlorene Partie nur an der Schiedsrichterin festzumachen, wäre allerdings zu einfach. Das wollte Enochs auch gar nicht. "Aufgrund der ersten Halbzeit ist die Niederlage verdient", meinte der Trainer selbstkritisch. Diese Einschätzung teilten seine Spieler. "Wir haben die Partie in der ersten Hälfte verloren. Da waren wir in den Zweikämpfen nicht präsent genug, haben zu viele Torchancen für Ingolstadt zugelassen und bekommen dann noch einen ungünstigen Elfmeter gegen uns", fasste Morris Schröter zusammen. Der 24-jährige Außenbahnspieler hatte sich am 26. Oktober in Unterhaching einen Außenbandriss im Sprunggelenk zugezogen und kehrte am Samstag überraschend schnell in der Startelf zurück. Dafür fiel Linksverteidiger René Lange wegen muskulärer Probleme aus.

Die Zwickauer, die in der letzten Reihe mit einer Dreierkette agierten, wurden von den technisch beschlagenen und schnellen Ingolstädtern zunächst immer wieder vor Probleme gestellt - nicht nur bei den ersten beiden Gegentoren von Dennis Eckert Ayensa in der 27. und 33. Minute. Zwischenzeitlich hatte Ronny König nach einem Schröter-Zuspiel den Ausgleich erzielt (31.). Als Eckert Ayensa nach einem Zweikampf mit Christopher Handke in der 41. Minute im Strafraum zu Boden ging, entschied Hussein überraschend auf Elfmeter. Stefan Kutschke nahm das Geschenk an und verwandelte zum 3:1. In der Nachspielzeit konnte Schröter mit einem abgefälschten Schuss für effektive Zwickauer verkürzen.

"Zur Pause liegen wir 2:3 zurück und hatten es eigentlich nicht verdient, so nah dran zu sein", erklärte Enochs, der mit dem Auftritt seines Teams bis dahin nicht glücklich war. Nach der Einwechslung von Marcus Godinho für Maurice Hehne (50.) standen die Westsachsen in der Defensive stabiler. Nach vorn entwickelte das Enochs-Team Druck und kam zu Chancen. Elias Huth (61.) und Julius Reinhardt (76.) besaßen die besten Möglichkeiten, die Ingolstadts Torhüter Fabijan Buntic aber zunichte machte. Nach einem Konter sorgte Maximilian Beister in der 84. Minute mit einem platzierten Schuss ins lange Eck für die Entscheidung. "Trotzdem können wir auf die Leistung des zweiten Durchgangs aufbauen", sagte Schröter.

Nach der zweiten Niederlage hintereinander müssen sich die Zwickauer in der Tabelle wieder nach unten orientieren. In der Länderspielpause ist der FSV am Samstag zunächst im Landespokalachtelfinale bei Oberligist FC Oberlausitz Neugersdorf gefordert. Am 23. November geht es gegen Preußen Münster wieder um wichtige Punkte für den Klassenerhalt. "Wir sollten aus den Köpfen streichen, dass es in der Liga schwache Mannschaften gibt", gab Mittelfeldspieler Nils Miatke mit Blick auf das Programm bis Weihnachten zu bedenken: "Sonst stehen wir ganz schnell unter dem Strich. Und da wollen wir nicht hin."

Statistik Ingolstadt: Buntic - Heinloth (80. Paulsen), Antonitsch, Schröck, Kurzweg - Kaya (71. Beister/V), Thalhammer, Krauße, Gaus - Kutschke, Eckert Ayensa (87. Keller). FSV Zwickau: Brinkies - Hehne (50. Godinho), Frick (V), Handke - Jensen (V/82. Wegkamp) - Reinhardt (V) - Miatke, Viteritti (86. Mäder), Schröter - Huth, König. SR: Riem Hussein (Bad Harzburg). Zu.: 6040. Tore: 1:0 Eckert Ayensa (27.), 1:1 König (31.), 2:1 Eckert Ayensa (33.), 3:1 Kutschke (41./Foulelfmeter), 3:2 Schröter (45.+2), 4:2 Beister (85.).

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