Zwickau neben sich auf und neben dem Platz

Mit 0:2 (0:2) verliert Fußball-Drittligist FSV bei den Münchner Löwen. Das Ergebnis war noch das Beste beim enttäuschenden Ausflug. Zu allem Überfluss droht dem Verein eine Geldstrafe.

München/Zwickau.

Abhaken, nach vorn schauen, wieder angreifen: Was nach Niederlagen im Profifußball in der Regel die Devise des Unterlegenen ist, sollte beim FSV Zwickau diesmal nicht der Regelfall sein. Denn wie sich die Mannschaft beim Auswärtsauftritt präsentierte, sollte vom Trainer bis zum letzten Feldspieler zum Nachdenken anregen. "Die erste Halbzeit war indiskutabel. Die zweite Hälfte macht dagegen Mut", sagte Stürmer Ronny König nach Abpfiff ins TV-Mikrofon. Abwehrmann Nico Antonitsch brachte die ersten 45 Minuten mit diesen Worten auf den Punkt: "So wie wir aufgetreten sind, kannst du kein Spiel gewinnen. Wir sind nicht in die Zweikämpfe gekommen, und wenn, haben wir sie verloren."

Es ehrte den Österreicher, dass er das kurzfristige Fehlen des Kapitäns und Abwehrchefs Toni Wachsmuth (Magen-Darm-Grippe) nicht als Ausrede für die Niederlage ins Gespräch brachte: "Klar, der ,Wachser' ist ein wichtiger Mann für uns, da brauchen wir nicht drumherumreden. Aber jeder weiß, um was es geht. Da kann es nicht sein, dass wir so eine erste Halbzeit hinlegen."

Nach 33 Minuten lag sein Team bereits 0:2 zurück. Nur einem bärenstarken Keeper Johannes Brinkies hatte es die Zwickauer Mannschaft zu verdanken, dass sie an diesem Nachmittag nicht vollends unter die Räder geriet. Hinzu kam der sündhafte Umgang von Stefan Lex mit seinen vielen guten Torchancen. Der ehemalige Bundesligaprofi des FC Ingolstadt hätte den FSV im Alleingang abschießen können.

Die Gegentore allerdings entstanden nach individuellen Fehlern. Zunächst misslang René Lange nach seiner Rückkehr in die Startelf eine Kopfball-Rückgabe zu Brinkies. Den zu kurzen Ball nahm Lex auf und hob das Leder geschickt über den besten Mann im FSV-Trikot ins Netz. Beim 0:2 spielte Lion Lauberbach das Leder nach einer Ecke der "Löwen" im eigenen Strafraum mit der Hand. Den fälligen Elfmeter verwandelte Steinhart eiskalt. Kurz danach korrigierte Zwickaus Trainer Joe Enochs seine ohne Wachsmuth gewählte Taktik (Dreierabwehrkette), stellte mit dem eingewechselten Morris Schröter auf Viererkette um. Der FSV agierte danach offensiv mutiger und stand trotz weiterer Chancen von 1860 auch defensiv stabiler. Zu holen gab es für die Westsachsen vor 1500 mitgereisten Anhängern allerdings nichts mehr.

Zu allem Überfluss droht dem Verein, der vergangene Woche eine Lücke von 555.000 Euro im laufenden Etat öffentlich gemacht hatte, eine weitere Geldstrafe durch den DFB. Die Münchner Polizei schrieb im Einsatzbericht von "äußerst aggressivem Auftreten und stark alkoholisierten Gästefans" beim Stadionabgang auf dem Weg zum Bahnhof. Es gab insgesamt sieben Festnahmen sowie Anzeigen wegen Beleidigung und Hausfriedensbruchs. Drei Gäste-Fans, denen das Abbrennen eines bengalischen Feuers, ein Verstoß gegen das Vermummungsverbot sowie das Bespucken eines Balljungen vorgeworfen werden, konnten identifiziert werden.

Statistik 1860: Hiller - Paul, Berzel, Lorenz - Willsch (84. F. Weber), Moll, Wein, P. Steinhart - Lex, Karger (65. Kindsvater) - Mölders (77. Grimaldi). FSV: Brinkies - Antonitsch, Sorge (V), Lange - Barylla, Reinhardt, Könnecke (33. Schröter), Frick, Kartalis (V/81. Bickel) - König, Lauberbach (72. Bonga). SR.: Petersen (Stuttgart); Z.: 15.000 (ausverkauft). Tore: 1:0 Lex (16.), 2:0 P. Steinhart (31./Handelfmeter).

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