Spielabsage oder Saisonabbruch - das bleibt die Frage

Während die 2. Fußball-Bundesliga vorerst den 27. Spieltag aussetzt, ruht in der 3. Liga bis zum 30. April der Spielbetrieb.

Aue/Chemnitz/Zwickau.

Nach der Aussetzung des 27. Spieltages in der 2. Bundesliga treten die Kicker des FC Erzgebirge Aue frühestens am 5. April (Sonntag) im Heimspiel gegen den SV Darmstadt wieder gegen das runde Leder. So lautet zumindest die Theorie. Nachgeholt werden müssen somit bisher die Heimpartie gegen Sandhausen und das Spiel in Nürnberg. Ob das aber tatsächlich so kommt, steht in den Sternen. Die Frage zwischen Spielabsagen oder Saisonabbruch wurde bei der DFL-Tagung erst einmal nur verschoben.

FCE-Präsident Helge Leonhardt bezeichnete die DFL-Entscheidung, zunächst auch den 27. Spieltag auszusetzen, als ein "Ergebnis der Vernunft". "Wir werden jetzt bis Ende März die Entwicklung abwarten. Es wäre schon gut, wenn die Saison noch zu Ende gespielt wird, was aber angesichts der aktuellen Lage sehr schwierig ist", sagte Leonhardt.

Die wirtschaftliche Komponente trifft mehr oder weniger alle Vereine. Laut Leonhardt am meisten die Clubs, "die ihre Transferpolitik auf Schulden aufgebaut haben und vielleicht sogar geplante Einnahmen verpfändeten. Bei uns ist dies nicht der Fall." Der FCE-Präsident erklärte: "Aber wir müssen jetzt sehen, wie wir durchkommen, intelligent und mit Sachverstand vorgehen und alle Kräfte bündeln. Es ist halt Krise. Wir als Fußballverein haben wie ein Unternehmen mit den Auswirkungen zu kämpfen." Deshalb müsse man viele Gespräche führen, mit den Behörden, dem Bund, der DFL und so weiter. Leonhardt verwies auf Arbeitsplätze beim FCE, die gefährdet seien, wenn Ticketeinnahmen fehlten, Fernsehgelder ausblieben oder Sponsorenverträge nicht eingehalten werden können. "Dem müssen wir jetzt schon entgegenwirken." Die erste Mannschaft der Auer trifft sich derweil dreimal wöchentlich zum Training - unter Beachtung klarer Hygieneregeln und Meldevorschriften wird unter Ausschluss der Öffentlichkeit geübt.

Paar Kilometer weiter in Zwickau wächst das Grün auf der Trainingsanlage des FSV im Stadiongelände erst einmal unberührt. Die Ankündigung des FSV-Sportdirektors Toni Wachsmuth, sich auf das Heimderby gegen den Halleschen FC (für Sonntag, 22. März angesetzt) vorzubereiten, war schon im Verlauf des Tages überholt. Schließlich hatte der Landkreis Zwickau schon am Freitagabend ein Verbot von Veranstaltungen mit über 1000 Zuschauern angeordnet. Am Montag folgte beim FSV die Aussetzung des Trainingsbetriebes der Profimannschaft. "Bis auf weiteres", wie der Verein via Twitter mitteilte. Am vergangenen Freitag hatte der FSV informiert, dass die Geschäftsstelle, das Nachwuchsleistungszentrum und der FSV-Fanshop bis 30. April geschlossen bleiben.

Auf einer außerordentlichen Managertagung, bei der alle Drittligavertreter per Videokonferenz dem Deutschen-Fußball-Bund (DFB) zugeschalten wurden, beschloss man am Montag einen längeren Punktspielaufschub als zuvor in der 1. und 2. Liga. Laut DFB-Mitteilung wird der Spielbetrieb bis 30. April, also bis zum 35. Spieltag, ausgesetzt. Der Zeitraum orientiere sich an den aktuell vorliegenden behördlichen Anordnungen, hieß es. Laut DFB-Schätzungen seien Erträge aus dem Spielbetrieb existenziell für die Drittligisten und machen mehr als 21 Prozent der jährlichen Gesamteinnahmen aus.

Die Vorstandsvorsitzende des CFC, Romy Polster, begrüßte die Entscheidung: "Es ist nun maßgeblich, bis zur Wiederaufnahme des Spielbetriebes die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Chemnitzer FC aufrechtzuerhalten. Dazu werden wir alle angebotenen staatlichen Hilfen für die Liquiditätssicherung prüfen. Vor dieser Herausforderung steht nun die gesamte Liga." Äußerungen im Vorfeld ließen vermuten, dass es unterschiedliche Auffassungen zur Thematik gibt. Halles Präsident Jens Rauschenbach, der laut "Kicker" selbst positiv auf den Coronavirus getestet wurde, hatte in der Fachzeitschrift zunächst den sofortigen Saisonabbruch gefordert.


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