Auer kratzen an der Sensation

Zwischenzeitlich bis auf vier Tore ist Handball-Zweitligist EHV auswärts der SG Bietigheim enteilt. Die Puste reichte nicht ganz. Doch trotz der 29:33-Niederlage gab's am Ende Lob vom Trainer.

Aue.

Als Aues Bengt Bornhorn am Freitagabend in der 27. Minute das 15:11 gegen die SG Bietigheim erzielt hat, rieben sich in der Ege-Trans-Arena in Baden-Württemberg einige Zuschauer sicher verwundert die Augen. Zu diesem Zeitpunkt war der vermeintliche Außenseiter dem Tabellenfünften der 2. Handball-Bundesliga auf vier Tore enteilt und kratzte an einer kleinen Sensation. Am Ende siegten doch die Gastgeber mit 33:29 (13:19). "Aber wir konnten den Favoriten zumindest ärgern", so Gäste-Trainer Stephan Swat.

Besonders die erste Halbzeit gefiel dem Auer Chefcoach. "Wir agierten bissig und traten in der Überzeugung auf, etwas holen zu wollen." Die Einstellung stimmte. "Wir fanden stets gute Lösungen und waren voll auf uns konzentriert." So ließen sich die Erzgebirger im 400 Kilometer entfernten Bietigheim gegen den Absteiger aus dem Oberhaus, der zu den Aufstiegskandidaten zählt, den Schneid nicht abkaufen. Selbst ein 1:4-Rückstand (6.) machte die Auer nicht kirre, sondern stachelte sie an. Über die Stationen 3:4 (9.), 4:5 (10.) und 5:5 (12.) hielten sie die Partie ausgeglichen, um sich ab dem 10:9 (17.) durch Adrian Kammlodt Tor um Tor abzusetzen. "Benas Petreikis erhielt eine Sonderbewachung", so Swat. Das machte es für den EHV schwerer, der die eingangs erwähnte 15:11-Führung nicht halten konnte. Trotzdem führte Aue zur Halbzeit 16:13. "Eine wirklich passable Vorstellung", lobte der Trainer.

Er bedauerte es sehr, dass sich sein Team dafür letztlich nicht belohnen konnte. "Es war hintenraus eine Frage der Konstanz und Kondition." So fehlen dem EHV aktuell sechs Stammspieler, darunter mit Erik Töpfer der etatmäßige Torhüter. Weil er mehrere Monate ausfällt, stößt an diesem Montag Anadin Suljakovic zu den Auern. "Ihn hatten wir für die nächste Saison auf dem Schirm und sind froh, dass es jetzt schon mit einer Leihe klappt", so Swat. Der 21-jährige Bosnier stand für Katar bei der Weltmeisterschaft im Tor und hat diese Saison bisher sechs Partien für die HSG Wetzlar in der 1. Bundesliga absolviert. "Ich hoffe, das bringt etwas Entspannung", so der EHV-Coach. Bereits diesen Sonntag könnte Suljakovic zum Einsatz kommen, wenn es in der Lößnitzer Erzgebirgshalle gegen Schlusslicht Krefeld geht. "Da müssen Zähler her, keine Frage", so Swat, der seinem Team schon in Bietigheim zumindest einen Punkt gegönnt hätte. "Das wäre aufgrund der geschlossenen und starken Mannschaftsleistung verdient gewesen." Doch im Handball gebe es nun mal keine B-Note. So trat der Favorit abgezockter auf, schlich sich nach der Pause über die Stationen 15:16 (32.), 18:18 (34.) und 23:22 (43.) Tor um Tor heran, um ab der 50. Minute und dem 27:24 seine Führung souverän ins Ziel zu bringen. "Da konnten wir nichts mehr entgegensetzen."


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