Aufsteiger lässt nichts anbrennen

Handball-Zweitligist EHV Aue hat sich gegen die HSG Nordhorn-Lingen zwar tapfer gewehrt. Aber gegen das Team, das nächste Saison erstklassig spielt, fehlten am Ende ein paar Körner.

Lößnitz.

Mit dem Abpfiff in Aue ist am Sonnabend noch nicht klar gewesen, ob der 33:28-Sieg (20:15) der HSG Nordhorn-Lingen gegen den EHV endgültig für den Aufstieg aus der 2. Liga ins Handball-Oberhaus reicht. Erst auf der Heimreise nach Niedersachsen durften Trainer Heiner Bültmann und sein Team wirklich jubeln. Denn im Abendspiel patzte Verfolger Coburg und unterlag daheim 23:32 gegen Hamm-Westfalen. Glückwünsche indes gab es schon vorab in Lößnitz direkt nach dem Spiel gegen Aue. "Ihr seid die stabilste Mannschaft der Liga und habt den Aufstieg wirklich verdient", sagte EHV-Trainer Stephan Swat zu seinem Amtskollegen.

Dabei gelang dem Favoriten vor 1400 Zuschauern in der Erzgebirgshalle ein Traumstart - 4:1 hieß es nach vier Minuten. Drohte gar eine Packung für die Gastgeber? Mitnichten. Denn die Auer, die vorige Woche den sicheren Klassenerhalt feiern durften, strafften sich und arbeiteten sich - auch dank einiger starker Szenen von Keeper Erik Töpfer - Tor um Tor heran. So gelang Kapitän Eric Meinhardt in der 12. Minute der erste Ausgleich zum 7:7. Es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch bei teils sehr hohem Tempo. Nach einer Phase mit erneut zwei bis drei Toren Rückstand auf den Favoriten gelang dem Auer Spieler des Tages, Benas Petreikis, in der 22. Minute das 12:12. Er steuerte wie Mindaugas Domcius in dieser Partie insgesamt sieben Treffer bei. Danach jedoch gelang es Nordhorn-Lingen, sich Stück für Stück abzusetzen. So lag der EHV zur Pause 15:20 zurück. "Minus fünf - das ist ein weiter Weg. Aber wir wollten nach wie vor voll dagegenhalten", so Swat, dem mit Blick auf 20 Gegentore in Halbzeit eins die EHV-Abwehr zu lieb und brav agiert hatte.

In Hälfte zwei ließ kein Team locker. Doch am Ende erwies sich eine sattelfeste Abwehr um überragende Torhüter als Zünglein an der Waage zugunsten der Gäste, die die Auer nie mehr als vier Tore - etwa beim 23:27 (43.), 24:28 (47.), 26:30 (53.) und 27:31 (56.) - herankommen ließen. "Es war das erwartet schwere Spiel und uns ist klar gewesen, dass Aue nicht nachgibt oder irgendetwas herschenkt", so Gäste-Coach Bültmann. Sein Team habe das Ganze reif und cool gelöst. Das sei nicht leicht. "Ich weiß aus eigener leidvoller Erfahrung, wie schwer das hier in Aue sein kann." Sein Gegenüber indes haderte mit vergebenen Möglichkeiten. Swat: "Wenn du in Halbzeit zwei alle deine Chancen nutzt, vielleicht den einen oder anderen Pfiff kriegst und den einen oder anderen Ball hältst, wird das noch mal richtig lustig. Das hätte ich gern gesehen." Aber letztlich gehe der Sieg ebenso wie der Aufstieg von Nordhorn-Lingen in Ordnung. Zwillings-Papa Benas Petreikis bedankte sich beim Publikum. "Ihr ward wie immer geil", sagte er an die Auer Fans gerichtet.

Bültmann bedauerte es fast, vorerst nicht mehr nach Lößnitz zu reisen. "Glückwunsch an Stephan und den EHV. Ihr spielt eine starke Saison und haltet die Klasse zurecht", sagte er. Und weil das so ist, fällt das Programm auf der Zielgeraden leichter als sonst. Am Sonnabend etwa gibt es Handball im Kino: Im Auer Nickelodeon-Filmtheater erleben 100 Zuschauer das Auswärtsspiel des EHV beim abgeschlagenen Schlusslicht HC Rhein Vikings. Los geht es 17 Uhr. Zunächst ist eine Handball-Talkrunde mit Gästen geplant, ehe 18 Uhr die Liveübertragung beginnt. Es gibt nur noch Restkarten.

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