"Es geht auch ums Prestige"

Im Männerbereich geben die Auer Ringer in der Region klar den Ton an. Um auch im Nachwuchs seine Stärke zu zeigen, kommt dem Bundesligisten der Erzgebirgscup gelegen. Und auch in diesem Jahr drückte der favorisierte Verein dem Turnier in Gelenau seinen Stempel auf.

Gelenau.

Kreativität und handwerkliches Geschick sind nun beim RSK "Jugendkraft 1898" Gelenau gefragt. Grund: Zum dritten Mal in Folge haben die Nachwuchs-Ringer des FC Erzgebirge Aue den vom RSK ausgerichteten Erzgebirgscup gewonnen. Damit bleibt die einst von Ex-Athlet Torsten Werner gefertigte Trophäe aus Holz endgültig im Besitz der Talentschmiede des Bundesligisten. "Wir werden uns da schon etwas einfallen lassen - sicherlich in einer ähnlichen Form", sagte der Gelenauer Vereinsvorsitzende Jens Fischer in Anspielung auf den neuen Wanderpokal. Fischer wirkte nicht ganz unvorbereitet, denn neben den vergangenen Erfolgen und dem Potenzial sprach auch die hohe Starterzahl für das Team aus Aue.

Während der FCE in den vier Altersklassen Jugend A, B, C und D mit 25 Kämpfern die meisten Teilnehmer stellte, waren die Gastgeber nur mit elf Kämpfern im 130-köpfigen Feld vertreten. "Um da eine Chance auf den ersten Platz in der Vereinswertung zu haben, hätte ja fast schon jeder in seiner Gewichtsklasse den Sieg holen müssen", sagt Gelenaus Trainer René Schreiter. Er freute sich zwar speziell über die guten Leistungen von Felix Franke (1./ 71 kg) und Florian Otto (1./63 kg). Im Gegensatz zu Justin Hartmann (1./85 kg), der kampflos zu Gold kam, mussten die anderen beiden RSK-Sieger harte Arbeit verrichten. Dies galt auch für Erwin Lerchenberger (2./42 kg) und Johnny Uhlig (3./65 kg), die trotz guter Techniken jeweils einmal unterlagen. Aufs Podest schaffte es zudem Ben Schmidt (3./34 kg), der mit einer Verletzung für einen Schreckmoment sorgte. "Zum Glück hat es sich nur als Prellung erwiesen", konnte Schreiter später aber Entwarnung geben.

Mit zweimal Bronze war auch der Zschopauer RV "Wildeck 95" in Person von Adrian Schander und Finn Louis Uhlig auf dem Treppchen vertreten. Mit nur zwei Sportlern war aber gegen Aue nichts zu bestellen. Am ehesten hielt da schon der Ringerklub aus dem tschechischen Chomutov mit, der mit 21 Sportlern angereist war. Diese dominierten zwar in der C-Jugend klar, konnten aber in den drei anderen Altersklassen nicht so viele Medaillen sammeln. Die Ausbeute reichte, um den RV Thalheim auf Platz 3 in der Vereinswertung zu verweisen. An Aue kamen aber auch die Talente aus dem Nachbarland nicht heran. Somit ging der Pokal wieder an den Dauersieger, der sich mächtig freute.

"Der Erzgebirgscup ist deshalb etwas Besonderes, weil hier die besten Nachwuchskämpfer der Region auf der Matte stehen", erläutert Sylvio Mehlhorn die Bedeutung des Turniers für seinen Verein. Dem Nachwuchs-Trainer des FC Erzgebirge ist es wichtig, dass nicht nur die Männer als einziger Bundesligist der Region ein Zeichen setzen. Auch der Vergleich in den unteren Altersklassen soll zeigen, dass Aue im Erzgebirge den Ton angibt. "Es geht auch ums Prestige", betont Mehlhorn. Ebenso sieht er den Wettkampf als gute Gelegenheit, etwas für den Teamgeist zu tun: "Auf der Matte kämpft jeder für sich - und doch steht die Mannschaftswertung beim Erzgebirgscup über allem."

Ähnliche Leidenschaft und Begeisterung erhofft sich Schreiter auch in den RSK-Reihen, um bei diesem Traditionsturnier künftig besser abzuschneiden. "Wir haben noch Potenzial, was die Teilnehmerzahl angeht", sagt der Gelenauer Trainer. Mit noch mehr Startern würde er den neuen Pokal 2020 gern behalten. Erst einmal muss dieser allerdings gefertigt werden.

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