Gäste kommen mit Wut im Bauch zu selbstbewussten Gastgebern

Mit einem 23:23 bei einem Erstligaabsteiger sind die Zweitliga-Handballer des EHV Aue in die Saison gestartet. Morgen wollen sie in der Erzgebirgshalle Lößnitz nachlegen - gegen den TSV Bayer Dormagen.

Lößnitz.

Das Saisonziel ist ähnlich: Sowohl der EHV Aue als auch der TSV Bayer Dormagen haben sich in der 2. Handball-Bundesliga den Klassenerhalt auf die Fahnen geschrieben. Während die Erzgebirger mit einem 23:23 bei Erstligaabsteiger TV Hüttenberg und damit mit einem Punktgewinn in die Saison gestartet sind, kassierte Dormagen vor heimischem Publikum eine bittere Niederlage: TuS N-Lübbecke, als Aufstiegsaspirant gehandelt, siegte mit 29:21. Und das, obwohl der TSV eine durchaus solide Leistung zeigte.

Es ist also davon auszugehen, dass Dormagen jetzt mit viel Wut im Bauch in die Erzgebirgshalle nach Lößnitz kommt. Die Partie morgen beginnt 17 Uhr. "Wir haben uns auf eine aggressive Spielweise eingestellt. Dormagen spielt schönen, schnellen Handball", so EHV-Chefcoach Stephan Swat. Er weiß, wie sein Team damit umgehen soll: "Wir müssen versuchen, eine kompakte, bewegliche Abwehr zu stellen und selbst viele Tore zu machen."

Die Niederlage des TSV gegen den Favoriten Lübbecke will er gar nicht überbewerten. "Sie haben lediglich viele Chancen liegengelassen", analysierte der Auer Trainer beim morgigen Gegner. Da der TSV etwa 530 Kilometer ins Erzgebirge zurücklegen muss, starten die Gäste bereits heute und nehmen zumindest einen Teil der Strecke in Angriff, damit morgen Nachmittag die Beine nicht allzu schwer sind.

Der Wut des TSV kann der EHV mit viel Selbstvertrauen entgegentreten, denn das Spiel gegen Hüttenberg war mehr von Licht als von Schatten geprägt. Aues Kapitän Eric Meinhardt: "Wir wollen die positiven Erlebnisse mitnehmen und auf das Publikum übertragen." Schließlich gehöre zum Saisonziel auch, die Heimspiele zu gewinnen. "Da zählt natürlich auch Dormagen dazu", so Meinhardt, der davon ausgeht, dass diese Saison noch schwieriger als die vorangegangene wird. "Es sind sehr gute Aufsteiger in die Liga gekommen", schätzt er ein. Weil sich die Handball-Bundesliga in einem Übergangsjahr befindet, werden fünf Teams in den sauren Abstiegsapfel beißen müssen. "Das Feld derer, die direkt um den Klassenerhalt kämpfen ist damit ziemlich groß", so Meinhardt. Er hofft, dass seine Mannschaft tatsächlich in der Saison 2019/2020 in der leicht dezimierten 2. Bundesliga spielen wird.

Doch nun steht erst einmal das Aufeinandertreffen mit Dormagen auf dem Programm. "Wir haben uns seit Montag gut darauf vorbereitet", erklärt Swat. "Wir haben auch an den Fehlern, die wir in Hüttenberg noch gemacht haben, gearbeitet, und versucht, sie abzustellen." Sein Team sei heiß aufs erste Heimspiel.

Aufregung herrscht vor diesem Spiel auch beim EHV-Fanbeauftragten Jörg Meinhardt. Erstmals gibt es einen Livestream aus der Erzgebirgshalle. "Was wir dafür brauchen, haben wir bekommen und aufgebaut", so Meinhardt gestern am Rande der technischen Einweisung in das System. Die Software sei gut; einen Kameramann habe er auch gefunden. So steht dem ersten Livestreaming nichts im Weg. Meinhardt hofft indes, dass viele Anhänger des EHV in die Halle kommen, die Live-Atmosphäre genießen und nicht zuhause vorm Rechner das Spiel verfolgen.

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