Nur die Show muss ausfallen

An die hundert Reitveranstaltungen sind dieses Jahr in Sachsen abgesagt worden. In Wiesa aber treffen sich jetzt 333 Pferde.

Wiesa.

Das 42. Reit- und Springturnier Wiesa wird es geben. Cheforganisatorin Marga Schulze ist sich dessen sicher. "Es musste zwar alles ganz schnell gehen, doch ich habe ein 42-seitiges Hygienekonzept eingereicht und warte auf dessen Genehmigung", sagte die engagierte Frau am Dienstag. Seit ewigen Zeiten ist sie bei den Wiesaern eine der treibenden Kräfte, hat die Regie von ihrer verstorbenen Mutter übernommen. Seitdem hält sie die Zügel in der Hand, noch nie aber hat sie dies in einer vergleichbaren Situation tun müssen. "Corona verlangt uns wirklich viel ab."

Noch vor wenigen Tagen hat sie gebangt, ob die 42. Auflage des Reit- und Springturniers über die Bühne gehen kann. "Doch nach den weiteren Lockerungen der Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie ist es seit Kurzem wieder möglich, dass im Pferdesport die Reiter Wettkämpfe austragen können", konnte Marga Schulze nun erleichtert feststellen. Bis zuletzt hat sie daran geglaubt, dass es möglich würde und deshalb - wie so viele andere - keine frühzeitige Absage in Betracht gezogen.

Wer in den Terminkalender der sächsischen Reiter schaut, stellt eine Unmenge an Turnierausfällen fest. Landesweit sind für das Jahr 2020 genau 87 Absagen verzeichnet, nur 22Neubeantragungen stehen dieser Zahl gegenüber. Nachdem aus dem Erzgebirgskreis bereits der RFV Dorfchemnitz und der RFV Weißbach zur Stange gehalten und ihre Wettbewerbe ausgetragen hatten, zieht nun auch der SV Eintracht Wiesa nach. "Möglich ist es aber nur durch das umfangreiche Hygienekonzept, das in Zusammenarbeit mit dem Landesverband Pferdesport erarbeitet wurde", betont Marga Schulze. Sie freut sich, dass es nun losgehen kann.

Es werde aber nur fast so wie bei früheren Veranstaltungen, gibt die Vereinschefin offen zu. Zwar habe sie ein Aufatmen unter den Reitern der Region vernommen, doch in vollem Umfang geht das 2020er Turnier nicht in die Annalen ein. "Auf den Schauteil verzichten wir, diesmal stehen allein die Wettbewerbe im Mittelpunkt des Geschehens", macht Marga Schulze deutlich. Dennoch ist sie zufrieden, dass das Zusammentreffen von Gleichgesinnten mitsamt den Prüfungen möglich ist, sodass Reiter und Pferde ihre Leistungsnachweise in Zucht und Sport vorweisen können.

Auch wenn die Vorbereitung eine völlig andere als sonst gewesen ist und die Zeit stets neue Herausforderungen mit sich brachte, ist ein illustres Starterfeld entstanden. "Zum Nennschluss am 13. Juli stand fest, dass wir für unsere 26 Prüfungen rund 600 Starts von etwa 200 Reitern mit 333 Pferden haben würden. Dabei mussten wir die Felder sogar begrenzen, sonst wäre eine Vier-Tages-Veranstaltung daraus geworden", nennt die Turnierleiterin einige imposante Zahlen. Die Aktiven, die am Sonnabend und Sonntag ab den frühen Morgenstunden in die Dressur- und Sprungwettbewerbe gehen, kommen aus 97 Vereinen.

Auch wenn das fantastische Flair des Schauprogramms rund ums Pferd im Jahr 2020 fehlen wird, kommen die Zuschauer auf ihre Kosten. "Für ihr leibliches Wohl wird ausreichend gesorgt, auch an die kleinen Gäste haben wir gedacht. Allerdings bitten wir, die Hygiene-Vorschriften und den Mindestabstand einzuhalten", betont Marga Schulze.


Zeitplan 42. Reit- und Springturnier in Wiesa

Sonnabend, 1. August

6.45 Uhr: Reitpferdeprüfung

7.00 Uhr: Dressur Kl. E

8.00 Uhr: Springpferdeprüfung A**

8.45 Uhr: Stilspringen m. erl. Zeit

9.45 Uhr: Dressur A*

10.30 Uhr: Stilspringen A* m. Stand

13.00 Uhr: Springprüfung L

13.30 Uhr: Dressur A

14.00 Uhr: Springprüfung A*

14.45 Uhr: Dressur A geschl.

15.30 Uhr: Dressur L* Trense

16.45 Uhr: Punktespringen L

Sonntag, 2. August

7.00 Uhr: Dressur A* Ü35

7.00 Uhr: Zwei-Phasen-Springen A**

9.00 Uhr: Springen mit Stechen

9.45 Uhr: Dressur A**

10.35 Uhr: Punktespringen A**

12.00 Uhr: Dressur L* Kandare

13.10 Uhr: Zeitspringen L

14.05 Uhr: Glücksspringen A*

16.20 Uhr: Springen L m. steig. Anf.

17.35 Uhr: Springen L m. Siegerrunde

Geschicklichkeits- und Führzügelwettbewerb fallen aus.

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