Olympische Spiele im Kleinformat

Aller vier Jahre gibt es ein großes Event, dass die besten Aktiven der Welt und fast alle Sportarten vereint. Im Erzgebirge darf sich der Nachwuchs jeden Sommer über solche Spiele freuen. Am Wochenende war es mal wieder soweit.

Zschopau.

In 15 Sportarten ist in den vergangenen Tagen um Medaillen der Erzgebirgsspiele gewetteifert worden. Schon vor dem Wochenende gingen die Wettbewerbe los, als beispielsweise das beste Grundschulteam im Zweifelderball ermittelt wurde. Grund zur Freude hatten dabei die Mädchen und Jungen aus der Grundschule Dörnthal, die als Zweite nur Oelsnitz den Vortritt lassen mussten. Auch im Orientierungslauf ging es bereits am Donnerstag rund. "Viele Schulen haben unsere Einladung zwar nicht angenommen, aber mit rund 200 Startern sind wir dennoch sehr zufrieden", sagt Organisatorin Margitta Stöhr von der SG Dittersdorf, die im und am Gelenauer Sportareal eine Strecke mit 54 Posten vorbereitet hatte. Besonders stark vertreten war dort die Freie Schule Gelenau.

Besonders groß und zudem breit gefächert war das Teilnehmerfeld in der Schwimmhalle in Aue. Genau 242 Mädchen und Jungen absolvierten in Summe 953 Starts. Sie kamen von Vereinen aus Aue, Annaberg, Schneeberg, Zwönitz, Thalheim und Zschopau sowie einigen Schulen. Dominiert wurde der Wettkampf aber vom Schwimmteam Erzgebirge, das mit insgesamt 70 Titeln heimkehrte. "Das ist nochmals eine Steigerung gegenüber dem letzten Jahr", sagt Trainer Alexander Steiner aus Olbernhau. Mit zehn Goldmedaillen erwies sich Tiffany Steiner als erfolgreichste Teilnehmerin, gefolgt von Johann Weiß (9). In den unteren Altersklassen holten Emma Wittig und Erik Findeisen die maximale Ausbeute von sechs Titeln. Hinter dem Schwimmteam und Erzgebirge Aue landete der SV 1990 Zschopau in der Vereinswertung auf einem guten dritten Platz.

Zu den hochkarätig besetzten Sportarten gehörte auch die Leichtathletik. 248 Nachwuchssportler aus acht Vereinen und fünf Schulen zeigten in Schwarzenberg und Gelenau ihr Können. Dabei stand das Feld nicht nur für Quantität, sondern auch für Qualität. "Es gab einige Leistungen, die sogar auf nationaler Ebene ganz vorn einzuordnen sind", bilanziert Regionaltrainer Maik Werner. So warf Svenja Hübner (LV 90 Erzgebirge) den Speer 38,02 Meter weit, was aktuell Rang 3 in der deutschen Bestenliste ihrer Altersklasse bedeutet. Mit 12,26 Metern im Dreisprung ist Nela Herzog (U 18) sogar die Nummer 2.

Mit 82 Teilnehmern waren auch die Wettbewerbe im Kanuslalom, die in Zschopau ausgetragen wurden, gut besetzt. Für die hiesige Popularität dieser Sportart spricht dies allerdings nicht unbedingt, da die meisten Starter dieser offenen Erzgebirgsspiele aus den Regionen Leipzig und Dresden angereist waren. "Wir sind so ziemlich der einzige Verein aus dem Erzgebirge, der bei Wettkämpfen regelmäßig dabei ist", sagt Trainer Mike Schmidt, der zwölf Schützlinge an den Start schickte. Als erfolgreichster Zschopauer erwies sich dabei Till Werner, der in seinem Einer-Kajak Gold in der Jugend gewann. Als Zweite durften sich zudem Tim Hallbauer (Schüler A) und Elias Schubert (Schüler B) über Medaillen freuen.

Gute Ergebnisse hatten junge Lokalvertreter ebenso im Schach, im Turnen, im Reiten oder im Tischtennis aufzuweisen. Mit den Kellen geschmettert wurde in Annaberg-Buchholz, wo sich beispielsweise Leo Wohlgemuth (TSV 1872 Pobershau) über Gold im U-9-Einzel sowie im Doppel freuen durfte. Dieses Double brachte in der U 18 auch Julian Owczarek (TTV Blau-Gelb Marienberg) zustande, der nach seinem Einzelerfolg mit dem Pobershauer Robin Eulitz ein unschlagbares Duo bildete. Dank Emily Kaden (U 18) von der SG Sorgau gab es aus lokaler Sicht noch einen Einzel-Erfolg zu bejubeln. Obwohl noch einige Medaillen von Talenten aus dem mittleren Erzgebirge dazukamen, gehörte das Podest der Vereinswertung - angeführt vom TSV Schlettau - den Vertretern aus der Region Annaberg.

Im Basketball, Bogenschießen und Kegeln war das mittlere Erzgebirge nicht vertreten. Dafür erwies sich das vom Olbernhauer TC ausgerichtete Tennis-Turnier fast als interne Vereinsmeisterschaft. Zu den 18 OTC-Spielern gesellte sich nur ein Marienberger. Kein Wunder, dass die Titel dank Franz Kaden (U 10), Fritz Wunderlich (U 12), Paula Schubert (U 14) und Stella Wiener (U 16) alle beim Gastgeber blieben.

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