Pfingstprotagonisten begeistern Publikum

Der Pöhlbergpreis hat die Liebhaber der Oldtimer in Scharen in die Kreisstadt gelockt. Zur 22. Auflage sorgte Kaiserwetter für noch mehr gute Laune.

Annaberg-Buchholz.

158 Oldtimerliebhaber auf zwei, drei und vier Rädern haben am Pfingstsamstag für großes Staunen gesorgt. Zum Pöhlbergpreis des Automobil- und Motorradclubs Annaberg-Buchholz (AMC) hatte sich der 60 Jahre alte Verein wieder ins Zeug gelegt. Die 175 Mitglieder, speziell die 65 in der Sektion Kfz-Veteranensport, brachten die 22. Auflage bestens über den Berg.

"Wir haben mit 150 Startern gerechnet, 158 waren es", sagte Organisationsleiter Thomas Kronstein. Nachdem sie den Zündschlüssel umgedreht hatten, knatterten die Fahrer rund zwei Kilometer und mit 12 Prozent Steigung vorbei an den Butterfässern hinauf zum Plateau auf eine Höhe von 832 Metern über dem Meeresspiegel. Zwischen den beiden Läufen ging es auf Kurs Innenstadt. Und auf dem Kät-Platz nutzten viele die Möglichkeit, die Oldtimer bei den Stopps in Augenschein zu nehmen, während sich die Teilnehmer auf die zweite Auffahrt konzentrierten. Der Beste von ihnen war ein Neundorfer. Mit fast identischen Zeiten - nur zwei Tausendstelsekunden Differenz - gewann Uwe Schröder auf seiner 350er Jawa den Pokal für die Gesamtwertung, der vom AMC-Partnerverein aus Weiden gestiftet wurde. Tobias Haase aus Herold schaffte im Trabant 601 den 2. Preis. Den 3. Preis in der Gesamtwertung erzielte Vereinsmitglied Horst Böttger aus Annaberg-Buchholz mit seinem VW T1. Bei den Frauen trug die Trabant-601-Fahrerin Mandy Seidel aus Thum, die in der Gesamtwertung Zwölfte wurde, den Sieg davon.

Den Preis für die größte Schwierigkeit verteidigte Vorjahressieger Lothar Weinhold aus Buchholz. Auf seinem Mofa mit zusätzlicher Trethilfe musste er den Berg zweimal kräftig hochstrampeln. Aus Holland reiste Steven Bos mit einem Wehrmachtsgespann von 1944 an. Dafür erhielt er den Pokal für die weiteste Anreise, die mehr als 750 Kilometer betrug. Henry Kehrer aus Mülsen, seit Jahren Stammgast mit seinem Pannonia-Gespann, hatte in Enkel Colin den "mutigsten Beifahrer". Dietmar Schmiedgen aus Annaberg-Buchholz rollte mit einem 1953er MG-TD mit 34 PS an, den er seit rund 13 Jahren besitzt. "Seitdem habe ich immer wieder Verschlissenes durch neue Teile ersetzt. Er läuft und läuft. Im vorigen Jahr habe ich damit rund 5000 Kilometer zurückgelegt, bin problemlos auf der Hochalpenstraße zum Großglockner, war in der Schweiz, Italien, Österreich und in Frankreich. Ich finde es gut, dass der Pöhlbergpreis nach der Wende wiederbelebt wurde. Man spürt richtig das Interesse der Leute an den alten Fahrzeugen, die sie teils aus ihrer Kindheit kennen", sagte Dietmar Schmiedgen.

Peter Weidinger, Vorstandsmitglied des ADAC Sachsen, überreichte die Preise und ging selbst mit einem Porsche an den Start, wurde dabei Vierter. "Ich glaube, ich bin bereits das achte Mal dabei. Man muss den Kronsteins und all ihren Helfern einen großen Dank aussprechen, diese Veranstaltung Jahr für Jahr zu stemmen", lobte er.

Eberhard Kronstein, der die Organisationsleitung vor einigen Jahren an seinen Sohn Thomas übertragen hat, ist immer noch drauf und dran: "Die Vorbereitung ist das A und O, auch dank der vielen Helfer lief alles glatt", sagte er bei Halbzeit. "Doch zufrieden bin ich erst, wenn auch der zweite Lauf unfallfrei zu Ende ist." So war es.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...