Spaßige Übungen gegen Langeweile

Digitale Medien für den Sport zu nutzen, wird in der aktuellen Situation zum Trend. Ein Erzgebirger animiert die Kinder.

Gelenau.

Wie alle anderen Sportler müssen sich auch die Ringer des RSK Gelenau in Zeiten des Corona-Virus daheim fit halten. Langeweile könnte da leicht aufkommen, doch das soll mithilfe einer sogenannten Challenge vermieden werden. Bei solch einem Wettbewerb, der mithilfe kurzer Handy-Videos die Runde macht, stellen sich die Athleten gegenseitig Aufgaben. "Das steigert sich und nimmt an Fahrt auf", sagt Trainer Björn Lehnert, der sich mit seinen Liegestützen bei der ersten Herausforderung ganz bewusst zurückhielt. Inzwischen sind die Übungen etwas schwieriger geworden, weil zum Beispiel Kapitän Daniel Franke bei seiner Challenge zu Hanteln gegriffen hat.

Digitale Medien für den Sport zu nutzen, ist in der aktuellen Situation fast schon ein Trend. Auf diesen wurde Björn Lehnert aufmerksam, als er im Internet die Angebote der Leipziger DHfK-Handballer und der Basketballer von Alba Berlin sah. Mit pfiffigen Clips wollen sie vor allem Kinder zum Sport animieren. Da Lehnert selbst in Zwickau die Kindersportschule Zwiks betreibt, konnte er diese Idee für sich nutzen. "Auch einige Eltern hatten schon deswegen angefragt", berichtet der 39-Jährige, der Ende vergangener Woche erstmals zum Handy griff. Natürlich erläutert er die Übungen zunächst selbst. Doch Protagonist in dem achtminütigen Video ist sein dreijähriger Sohn Nolan, der allen zeigt, wie es geht.

Simpel und doch reizvoll sollen die Aktivitäten sein, weshalb Lehnert einfache Hilfsmittel nutzt, die es in jedem Haushalt gibt. Für seine nächste Folge - zweimal pro Woche will er Clips ins Netz stellen - nutzt er Luftballons. Auch Bälle, Brettspiele und Karten hat der Trainer schon im Hinterkopf. Doch los ging's mit Papierrollen, die vom Junior in Windeseile transportiert wurden. Dabei war schnell erkennbar, dass einfache Dinge für echte Abenteuer sorgen können, bei denen Geschicklichkeit, Koordinationsvermögen und Schnelligkeit eine wichtige Rolle spielen. Ohne es groß zu merken, werden die Kinder auf spielerische Weise zu echten Sportlern.

Überwältigend waren laut Lehnert die Reaktionen. "Viele Eltern haben mir Videos zurückgeschickt, bei denen sich die Kinder sogar noch zusätzliche Übungen einfallen ließen", berichtet der gebürtige Zschopauer. Die Fantasie anzuregen, ist ein weiterer Nutzen dieses Projekts, das viele guten Seiten hat. Schließlich erreicht Lehnert mithilfe des Internets nicht nur Mitglieder seiner Sportschule, sondern Kinder in vielen Regionen. Nicht nur in der Heimat wurde das erste Video auf dem Zwiks-YouTube-Channel oft angeklickt. Auch den Ringern zauberte der eifrige Nolan mit seiner Leidenschaft ein Lächeln ins Gesicht. Doch nachmachen wollten sie seine Übungen nicht. Schließlich haben die Athleten ihre eigene Challenge.


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