Strampeln für den Feuerwehreinsatz

515 Fahrerinnen und Fahrer haben gestern beim 16. Greifenstein-Bike- Marathon geschwitzt. Für einen Starter war es nicht nur eine Premiere - auch eine ungewöhnliche Trainingseinheit.

Geyer.

Auch wenn die Sonne ohne Unterlass schien und die Temperaturen deutlich über 20 Grad Celsius lagen: Die 515 Teilnehmer des 16. Greifenstein-Bike-Marathons - darunter 44 auf dem 90-Kilometer-Kanten, 143 auf der 60-Kilometer- Distanz und 264 auf der 30-Kilometer Strecke - sind gestern recht "gesprenkelt" ins Ziel gekommen. "Es hat zwischendurch schon ein paar Schlammpfützen gegeben", erklärte Patrick Schönheider von der Freiwilligen Feuerwehr Ehrenfriedersdorf, nachdem er 30 Kilometer auf dem Mountainbike zurückgelegt hatte und auf dem Parkplatz am Freizeitbad Ana-Mare in Geyer angekommen war. Dort war erneut der Start- und-Ziel-Bereich des bekannten Rennens eingerichtet, das vom RSV Erzgebirge und vom SSV Geyer veranstaltet wird. Weil das Freizeitbad wegen Renovierung noch geschlossen ist, konnte die dort vorhandene Infrastruktur mit Duschen und Toiletten allerdings nicht genutzt werden. Unabhängig davon lockte das Spektakel wieder Starterinnen und Starter aus ganz Sachsen an.

Doch zurück zu Patrick Schönheider: Seine Rennpremiere hatte einen Grund: "Ich will meine Atemschutzgerätetauglichkeit festigen", so der 24-Jährige mit einem Lächeln. Die Strecke sei stellenweise ganz schön ausgefahren gewesen. "Das Rennen ist hart, aber im nächsten Jahr werde ich wieder dabei sein."

Einen nicht ganz so guten Tag hatte Sandra Augustin aus Crottendorf erwischt. "Ich war vor kurzem erkältet. Deshalb bin ich mit meiner Zeit nicht so zufrieden", sagte die ehrgeizige 31-Jährige. Den Start aber wollte sie sich nicht entgehen lassen: "Die Strecke war super, die Organisation top und das Wetter schön." Sandra Augustin war eine von 47 Frauen im Starterfeld. Zwei von ihnen fuhren den langen Kanten, sieben die mittlere Distanz.

Als "geile Strecke" bezeichnete André Bräuer aus Drebach die Runde. Er war für die Sportfreunde Venusberg über 30 Kilometer gestartet: "Für mich sind die Abfahrten die eigentliche Herausforderung." Hinzu sei das warme Wetter gekommen, was das Rennen zusätzlich anspruchsvoll gemacht habe.

Für die große Tour über 90 Kilometer hatte sich Michael Schubert (35) aus Annaberg entschieden. "Die ersten beiden Runden waren sehr gut, da lag ich gut im Rennen und hatte ordentliche Zeiten." Dann sei ein leistungsmäßiger Einbruch gekommen. "In der dritten Runde musste ich nur noch den inneren Schweinehunde überwinden", so Schubert, der damit nicht glücklich war. Bereits seit 2002 fahre er den Greifenstein-Bike-Marathon mit, weil es die beste Strecke sei. "Das ist richtig Mountainbike und nichts für City-Wochenend-Besucher", ist sich der 35-Jährige sicher. Jana Schuster aus Annaberg vom RSV Erzgebirge, die zum zweiten Mal dabei war und 30 Kilometer gefahren ist, sah das ähnlich: "Es geht steil bergauf, und es gibt viele Wurzeltrails im Gelände - was will man mehr? Das bringt Abwechslung." Eine spezielle Vorbereitung für diesen Wettkampf mache sie nicht: "Wir sind in unserer Freizeit immer unterwegs."


"Sehr gute Strecke"

Rolf Flade (67) aus Pockau-Lengefeld gehörte gestern in Geyer zu den ältesten Startern. Katja Lippmann-Wagner hat mit ihm gesprochen.

"Freie Presse": Wie war die Strecke auf der 30-Kilometer-Runde?

Rolf Flade: Sehr gut. Sie war sehr anspruchsvoll, aber sehr gut ausgeschildert. Die Runde hatte steile Abfahrten und kurze, knackige Anstiege. Im ersten Teil war die Runde sehr technisch, im zweiten Teil dann etwas für die Ausdauer.

Warum machen Sie beim Bike-Marathon mit?

Ich bin schon zum fünften Mal dabei. Ich möchte fit bleiben. Und Sport treiben ist doch immer gesund. Das Rennen ist außerdem sehr gut organisiert. Ich fahre auch beim Erzgebirgischen Bike-Marathon in Seiffen mit. Das hier ist dann immer zum Ausklingen, wenn man so will.

Hat Ihnen die Hitze zu schaffen gemacht?

Es war schon ziemlich warm. Aber lieber so, als dass es regnet. Im Wald merkt man außerdem die hohen Temperaturen gar nicht so sehr. Ich habe viel getrunken, deutlich mehr als einen Liter. Das muss aber sein, sonst bekommt man Probleme.

Und hatten Sie auch Unterstützung?

Ja, meine Frau und meine Tochter waren mit hier. Sie haben mir zwischendurch mal Getränke gereicht. Aber auch an der Strecke standen einige, die angefeuert haben.

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