Tannen treten auf der Stelle

Mit 3:3 haben sich die Thalheimer Landesklasse-Kicker gestern im Erzgebirgsderby vom BSV Gelenau getrennt. Das Ergebnis hilft im Abstiegskampf keiner der beiden Mannschaften weiter.

Thalheim/Gelenau.

Für neutrale Beobachter war es eigentlich ein munterer Kick. Sechs Tore, dazu mehrere vergebene Großchancen, hin und wieder sogar gelungene Spielzüge- und das bei Witterungsverhältnissen, die gut zur sportlichen Lage passen, in der sich Tanne Thalheim und der BSV Gelenau nach dem Ende der Hinrunde in der Landesklasse befinden. Es schüttete bisweilen in Strömen.

Das 3:3 auf dem Gelenauer Sportplatz am Volkshaus hilft weder dem 14. aus dem Zwönitztal noch den Gelenauern, die als 15. mit dem Remis die Chance verpassten, am Erzgebirgs-Rivalen vorbeizuziehen. Dabei hatten beide Teams noch Glück, dass die direkt vor dem Duo platzierten Teams aus Oelsnitz, Annaberg und Thum allesamt verloren. "Das nützt uns aber leider nicht so wahnsinnig viel. Wenn wir unsere eigenen Spiele nicht gewinnen, dann brauchen wir nicht auf die anderen zu schauen", sagte Tanne-Trainer René Wendler. Zehn Zähler aus 15 Partien seien einfach indiskutabel.

Der 46-Jährige erlebte gestern ein 90-minütiges Wechselbad der Gefühle. Thalheim kam besser ins Spiel und belohnte sich mit einem klasse herausgespielten Führungstor. David Koch hatte Robert Nitzsche auf dem linken Flügel bedient, dessen maßgenaue Flanke Merlin Kirsten fand, der volley mit rechts ins lange Ecke einnetzte - sein erstes Tor für die erste Mannschaft des SVT überhaupt. "Wir üben das im Training. Aber letztlich hat es einen bitteren Beigeschmack, denn das Mannschaftsergebnis steht über allem", sagte der 19-Jährige. Nachdem die Gastgeber fast postwendend den Ausgleich schafften, begannen die Thalheimer in der Abwehr mächtig zu schwimmen. Mitte der ersten Halbzeit hätte der BSV das Spiel durchaus zu seinen Gunsten entscheiden können, traf aber nur ein weiteres Mal. Dem Treffer von Patrick Kolditz ging ein schlimmer Fehlpass von Marek Barthold voraus.

In der Pause wurde Wendler dann, wie er sagte, "etwas lauter". Die Gardinenpredigt fruchtete schnell. Exakt 46 Sekunden waren vergangen, als Pierre Kretzschmar per Flachschuss ins lange Ecke für den Ausgleich sorgte. Im Gegensatz zur ersten Führung blieben die Gäste nun am Drücker, erspielten sich weitere Torgelegenheiten und waren nach 64 Minuten sogar in Überzahl - Kevin Singer konnte den frei aufs Tor zulaufenden Kretzschmar nur per Notbremse stoppen. Den folgenden Freistoß konnte BSV-Keeper Michael Kaiser noch parieren, doch zehn Minuten später sah der Torwart dann schlecht aus. Eine Eckball-Bogenlampe von David Koch landete ohne Umschweife hinter der Linie. "Ganz klar, das Ding geht auf mich", redete der 30-Jährige im Anschluss nicht um den heißen Brei. Seine Teamkollegen fanden im gesamten zweiten Durchgang kaum einmal den Weg vors Thalheimer Tor. Bis zur 75. Minute jedenfalls, als es plötzlich Freistoß aus aussichtsreicher Position gab. "Ich weiß bis jetzt noch nicht, was der Schiedsrichter da gepfiffen hat", rätselte René Wendler. Patrick Kolditz ließ sich nicht lange bitten und zirkelte den Ball um die Mauer herum in die Maschen. Danach tat sich auf dem schwarz-grünen Kunstrasen nicht mehr viel.

Genau wie sein Kollege zeigte sich auch BSV-Trainer Thomas Kersten hinterher mehr als bedient. "Rote Karte, direkte Ecke, da kam wieder alles zusammen", sagte er. Die Zielstellung für die Rückrunde müssen nun sein, eine zweistellige Zahl an Punkten zu holen - bislang haben die Gelenauer lediglich derer acht auf dem Konto. Ob das dann für den Klassenerhalt reicht, ist allerdings fraglich - schließlich könnten am Ende je nach Situation in den Ligen darüber, bis zu fünf Teams absteigen.

Statistik Thalheim: Mehlhorn, Haase (80. Groschopp), Kirsten, Msalam, Koch, Nitzsche (50. Vogel), Teichert, Kretzschmar, Barthold, Grasse, Wetzel; Gelenau: Kaiser, Walczak, Desczyk, P. Kolditz, Haselbach, L. Kolditz, Viererbe, Singer (Rote Karte/63.), Blohm, Szauties, Kopitzke; Tore: 0:1 Kirsten (10.), 1:1 Haselbach (13.), 2:1/3:3 P. Kolditz (34./75.), 2:2 Kretzschmar (46.), 3:3 Koch (64.); SR: Ludwig (Callenberg); Z: 51

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