Trotz verkürzter Saison ist die Vorfreude groß

Vor einem halben Jahr wurde der Auftakt der Deutschen Enduro-Meisterschaft abgesagt. Mit etwas Verspätung fällt nun doch der Startschuss.

Scharfenstein.

Nachdem die angesetzten Läufe der Internationalen Deutschen Enduro-Meisterschaft im Frühjahr aufgrund der Corona-Pandemie ersatzlos gestrichen worden waren, findet diesen Samstag im mecklenburgischen Rehna nun doch der Auftakt der Serie statt. Der Weg der Veranstalter war kein einfacher und manchmal steiniger als jeder Enduro-Track. Schon unter normalen Umständen erfordert die Ausrichtung einer derartigen Geländefahrt einen enormen Aufwand. Doch in diesem Jahr sind die Hürden noch höher, wovon die Organisatoren von "Rund um Rehna" ein Lied singen können. Aber die Mecklenburger mit ihrer viel zitierten norddeutschen Gelassenheit ließen sich davon nicht unterkriegen. Trotz strengem Hygiene-Konzept und so manchen zusätzlichen Vorschriften steht dem Saisonauftakt in der Nähe von Schwerin nichts im Wege.

Damit kann auch Andreas Beier nun in seine 17. DM-Saison starten. Nach insgesamt acht Siegen ist die Titelverteidigung in der Klasse E1 wieder sein Ziel. Und wie sieht es mit der prestigeträchtigen Championatswertung aus? "Da jetzt eine Prognose abzugeben, ist schwer", sagt der Krumhermersdorfer in Vermeidung einer klaren Zielsetzung. "Die Jungs da vorne können alle richtig schnell Motorrad fahren. Oft machen nur kleine Dinge letztlich den Unterschied. Dass ich ganz vorn mitfahren kann, habe ich schon öfter bewiesen. Nur fehlte mir im letzten Jahr leider etwas die Konstanz." Das soll in dieser auf sechs Wertungstage verkürzten Saison anders werden. "Ich möchte meine starke Phase etwas kontinuierlicher gestalten", sagt der 33-Jährige vom Zschopauer KTM-Team Sturm: "Ich bin motiviert, habe gut trainiert und freue mich, dass es endlich losgeht."

Auch Beiers Teamkollege Florian Görner, der noch vor zwei Wochen beim Jugend-Cup in Hilmersdorf als Marschall hinter dem Streckenband stand, fiebert dem Auftakt entgegen. "Seit ich fünf bin und Motorrad fahre, bin ich dort im Off-Road-Club. Da ist es selbstverständlich, beim Absichern und auch beim Streckenaufbau zu helfen. Dennoch bin ich sehr froh, jetzt endlich die Rollen zu tauschen und selbst auf den Kurs zu gehen. Ich kann den Saisonstart kaum erwarten", sagt der Scharfensteiner. Nach einer durchweg guten Vorbereitung fühlt er sich fit: "Ich bin wirklich viel gefahren. Zudem habe ich am Kader-Training des ADAC Sachsen und der Deutschen Motorsport-Jugend teilgenommen, was mir viel gebracht hat." Im letzten Jahr belegte der 20-Jährige in Rehna den Platz 7 in der E3. "Das ist definitiv ausbaufähig", sagt der KTM-Fahrer. "Ein Resultat unter den Top Fünf wäre schon schön."

Aktuell haben knapp über 300 Fahrer für die 68. Geländefahrt "Rund um Rehna" gemeldet, davon entfallen 52 Teilnehmer auf die vier DM-Klassen E1, E2, E3 und Junioren. Das Team Sturm aus Zschopau stellt dort mit neun Aktiven die stärkste Fraktion aus dem mittleren Erzgebirge. Fünf Sportler schickt das Gelenauer Team Fleischer ins Rennen. Zu dessen Aufgebot gehört auch der letztjährige Dritte der E1-Meisterschaft, Jörg Haustein, der wie Beier bereits 2004 die DM-Bühne betrat.

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