"Wir dürfen das auch nicht erzwingen"

Fußball: Landesverband setzt Spielbetrieb für 2020 komplett aus

Marienberg/Lößnitz/Thalheim.

Wirklich überraschend kommt die Entscheidung nicht: Der Sächsische Fußballverband (SFV) hat auch die Dezember-Partien in der Landesliga und -klasse im Bereich von Erwachsenen und Nachwuchs abgesagt. "Die behördlichen Verfügungen lassen in diesem Jahr keine Spiele mehr zu", sagte SFV-Präsident Hermann Winkler am Mittwoch.

Der Trainer des SV Tanne Thalheim rechnete ohnehin damit. "Das fällt nicht vom Himmel", so René Wendler. Auch für seine Landesklasse-Kicker ist derzeit nicht viel mehr drin, als sich individuell irgendwie fit zu halten. "Dabei wäre Kleingruppentraining möglich gewesen, die Voraussetzungen sind da", ärgert er sich. Dass der persönliche Kontakt fehlt, sei schon im Frühjahr ein Kraftakt gewesen. "Das schlägt uns auf den Magen. Zumal keiner weiß, wann es weitergeht."

Eine Etage höher, in der Landesliga, war die Hoffnung auf den Fortgang der Saison größer. "Wir planten intern damit, dass es im Dezember weitergeht", sagt Ronny Rother, Coach des FSV Motor Marienberg. Der Trainingsbetrieb hätte sofort starten können. "Klar würden paar Körner fehlen, aber das Problem hätten alle Teams gehabt." Er hofft auf das Versprechen des SFV, sich bei der Politik für den Amateurfußball stark zu machen. Auch in Marienberg hält sich die Mannschaft individuell fit, Kontakte laufen telefonisch oder über soziale Medien. "Ich denke, unsere Spieler ordnen die Lage richtig ein", so Rother. "Die Gesundheit steht über allem, da muss der Fußball zurückstecken."

Ist der sportliche Werdegang derzeit auch offen, in einem Punkt sind sich alle einig: "Die Hinrunde müssen wir irgendwie über die Bühne bringen", sagt Heiko Junghans, Trainer des Landesligisten FC Lößnitz. "Dann hat jeder einmal gegen jeden gespielt. Das wäre die fairste Grundlage für eine Wertung." Er ist sich aber der Komplexität der Lage bewusst. "Entscheidungsträger will ich aktuell nicht sein." Man mache es nie allen recht. "Wir dürfen das aber auch nicht erzwingen. Fußball, selbst in unserer Liga, ist Freizeitsport. Und der lebt von Geselligkeit, Freude und Zusammensein." Das sei derzeit jedoch nur bedingt gegeben, wenn man im Ehrenamt etliche Verordnungen einhalten und kontrollieren müsse, so Junghans. "Wir haben als Verein eine Verantwortung, der wir gerecht werden wollen." (frgu)

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