WM als Hoffnungsschimmer am Horizont

Gespannt verfolgt derzeit Lynn Fischer die Rennen der internationalen Ski- Elite in Cortina. Gern würde sie es selbst so weit bringen, doch die Alpine-Expertin aus Zschopau steht wegen Corona vor einer ungewissen Zukunft.

Berchtesgaden/Zschopau.

An die großen Erfolge der vergangenen Jahre erinnern derzeit nur die Urkunden und Pokale in der Schrankwand. Da geht es Lynn Fischer wie so vielen anderen Wintersportlern, denn die Corona-Pandemie lässt derzeit keine weiteren Wettkämpfe zu. Doch eins hat die 15-jährige Zschopauerin vielen anderen voraus: Als Kadersportlerin darf sie am Bundesstützpunkt im bayrischen Berchtesgaden wenigstens trainieren.

"Bis 13 Uhr haben wir Schule, das geschieht mit Videokonferenzen. Danach beginnt der sportliche Teil", schildert die Neuntklässlerin ihren Alltag. Entweder bringt der Kleinbus sie und die fünf Trainingskollegen aus ihrer Gruppe zum 1874 Meter hohen Jenner in den Berchtesgadener Alpen, oder der Weg führt zum Götschen. Das Skigebiet in Bischofswiesen liegt zwar weiter entfernt, doch nach 30 Minuten Fahrt bieten sich auch dort tolle Bedingungen. Schnee gibt es viel, Andrang an den Skiliften umso weniger: "Der einzige Vorteil an der Corona-Pandemie ist, dass keine Touristen auf den Pisten unterwegs sind."

Allerdings würde Lynn Fischer mehr Betrieb gern in Kauf nehmen, wenn damit auch der Rest der Normalität zurückkehren würde. Denn ihre derzeit gute Form nutzt wenig, wenn sich damit keine Erfolge einfahren lassen. "Ich bin fit und fühle mich gut", sagt die junge Erzgebirgerin. Nur zeigen kann sie ihre Stärke nicht. Abgesehen von einigen Elite-Rennen, bei denen sie als Vorläuferin auf die Piste durfte, gab es bislang keine Vergleiche. Und die Hoffnung, dass die Saison doch noch irgendwann beginnt, sinkt von Tag zu Tag. "Der Deutsche Schülercup wird immer weiter verschoben", sagt Lynn Fischer, die den Leistungswettbewerb vermisst: "Es lässt sich total schlecht einschätzen, wie gut man ist." Dabei seien solche Standortbestimmungen gerade jetzt wichtig, denn am Ende des Schuljahres stellt sich die Frage, wie es weitergeht.

Ob die letzte am bayrischen Stützpunkt verbliebene Erzgebirgerin ihren Weg Richtung Nationalmannschaft fortsetzen kann, ist ungewiss. "Das weiß ich noch nicht", sagt die 15-Jährige, die wie so viele mit der aktuellen Situation zu kämpfen hat: "Bei allen ist die Motivation weg. Man verliert einfach den Spaß." Am Internat, in das sie im September 2019 eingezogen ist, hilft ihr zumindest der Austausch mit ihren Freundinnen. Und auch die aktuelle Alpine-WM macht der Super-G-Spezialistin zumindest etwas Mut, den Sprung auf die große Bühne vielleicht doch zu schaffen.

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