Zwei Außenseiter hoffen aufs Finale

Was für die Profis das Olympiastadion in Berlin ist, ist für Amateure das Stadion in der Sandgrube in Zschopau. Dort wird am 29. Juni das Endspiel um den Erzgebirgspokal im Fußball ausgetragen. Zuvor heißt es am Sonntag: Aus vier mach zwei.

Neudorf/Königswalde.

Das mit den eigenen Gesetzen und dem Pokal muss nicht mehr erörtert werden. Auch die Favoritenrollen sind klar verteilt, wenn am kommenden Sonntag ab 15 Uhr in den beiden Halbfinalspielen der Ball rollt. Und doch: Pokal ist Pokal.

FC Stollberg - FV Königswalde. Deshalb hört sich Nico Barthold sogar zuversichtlicher an als sonst. "Wir wollen ins Endspiel", sagt der Trainer des FV Königswalde vor der Begegnung beim FC Stollberg ohne Umschweife. Die Tabelle der Erzgebirgsliga, in der die Gastgeber nach 15 Spieltagen mit 36Punkten führen und in der Bartholds Mannschaft mit 4 Zählern das Ende ziert, kennt er. Und doch bleibt Königswaldes Trainer bei seiner Aussage. "Wir fahren nicht nach Stollberg, um das Feld zu räumen. Für uns ist bereits das Halbfinale ein Leckerli, so weit sind wir noch nie gekommen", betont er. Nun wolle seine Elf auch das Halbfinale überstehen, um vielleicht sogar den Pokal zu gewinnen. "Wunder sind schön", sagt Barthold, der allerdings nicht sein bestes Aufgebot zur Verfügung hat. "Loos und Bartl können nicht mitspielen." Auf der anderen Seite hat Stollbergs Trainer Bernd Eichenmülller damit zu tun, seine Jungs am Boden zu halten. "Wir gehen nicht rein nach dem Motto: Die schießen wir mit halber Sohle weg." Königswalde sei ein ernst zu nehmender Gegner. "Das habe ich in Drebach gesehen. Außerdem ist es für die Königswalder die letzte Chance, in dieser Saison noch etwas zu reißen", so Eichenmüller, der "bis auf zwei, drei Urlauber alle an Bord" hat.

SV Neudorf - SV Großrückerswalde. Die Gastgeber dürfen auf die nächste Überraschung hoffen. Denn als Dritter der Kreisliga haben sie gegen den Vierten der Erzgebirgsliga nichts zu verlieren. Und wiederum doch. "Wir sind Außenseiter, wollen aber ins Finale", sagt Trainer Christian Steingräber, dessen Männer mit Neustädtel (3:1), Crottendorf (3:1) und Oelsnitz (4:3) bereits drei höherklassige Mannschaften ausgeschaltet haben. Nun reist Großrückerswalde an, mit Respekt. "In Neudorf kommt neben der starken Offensive die Atmosphäre am Rand dazu. Es wird sicher ein hitziges Spiel", prophezeit Steven Finzelberg als Coach der Gäste, der dem Pokal etwas Spezielles beimisst: "Dort sind es nur fünf Spiele bis zum Titel." Drei davon haben die Kontrahenten erfolgreich gemeistert, nun will jeder den vierten Sieg folgen lassen. Dass Torjäger Clemens Hilbert den Gästen fehlen wird, dürfte den Gastgebern in die Karten spielen. "Personell haben wir keine Sorgen. Wir werden mit aller Macht versuchen, das Endspiel zu erreichen", sagt Steingräber. Anhand von Videomitschnitten hat er sich und seine Elf noch besser als sonst auf das Match vorbereitet.

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