Abstecher in die Natur kommt gut an

Kräuterwanderungen gehören zu den Gutshoffesten am Umweltzentrum. Dabei bahnt sich jetzt ein Wechsel an.

Oberlauterbach.

Noch ein Plätzchen finden am Treffpunkt zur ersten von zwei Kräuterwanderungen vor dem Herrenhaus im Oberlauterbacher Natur- und Umweltzentrum Vogtland (NUZ) ist gar nicht so einfach. Alle Jahre wieder steigen dort am Himmelfahrtstag Gutshoffeste, und die bekommen schon vor der offiziellen Eröffnung viel Zulauf. Auch am gestrigen Donnerstag. Mitten im "Dickicht" fiel eine halbe Stunde nach Beginn der Startschuss zur gut einstündigen Exkursion in die Naturteich-Nachbarschaft.

Wanderleiterin Anita Seifert war erklärtermaßen erleichtert, diesmal mit der Interessenten-Schar nicht allein losziehen zu müssen. Unterstützung kam von Aromatherapeutin, Kräuter- und Wildobstpädagogin Silke Lang (48) aus Plauen. Sie ist dabei, sich einzuarbeiten und wird Anfang Juli die "Geschäfte" von Anita Seifert zum Großteil übernehmen. Die 70-Jährige Fachfrau für heimische Wildkräuter und selbst gemachte, pfiffige Brotaufstriche will kürzertreten, Silke Lang einen Workshop oder Vortrag pro Monat im NUZ anbieten.


Obwohl die Wildkräuter-Vielfalt den Frauen zufolge im Vogtland zurückgeht, fanden sich an Gewässerufern, Weges- und Wiesenrändern genügend Exemplare. Der seltene Wiesenbocksbart zum Beispiel. Anita Seifert beschrieb die Pflanze als "sehr leckeres Buttergemüse". In der Kategorie "Aromatisch" ordnete Silke Lang den Engelwurz ein. Ihn könne man gut kandieren. Andere Pflanzen entfalten Heilwirkung. "Selbst das Gänseblümchen, wo jeder dran vorbeigeht", erklärte Silke Lang. Mädels in der Pubertät riet sie, unreiner Haut mit Gesichtswasser aus den Mini-Blumen zu Leibe zu rücken. Auch an Walderdbeeren, Mädesüß, Gänsefingerkraut und Spitzwegerich kamen die Wanderer vorbei. "Spitzwegerich hilft sehr gut gegen Mücken-, Wespen- und Bienenstiche. Einfach mit Spucke zerkaut drauf legen", gaben Anita Seifert und Silke Lang Tipps. Bestandsabnahmen stellen Seifert und Lang vor allem bei Kräutern fest, die trockene, lichte Grasflächen und nicht oder wenig gedüngte Wiesen brauchen.

Hochbetrieb herrschte gestern bei Musik, Imbissen und an Mitmach-Stationen auf der gesamten Oberlauterbacher Feiermeile. Händler verkauften regionale Produkte und Kunsthandwerk. NUZ-Leiter Jürgen Geiser zeigte sich zufrieden mit dem Besuch. Sein Eindruck: "Das wird jedes Jahr mehr."

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