Band kann das Rocken nicht lassen

Eines der letzten Konzerte im Rodewischer Café Ars Vitae haben am Samstagabend die vogtländische Jule-Band und Rojazz gegeben. Auch für die Bands bringt das Vereinsaus Veränderungen.

Rodewisch.

Mit gemischten Gefühlen schaut Jörg Schönfelder in die Runde. "Es ist doch toll hier", sagt er und meint den Clubraum, in dem er und seine fünf Mitmusiker am Samstaggastiert haben. Für die vogtländische Jule-Band ist das Rodewischer Café Ars Vitae beinahe zweite Heimat. Dort standen sie nach ihrer Neugründung 2018 erstmals wieder auf der Bühne. Das Samstagabendkonzert Seite an Seite mit der ortsansässigen Band Rojazz wird ihr vorletztes an diesem Ort sein. Bevor der Verein Ars Vitae Ende des Jahres endgültig dicht macht, ist noch mal "Spegg-weg-Danz" angesagt.

Verschrieben hat sich die Jule-Band einer ordentlichen Musik-Bandbreite: West- und Ostrock, Oldies, Country, Jazz und Blues bringen die Sechs unters Publikum. Das war nicht immer so. In ihrer ursprünglichen Besetzung von 1988 bis zur Auflösung 1993 machten sie vor allem Tanzmusik. Sich im etwas gesetzten Alter neu zu formieren, hat schon fast Seltenheitswert. Sängerin Tina Spörl ist mit 29 Jahren mit Abstand die Jüngste. "Drei von uns sind über 60", sagte Jörg Schönfelder. "Wir kommen einfach nicht davon los."

Normalerweise interpretiert die Jule-Band Bekanntes auf ihre eigene Art und Weise. Seitdem sie wieder von sich hören lässt, ist weiterhin ein eigener Blues-Titel entstanden. Geschrieben hat ihn Bassist Matthias Herz. Er gehört als einziger zum Jule-Urgestein. Die breite Aufstellung mit Coversongs aus vier Jahrzehnten macht es den Freizeit-Musikern aus Auerbach, Rodewisch und Lengenfeld leicht, Menschen unterschiedlichen Alters zu gewinnen. "Wir haben immer gedacht, das ist nur was für ältere Leute", sagte Jörg Schönfelder. "Bis voriges Jahr: Beim Spegg-Weg-Danz merkten wir, dass unsere Musik auch die Jugend anspricht. Da waren wir ziemlich überrascht."

Zu erleben ist die Jule-Band meist auf vogtländischen Bühnen. Im Falkensteiner Rockkino und bei Stadtfesten zum Beispiel. "Wir reisen aber eher weniger herum und machen viel Insider-Sachen auf Einladung", sagt Keyboarder Jörg Schönfelder. Zehn Auftritte kommen pro Jahr zusammen. Mit Rojazz verbindet die Jule-Band mehr als Begeisterung für Jazz. Zwei Musiker spielen in beiden Formationen.

Wenn am 1. Januar in der ehemaligen Bauarbeiterversorgung Rodewisch (BAV) und dem heutigen alternativen Kulturzentrum sämtliche Lichter ausgehen, trifft es die Band doppelt: Gemeinsam verlieren sie einen Spielort, ihr Sänger und Gitarrist Stephan Walter außerdem seinen Proberaum unter dem Café Ars Vitae. Ersatz ist schon gefunden. "Ich kann bei einem Kollegen proben", sagte er. "Notfalls habe ich noch die Garage."

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