Dank der Leser-Spenden: Simon hat seinen Schwenksitz

Endlich kann der neunjährige Junge selbstständig und ohne Schmerzen ins Familienauto einsteigen. Ein zweiter Wunsch wird hoffentlich bald erfüllt.

Auerbach.

Seit einer Woche ist das Leben für Simon Leine (9) ein bisschen leichter: Der lang ersehnte Hub-Schwenksitz wurde in den familieneigenen Caddy eingebaut. Für den Jungen, dessen Muskeln durch einen Gendefekt geschwächt sind, ist das ein großer Schritt in Richtung Selbstständigkeit. Per Fernbedienung kann er den Sitz ausfahren, absenken, einsteigen und sich dann zurück ins Auto bugsieren lassen. "Das geht ganz leicht", freut sich Simon.

Vater Markus (46) findet die Technik "absolut spitzenmäßig". Das Ganze dauere eine Weile: "Währenddessen kann ich in Ruhe einladen." Die Entlastung sei für alle Beteiligten groß. "Gerade für meine Frau war es kaum noch möglich, Simon ins Auto zu bekommen, das ging extrem über den Rücken", sagt der Vater. Der Sohn wiege inzwischen 45 Kilo: "Und weil sich sein Körper verkrampft, wirkt er noch viel schwerer." Simon selbst hatte beim Hereinheben oft Schmerzen: "Es war schwierig, ihm dabei nicht weh zu tun." Für alle war der Transfer in und aus dem Auto eine Quälerei - die ist nun Geschichte, dank der Spenden der "Freie Presse"-Leser. Im Rahmen der Aktion "Leser helfen" spendeten sie allein für Simon knapp 31.000 Euro. Mehr als genug für den Einbau des Schwenksitzes durch die auf Reha-Automobiltechnik spezialisierte Firma von Matthias Schuster in Zschorlau.

Weitere Umbauten werden dort demnächst erfolgen: Künftig sollen Therapierad und Rollstuhl über eine Rampe ins Auto bugsiert werden können, dazu muss die Rückbank umgebaut und durch Einzelsitze ersetzt werden. "Das sollte eigentlich längst passiert sein - bestimmte Teile sind aber noch nicht lieferbar", sagt Vater Markus Leine. Er wollte aber mit dem Dank an die Leser nicht länger warten: "Wir sind immer noch ganz überwältigt und überrascht von der hohen Spendensumme und der Anteilnahme. Das war phantastisch." Viele Menschen hätten ihm geschildert, dass es für sie sehr wichtig sei, ganz speziell und persönlich Simon helfen zu können, und nicht für ein "allgemeines Thema" zu spenden. Er fühle angesichts der Welle der Hilfsbereitschaft "Demut", sagt der Familienvater. Die Spendensumme reicht für weitere Hilfsmittel, die Simon benötigt, und die von den Kassen nicht bezahlt werden - zum Beispiel für eine besondere Therapie-Schwimmweste.

Bisher wird Simon per Familienauto etwa zur Therapie ins Bad nach Zwota oder zum Tanzkurs gebracht, während er sonst meist mit einem kleinem Bus zur Schule in Limbach kommt. Ab September wird er dann jeden Tag morgens und abends im Caddy gefahren, dann lernt er im Rodewischer Gymnasium. Vorher gehts schon mal auf Urlaub nach Potsdam - hoffentlich schon mit Rampe für Simons "Fuhrpark".

 


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