"Heile Welten" lassen Galerie Besucherrückgang verschmerzen

In der Nicolaikirche Auerbach endet am Sonntag eine der erfolgreichsten Ausstellungen der letzten Jahre. Wie die Göltzschtalgalerie daran anknüpfen will.

Auerbach.

Mit dieser Ausstellung hat die Göltzschtalgalerie einen Volltreffer gelandet: "Heile Welten" mit naiver Malerei von Olaf Ulbricht hat der Nicolaikirche Auerbach eine erfolgreichsten Ausstellungen der letzten Jahre beschert. In punkto Besucherzuspruch, vor allem aber in kommerzieller Hinsicht, sagt Leiterin Romy Hartwig.

Von 85 Arbeiten, die seit Anfang November in Auerbach zu sehen sind, wurden 19 verkauft. "Da muss ich schon zehn Jahre zurückgehen, um eine vergleichbar erfolgreiche Schau zu finden", sagt Hartwig. Bei Preisen zwischen 450 und 1500 Euro pro verkauftem Bild trügen die Einnahmen "nicht unerheblich" zu den Eigenmitteln bei, die die Einrichtung der Vogtland Kultur GmbH jedes Jahr erwirtschaften muss. Immerhin könne die Galerie pro Bild 30 Prozent vom Verkaufspreis einbehalten.

Welche Eigenmittel-Erwirtschaftungs-Quote die Kultur GmbH von ihren Einrichtungen erwartet, dazu hält sich Helmut Meißner, Geschäftsführer des vogtländischen Kulturbetriebes, bedeckt. Selbst neu im Amt, müsse er sich dazu noch den Überblick verschaffen, gesteht er "Freie Presse" und deutet an, dass er mit Auerbachs Kulturkirche nicht unzufrieden ist - trotz leicht rückläufiger Besucherzahlen. Danach wurden 2018 für die verschiedenen Veranstaltungsformate der Nicolaikirche 8617 Besucher gezählt, ein Rückgang zum Vorjahr um sieben Prozent, bilanziert Meißner.

Romy Hartwig erklärt den Rückgang unter anderem mit elf Veranstaltungen weniger, die 2018 im Haus stattfanden. Und dem Hitzesommer, in dem manch potenzieller Besucher Garten oder Freibad offenbar attraktiver fand als Kleinkunst in der Galerie.

Und so werden weiter Konzerte, Kabarett, Multi-Media-Vorträge und Ausstellungen das Programm der Auerbacher Kulturkirche prägen. Dazu eigene Veranstaltungen wie die Modemesse "Ladies Night" , der Hobbymarkt "Einzig-Artig" und der Auerbacher Jazz- und Bluesherbst in Zusammenarbeit mit dem Jazzklub, die auch überregional Publikum ziehen. Überdies sei die Göltzschtalgalerie für Hochzeiten und Einmietungen wie Familienfeiern gefragt, zählt Romy Hartwig auf. "Nicht zu vergessen unser Probenkeller, der derzeit von zwei Bands genutzt wird, und Angebote wie der Klöppelzirkel und der Töpferkurs."

Der Ausstellungskalender ist bis zum Jahresende durchgeplant. Auf Ulbrichts "Heile Welten" folgt Mitte Februar eine Ausstellung mit Arbeiten der vielseitigen Biggi Hopp - hierzulande noch besser bekannt als Birgit Kraneiß. Die ehemalige Grünbacherin, die mittlerweile in St. Egidien im Zwickauer Land lebt, stellt ihre "Komischen Vögel" in vielerlei Gestalt aus. Auch die Karikaturen-Ausstellung "Sommercartoon" gibt es 2019 wieder.

Aus dem Programm für das erste Halbjahr hebt Romy Hartwig zwei Veranstaltungen hervor: Am 23. Februar liest Christian Steyer aus Peter Hacks' Kinderbuch "Das musikalische Nashorn". Steyer ist nicht nur Musiker und Schauspieler, sondern auch die Stimme aus der MDR-Serie "Elefant, Tiger und Co." Zudem 1946 in Falkenstein geboren. "Der Vorverkauf läuft prima", freut sich Hartwig.

Neuland ist der "Blaulicht-Tag" am 20. Februar, der Feuerwehr zum Anfassen bieten soll und sich speziell an Kinder richtet. Aber auch der passt ins Profil, denn Kinderveranstaltungen - von Kino über Basteln bis Musikschulkonzerte - gehören zum Programm der Nicolaikirche.

Göltzschtalgalerie Nicolaikirche Auerbach, Alte Rodewischer Straße 2. Geöffnet mittwochs bis freitags, 11 bis 18 Uhr, samstags und sonntags, 14 bis 18 Uhr, sowie zu Veranstaltungen. Eintritt in die Galerie frei.

goeltzschtalgalerie-nicolaikirche.de

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