Neues Invest-Programm: Auerbacher Schulen profitieren

Knapp 900.000 Euro kann die Stadt aus einem Bundestopf abschöpfen. Nebst einem Hortneubau für die Grimmschule soll auch in der evangelischen Schule Reumtengrün der Brandschutz verbessert werden.

Auerbach.

Dass der Bund in die Schulinfrastruktur investieren will, wussten die Kommunen schon seit 2016. Weil aber das Kabinett in Dresden die entsprechende Verwaltungsvorschrift erst kurz vor Ferienbeginn beschlossen hatte - ein halbes Jahr später als vorgegeben - war jetzt Eile geboten. Denn bis zum 17. August müssen die Projekte über die Landkreisverwaltung eingereicht werden. Der Auerbacher Stadtrat hat deshalb am Montag eine Sondersitzung abgehalten, um den Weg dafür frei zu machen.

Knapp 900.000 Euro umfasst die Summe, die Auerbach hierbei für die Schulinfrastruktur abschöpfen kann. Da es sich um eine 75-prozentige Förderung handelt, steht mit Eigenmitteln eine Investitionssumme von knapp 1,2 Millionen Euro zur Verfügung. Die sollen zu drei Vierteln in die Grundschule Gebrüder Grimm fließen. Laut Schulamtsleiter Knut Kirsten geht es in dem über hundertjährigen Schulhaus schon seit längerem eng zu, zudem sei die Aula optisch in einem desolatem Zustand. Die Lösung: Der Hort soll aus dem unterem Geschoss in einen benachbarten Neubau ziehen. Damit würde zum Beispiel Platz für ein ordentliches Computerkabinett in Klassenstärke entstehen. Bisher verfügt die einzügige Schule mit rund 80 Schülern nur über acht PC-Arbeitsplätze. Mit dem Hortneubau ließe sich zudem die Heizungsanlage der Schule zu einer zentralen für beide Gebäude erneuern. Kosten insgesamt: knapp 880.000 Euro.

Mit den verbleibenden 300.000 Euro soll das ebenfalls über hundertjährige Gebäude der evangelischen Grundschule Reumtengrün brandschutztechnisch auf Vordermann gebracht werden. Laut Kirsten bestehen hierzu entsprechende Auflagen. Bereits im Herbst werde mit der vorgezogenen Dachsanierung begonnen. Später müssten noch Türen ausgewechselt und zusätzliche Fluchtwege angelegt werden.

Die Stadträte lobten die Pläne durchweg, vereinzelt bestehen jedoch Zweifel, ob das Geld für beide Vorhaben reicht. Bauamtsleiter Patrick Zschiesche erläuterte, dass die Kostenschätzungen durchaus realistisch seien, sie sich angesichts der jüngsten Entwicklungen auf dem Baumarkt aber trotzdem anders gestalten könnten. Das Projekt Grimmschule habe insgesamt Priorität, stellte er klar.

Das Investprogramm für die Schulinfrastruktur sei an sich eine gute Sache, lobt Klingenthals Bürgermeister Thomas Hennig (CDU), der zudem Vorsitzender des Sächsischen Städte- und Gemeindetages im Vogtlandkreis ist. Allerdings kritisiert er die Rahmenbedingungen. So sei beispielsweise von vornherein vorgesehen, dass nicht alle Kommunen profitieren. Im Vogtlandkreis hätten daraufhin sieben freiwillig verzichtet. Neben Falkenstein, Steinberg und Ellefeld aus dem Auerbacher Einzugsgebiet seien dies Oelsnitz, Bad Brambach, Elsterberg und Weischlitz. Hinzu komme, so Hennig weiter, dass den Kommunen nach Bekanntwerden der definitiven Koordinaten nur wenig Zeit blieb, mögliche Projekte antragsreif zu bekommen. Obendrein sei dieses Zeitfenster exakt in die Sommerpause der kommunalen Gremien gefallen.

Für den Vogtlandkreis fallen aus dem Programm insgesamt 11,6 Millionen Euro ab, 6,4 Millionen davon werden an die Kommunen weiter gereicht, die restlichen 35 Prozent sind für Einrichtungen des Landkreises gedacht.

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