Ohrenbeißer soll Treuens Sympathieträger werden

Auch nach dem Weihnachtsfest gibt's in Treuen Geschenke. Jedenfalls für alle, die beim Adventskalender mitgemacht haben.

Treuen.

Die Geschichte vom Ohrenbeißer hat in Treuen wohl jeder schon gehört - sei's als Überlieferung, sei's als Beschimpfung, die man einstecken musste. Schriftlich überliefert ist die Begebenheit nicht, was angesichts der wenig schmeichelhaften Bezeichnung nachvollziehbar scheint. Doch jetzt unternimmt der Verein "Aktiv für Treuen" den Versuch, der Geschichte eine positive Bedeutung zu geben: Der Ohrenbeißer soll zum Maskottchen, zum Sympathieträger für Treuen werden.

Die Initiative, die mit Aktionen wie dem Stadtpicknick oder dem Adventskalender das wirtschaftliche und kulturelle Leben in Treuen fördern möchte, hat als Präsent für die Adventskalender-Aktion 2019 einen Schlüsselanhänger anfertigen lassen, den ein Einkaufswagenchip mit einer Abbildung des Treuener Ohrenbeißers ziert. "Klein, aber pfiffig - so könnte man die Geschichte um den Hänfling aus Treuen auch deuten", sagt Bürgermeisterin Andrea Jedzig (EK/CDU-Mitglied), weshalb "Aktiv für Treuen" den Ohrenbeißer als Maskottchen für die Trebastadt auserkoren hat.

Im Schatten deutlich größerer Städte wie Auerbach, Reichenbach oder Plauen, sei Treuen "der Kleine, der sich zu helfen weiß", erläutert Stadtsprecher Philipp Kober die Idee, die hinter dem Vorstoß von "Aktiv für Treuen" steckt.

Dass damit ältere Treuener Probleme haben könnten, räumt die Bürgermeisterin ein. "Aber die Jüngeren gehen damit locker um", verweist sie auf den Erfolg, als die Ohrenbeißer-Geschichte voriges Jahr als Laienspiel aufgeführt wurde. Das habe den Ausschlag gegeben, es mal zu versuchen, dem Ohrenbeißer zu einem besseren Image zu verhelfen.

Der "Treuener Ohrenbeißer" als Schlüsselanhänger ist ab 2. Januar im Rathaus erhältlich. Voraussetzung sind eine mit mindestens zehn Stempeln gefüllte Bonuskarte des Adventskalenders und das Lösungswort.


Ein Treuener mit Biss

Die Bezeichnung "Treuener Ohrenbeißer" geht auf eine Begebenheit zurück, die sich beim Tanz in den Veitenhäusern zugetragen haben soll. Wegen eines Mädchens seien sich ein Schreiersgrüner und ein Treuener in die Haare geraten. Weil der Schreiersgrüner eher kräftig, der Treuener eher schmächtig war, wusste sich der Hänfling aus Treuen bei der Rangelei wohl nur so zu helfen, dass er seinem Kontrahenten ein Stück vom Ohr abbiss. So behielt er die Oberhand im Kampf - und die Treuener hatten ihren Spitznamen weg. Weil der "Treuener Ohrenbeißer" von anderen Vogtländern als Schimpfwort gebraucht wird, hören ältere Trebastädter die Bezeichnung nicht gerne. Frei nach dem Motto "Man muss sich nur zu helfen wissen", soll der Ohrenbeißer eine positive Deutung erfahren. (how)

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