Reitlehrerin möbelt Brache in Dorfstadt zum Reiterhof auf

Wo früher Aschetonnen gebaut wurden, trainieren heute Reiter. Die Betreuung liegt in den Händen zweier Frauen, die sich jeweils auf ein Fachgebiet im Umgang mit Pferden spezialisiert haben.

Falkenstein.

Mit einer Folie hat Franziska Wieczorek vor kurzem das Dach ihrer Reithalle im Falkensteiner Ortseil Dorfstadt abdichten lassen. Das war eine der letzten größeren Arbeiten, die notwendig waren, damit die 32-jährige Reittrainerin Mensch und Tier auf ihrem Pferdehof "Pferde Sport Stadt" gute Bedingungen bieten kann.

Vor vier Jahren aus einer Insolvenz heraus gekauft, hat sie die rund 9000 Quadratmeter große Fläche des ehemaligen Metallwerkes an der Lauterbacher Straße seitdem gehörig aufgemöbelt. Auf den Aufbau eines Holzstalls (2015) folgte im Vorjahr der Abriss des Trafohauses. Außerdem haben die Trainerin, Firmen und ihre Helfer den Reitplatz angelegt sowie Boxen im Stall eingerichtet. Finanziert hat die junge Frau das aus der eigenen Tasche und mit Unterstützung der Eltern. Sie schätzt, dass sie in das Projekt bisher über 150.000 Euro investiert hat.


Eine von der Stadt Falkenstein 2015 in Aussicht gestellte Förderung für den Abriss der alten Industriegebäude platzte, weil "ich mit meinen Vorhaben nicht dafür geeignet war", so Franziska Wieczorek. Mit dem Geld wollte sie das Trafohaus und einen Schornstein abreißen lassen. Die Esse steht noch. "Und das wird sie noch eine ganze Weile, weil sie niemanden stört", sagt Franziska Wieczorek. Eine ehemalige Produktionshalle hat sie zur Reithalle umfunktioniert. Dort kann die Trainerin den meist jungen Reitsportlern gute und vor allem trockene Trainingsbedingungen bieten. In den Ställen stehen meist rund 20Pferde. Etwa die Hälfte der Tiere gehören Franziska Wieczorek, die andere sind Pensionspferde.

Als Glückfall bezeichnet es die Inhaberin der Pferdehofes, dass sie seit vergangenem Sommer mit der Pferdewirtschaftsmeisterin Stefani Herold-Müller zusammenarbeiten kann. Die Frauen verstehen sich nach eigenen Worten sehr gut. Stefani Herold-Müller betrieb von 2009 bis Juni 2016 in Rebesgrün einen Pferdehof, bevor sie ihn aus familiären Gründen schließen musste. "Meine Reitschüler und Pferde sind mit nach Dorfstadt umgezogen", sagt die 29-Jährige.

Neben dem guten Verständnis der Frauen untereinander ergänzen sie sich durch ihre unterschiedlichen Ausbildungen in der Arbeit. Franziska Wieczorek hat die Trainer-C-Lizenz. Das bedeutet, dass sie Jugendliche im Springreiten und der Dressur unterrichten, auf Wettbewerbe vorbereiten und dabei betreuen kann. Pferdewirtschaftsmeisterin Stefanie Herold-Müller bringt das nötige Wissen im Umgang mit Pferden mit und kann auch Lehrlinge ausbilden. Ihr macht die Arbeit in Dorfstadt viel Spaß. Das kommt nicht von ungefähr. Immerhin kennen sich die Frauen über sechs Jahre.

Die Beiden bieten neben den Reitstunden wochentags Reiterferien in den Winter-, Herbst und Sommerferien an. Dabei sorgen sie dafür, dass die Kinder und Jugendlichen von Anfang an einen engen Kontakt zu den Pferden haben. "Putzen gehört dazu. Manchmal holen die Kinder die Tiere mit einem Begleiter von der Koppel ab, putzen sie vor dem Training oder vor den Wettbewerben", erklärt Franziska Wieczorek.

Kontakt Pferd Dorf Stadt Franziska Wieczorek. Telefon: 0172 4718905

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