Reumtengrüner Freibad will eigene Wasserretter ausbilden

Als ihr Sohn schwimmen lernte, erinnerte sich eine Falkensteinerin an ihre Zeit als Rettungsschwimmerin. Und will nun selbst den Nachwuchs schulen.

Reumtengrün/Falkenstein.

Jeden Mittwochabend treffen sich im Reumtengrüner Freibad zunächst Kinder und Jugendliche bis 15, anschließend die Älteren, zum Schnupperkurs für angehende Rettungsschwimmer. Die Idee dazu stammt von Jana Schumann (36) aus Falkenstein. "Wir wollen erst mal in kleinem Rahmen anfangen und schauen, wer Spaß daran hat", berichtet sie. Zum ersten Termin vergangene Woche kamen sieben Kinder und zwei Erwachsene, diesen Mittwoch sollen es deutlich mehr werden.

Offiziell ausbilden darf Jana Schumann noch nicht, weil ihr der erforderliche Abschluss fehlt. Den wollte sie im Frühjahr erwerben - Corona vereitelte dies in letzter Minute. Sie will den Kurs nun so schnell wie möglich nachholen. Im Januar soll die Rettungsschwimmer-Ausbildung starten, dann natürlich vor allem mit Dingen, die man auch im Trockenen üben kann: Erste Hilfe, Befreiungsgriffe, Knoten und ähnliches. Einmal pro Monat gehts dann ins Hallenbad, entweder nach Plauen oder nach Zwickau. Im nächsten Sommer könnten die Prüfungen im Freibad absolviert werden. Alles soll über den Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) laufen - das ist Jana Schumanns Arbeitgeber. "Es geht auf keinen Fall darum, etwa eine Konkurrenz zur Wasserwacht des DRK in Brunn aufzubauen", betont die Falkensteinerin. "Dort bin ich ja selbst aufgewachsen, habe meinen Rettungsschwimmer gemacht."

Als ihr Sohn vor zwei Jahren in Reumtengrün schwimmen lernte, beschloss sie, die Qualifikation aufzufrischen: "Ich hatte ja 20 Jahre nichts mehr gemacht in dieser Hinsicht." Ihr Sprößling gehört inzwischen zu den Wasserballern von Ulrich Mikulcak. Urgestein Mikulcak ist einer der Rettungsschwimmer, die derzeit den Badebetrieb in Reumtengrün absichern. Außerdem engagieren sich ein Sportlehrer in Rente, zwei Sportstudentinnen und Schwimmmeisterin beziehungsweise Schwimmmeister aus Treuen und Lengenfeld. Jana Schumann will dazu beitragen, dass es bald deutlich mehr potenzielle Retter am Beckenrand gibt. "Den Junior-Retter-Pass kann man schon mit zehn Jahren erwerben", berichtet sie. Das Rettungsschwimmer-Abzeichen sei in Bronze ab 12, in Silber ab 15 und in Gold ab 16 zu bekommen. "Als Rettungsschwimmer kann man mit 18 allein eingesetzt werden, als Assistent schon ab 14." Alle zwei Jahre muss das Ganze aufgefrischt werden. Es gibt also immer viel zu tun für angehende Retter. Um die Kosten zu decken, die für Flossen, Rettungsdummys, Eintrittsgelder und ähnliches anfallen, soll von den Teilnehmern ein Beitrag erhoben werden -pro Jahr rund 25 Euro für Kinder, 50 für Erwachsene, schätzt Jana Schumann: "Mehr auf keinen Fall."

Beim Verein Wasserfreunde Reumtengrün, der das Freibad betreibt, ist die Freude über das Engagement der Falkensteinerin groß. "Wir haben jedes Jahr Probleme, genügend Rettungsschwimmer zu finden, um die komplette Öffnungszeit abzusichern - das ist ja Voraussetzung", sagt Schatzmeisterin Martina Anders.

Interessenten können sich in der Badesaison jeweils mittwochs im Freibad Reumtengrün einfinden: Kinder und Jugendliche bis 16 um 18 Uhr, die Älteren 19 Uhr.

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