Rodewischer Gymnasiasten "adoptieren" ihre Schule

Kurz vor Ferienbeginn haben Schüler des Pestalozzi-Gymnasiums vom Preisgeld für eine Projektidee erfahren. Nach der Sommer-Auszeit geht es an die Umsetzung.

Rodewisch.

Den Anblick des Johann-Heinrich-Pestalozzi-Gymnasiums sind die Rodewischer gewohnt. Dabei hat die Schule architektonisch einiges zu bieten. Das finden Acht- und Elftklässler, die dort lernen. Mit ihrer Bewerbung für das Landesprogramm "Pegasus - Schulen adoptieren Denkmale" landeten sie jetzt einen Treffer. Die Projektidee kam beim Sächsischen Kultusministerium in Dresden dermaßen gut an, dass es für die Umsetzung 500 Euro gab. Preisgelder dieser Größenordnung gingen insgesamt drei ins Vogtland. Sachsenweit hatten 35 allgemein- und berufsbildende Schulen Bewerbungen eingereicht.

Die 25. Pegasus-Ausgabe war für die Rodewischer Gewinner der Einstieg in den Denkmal-Wettbewerb. Ein passendes Adoptionsobjekt zu finden, gestaltete sich relativ einfach: Ihr Lernort feiert nächstes Jahr seinen 90. Geburtstag, er steht unter Denkmalschutz, und der Bauhaus-Stil findet sich wohl nirgendwo anders in Rodewischs Gebäudelandschaft. Das vermuten zumindest die Projektleiterinnen Katrin Arndt und Heike Geldner. "Zurück zur Sachlichkeit - Farbe, Form und Funktion am Johann-Heinrich-Pestalozzi-Gymnasium Rodewisch" heißt das Projekt ihrer Acht- und Elftklässler.


Die Jüngeren leisteten noch im aktuellen Schuljahr einen praktischen Beitrag. Nach ausgiebigem Betrachten und Ablichten der Bausubstanz verewigten sie das stattliche Gebäude per Radierung und Wachskratztechnik auf Papier. Zur Wahl standen zwei Kunstrichtungen: Expressionismus und Impressionismus. "Ich fand es schön, dass es beim Zeichnen nicht so perfekt zu sein brauchte", sagt Felix Mende. Weniger ins Detail gehen zu müssen, fand auch Annika Meichsner klasse. Die Arbeiten der beiden 14-Jährigen Schüler und ihrer Klassenkameraden sollen Eingang in einen Kalender, Flyer und die Jubiläumsausstellung 2020 finden.

Im nächsten Schuljahr sind die jetzigen Elftklässler am Zug. Dann startet das Projekt richtig. Bis auf einige Anregungen arbeiten die angehenden Abiturienten eigenständig. Von Fachleuten Ratschläge einzuholen, ist erlaubt. Das Ergebnis soll sich vielschichtig gestalten: Vorgesehen ist unter anderem, Gäste zum Tag des offenen Denkmals Anfang September und beim Jubiläumsfest durch die Schule zu führen. Außerdem sollen eine Dokumentation zur Baugeschichte und ein Gestaltungskonzept für das Foyer am Schuleingang entstehen. Das Projektteam hofft, mit den 500 Euro Preisgeld hinzukommen. Denn manches ist mit Kosten verbunden.

Das Adoptionsprojekt hat Katrin Arndt zufolge den Zweck, sich eingehender mit Architektur, Farbbedeutung und dem gewählten Kulturdenkmal zu beschäftigen. Außerdem helfe es dabei, ästhetisches Wertebewusstsein, Kommunikations- und Problemlösungskompetenzen auszuprägen. "Wir haben mit dem Schulgebäude im Bauhaus-Stil schon ein Alleinstellungsmerkmal", sagt die Kunstlehrerin. "Meine Eltern sind in den 1950er Jahren hier zu Schule gegangen. Das war damals etwas Besonderes."

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