Rodewischer überrascht bei Gewichtheber-EM

Raphael Friedrich übertrifft im ersten Juniorenjahr alle Erwartungen. Jetzt hat er die Chance auf die Teilnahme an einem noch größeren Wettkampf.

Rodewisch/Bukarest.

Platz 10 im Zweikampf wäre ein Topergebnis, orakelte Arne Hartenberger, der vogtländische Regionaltrainer, vor der Premiere Raphael Friedrichs bei den Junioren-Europameisterschaften der Gewichtheber. Doch der 18-Jährige von der TSG Rodewisch sorgte bei seinem Wettkampf am Donnerstagabend in Bukarest einmal mehr dafür, dass sich selbst kühne Optimisten überrascht die Augen rieben. 327 Kilogramm im Zweikampf, für Friedrich persönliche Bestleistung, bedeuteten den vorher nicht für möglich gehaltenen sechsten Platz in der 89-Kilogramm-Klasse.

"Genau ein Jahr nach seinen letzten Jugend-Europameisterschaften, bei denen er noch einmal Bronze geholt hatte, ist Raphael nahtlos bei den Junioren angekommen. Der Junge ist einfach unglaublich!", feierte Hartenberger seinen Sportler, der inzwischen am Olympiastützpunkt in Chemnitz trainiert und dort auch zur Schule geht.

Nicht nur im Zweikampf kam Raphael Friedrich auf eine Last, die er nie zuvor gehoben hat. Um 12 Kilogramm verbesserte er in der rumänischen Hauptstadt seinen Wettkampfrekord. Auch im Reißen mit 147 Kilogramm und im Stoßen mit 180 Kilogramm kam er auf Leistungen, die er nie zuvor in einem Wettkampf zur Hochstrecke gebracht hatte. Im Reißen scheiterte er in seinem dritten Versuch knapp an 150 Kilogramm, was in dieser Disziplin in der Endabrechnung Platz 8 bedeutete. Die 180 Kilogramm im Stoßen brachten dem Rodewischer Platz 6 ein - und das als einer der jüngster Heber des gesamten Feldes gegen bis zu drei Jahre ältere Athleten.

Im Vorfeld der Europameisterschaften hatte Raphael Friedrich seine Zweikampfbestleistung im Training auf 320 Kilogramm gesteigert. "Wenn er die in Bukarest schafft, bin ich happy", sagte Arne Hartenberger noch vor wenigen Tagen, wohl wissend, dass sein Ausnahmesportler immer dafür gut ist, im Wettkampf über sich hinauszuwachsen. Mit dem Ergebnis vom Donnerstag zählt der 18-Jährige, der bei der EM vom Chemnitzer Stützpunkttrainer Peter Hruby betreut wurde, auch zu den aussichtsreichen Kandidaten für die im März folgenden Junioren-Weltmeisterschaften.

Während in Bukarest Friedrichs Eltern auf den Zuschauerrängen mitfieberten und feierten, war in der Rodewischer Trainingshalle ordentlich Party. "Wir haben Raphaels Wettkampf auf einer Großbildleinwand verfolgt. Ich hatte vor allem auch unsere Jüngsten eingeladen, damit sie mal sehen, wohin konzentriertes Training führen kann. Die rund 25 Mann haben ordentlich Stimmung gemacht", versichert Arne Hartenberger. Dass dem vogtländischen EM-Helden bei seiner Rückkehr in die Heimat ein gebührender Empfang bereitet wird, versteht sich von selbst.

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