Weltcup-Zirkus sorgt für 3000 Übernachtungen

Das Sportereignis in Klingenthal füllt die Betten im gesamten Vogtland. Für die Beherbergungsbetriebe ist der Weltcup aber viel mehr als nur ein gutes Geschäft.

Grünbach/Bad Elster.

Wenn es gewünscht wird, dann serviert er auch spätabends noch eine Roulade: Steffen Manthey vom Bayerischen Hof in Grünbach weiß, wie er seine Gäste am Weltcupwochenende glücklich macht. "Es sind Menschen, die andauernd unterwegs sind und jede Woche in einem anderen Hotel übernachten. Deshalb schätzen sie es familiär." Manthey und sein Team haben deshalb bei ihren Stammgästen im Weltcup-Tross einen dicken Stein im Brett. Die MDR/ARD-Journalisten und Techniker der TV-Übertragung - allen voran Co-Moderator Dieter Thoma - waren am Wochenende wiederholt Gäste im Bayerischen Hof. Insgesamt 25 Betten belegten die Fernsehleute, die seit drei Jahren in Grünbach absteigen. "Ganz normale Menschen, die einfach cool drauf sind", sagt Steffen Manthey und freut sich, dass er Teil dieses Ereignisses sein darf: Hintergründe erfährt, Zwischentöne mitbekommt oder mit interessanten Persönlichkeiten per Du ist.

Weltcups in Klingenthal sind nicht nur für Fans Festtage. Auch die Hoteliers im Vogtland genießen das Flair, wenn Athleten und Offizielle in ihren Häusern zu Gast sind. Dieses Gefühl, so zeigt der kleine Rundruf der "Freien Presse", werten manche sogar höher als den wirtschaftlichen Nutzen. Aber auch der ist fürs Vogtland gewaltig. Allein am vergangenen Weltcupwochenende sorgte der Tross der Sportler für 3000 Übernachtungen. Medienvertreter kamen noch obendrauf. Vom VSC Klingenthal als Veranstalter wurden rund 600 Betten gebucht. " Hotels im ganzen Vogtland waren belegt, von Bad Brambach über Bad Elster, Markneukirchen, Zwota, Klingenthal, Falkenstein", zählt Alexander Ziron, Geschäftsführer des VSC Klingenthal, auf. Er beziffert den Wert der Übernachtungen auf knapp 250.000 Euro.

"Es ist in jedem Fall ein gutes Geschäft", sagt Mark Labbow vom Waldhotel Mühlleithen, in dem rund 100 Weltcup-Teilnehmer untergebracht waren. Traditionell wohnte im Haus des VSC auch die deutsche Mannschaft. "Für uns ist ein Weltcupwochenende aber auf jeden Fall auch etwas Besonderes", sagt Labbow. Und auch im Waldhotel kennt man sich. Nein, aufdringlich sei man selbstverständlich nicht. Aber es würden sich natürlich immer wieder Gelegenheiten für einen Plausch ergeben, sagt der Hotelchef. Einen guten Draht hatte er über all die Jahre zum ausgeschiedenen Skisprung-Bundestrainer Werner Schuster. "Aber auch die anderen sind alle sehr aufgeschlossen."

Eine feste Adresse für Weltcup-Übernachtungen ist auch das Hotel König Albert in Bad Elster. 60 Gäste aus dem Tross, darunter viele Funktionäre, hatten Hoteldirektor Marc Cantauw und sein Team zu Gast. Sie mischten sich im Hotel unter die Urlauber. "Extras gibt es keine", sagt Cantauw. "Das wollen die Sportler auch gar nicht. Das sind Menschen wie du und ich." Doch vor allem für die anderen Gäste sei es schon etwas Besonderes, wenn die norwegische Skisprungmannschaft oder wie am Wochenende die slowenische am Nachbartisch frühstückt. "Da gibt es natürlich auch mal Autogrammwünsche", berichtet Cantauw - ohne, dass es für irgendjemanden dabei unangenehm würde. Cantauw selbst hat sich auch schon in Klingenthal unters Publikum gemischt und die Atmosphäre genossen. Über eines staunt er dabei immer wieder: das von so einer Schanze jemand runterspringt. "Ich würde da niemals runterspringen", sagt er - und lacht herzlich.

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