Neue Forstschule soll 2022 fertig sein

Am Freitag sind in Bad Reiboldsgrün die Pläne für die 25-Millionen-Investition vorgestellt worden. Mit der neuen Ausbildungsstätte im Vogtland will der Freistaat bundesweit Maßstäbe setzen. Ein wichtiger Termin ist noch offen.

Bad Reiboldsgrün/Dresden.

Der morbide Charme von Sachsens erster Lungenheilanstalt Bad Reiboldsgrün ist faszinierend: 1888 wurde die Anlage in Betrieb genommen, später diente sie der Psychiatrie Untergöltzsch als Außenstelle, seit einigen Jahren steht sie leer. Mondän wirkt sie trotzdem noch. Und der Freistaat will künftig an diesem Ort in Auerbachs reizvollen Höhenlagen wieder Maßstäbe setzen: Für 25 Millionen Euro soll hier bis Sommer 2022 eine der modernsten Forstausbildungsstätten in ganz Deutschland entstehen.

Bei einem Vor-Ort-Termin waren sich darin am gestrigen Freitag alle Beteiligten einig. Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) sprach von einer "guten sächsischen Tradition", wenn historische Bausubstanz zu einem "Top-Standort von exzellenter Qualität" ausgebaut werde. Klotzen statt kleckern, laute in Reiboldsgrün das Motto.


Trotz der Ambitioniertheit des Projektes lässt sich nicht vom Tisch wischen, dass es seit Jahren angekündigt und immer wieder verschoben wurde und auch jetzt offenbar noch nicht feststeht, wann die Bagger auffahren. Heike Krenkel, Niederlassungsleiterin des Staatsbetriebes Sächsisches Immobilien- und Baumanagement in Zwickau - kurz: SIB - sprach vom Baustart im Juli, nannte aber kein konkretes Datum. Vor gut einem Monat hatte der CDU-Landtagsabgeordnete Sören Voigt den gestrigen Termin als Spatenstich angekündigt, dies kurz vorher aber revidieren müssen.

Dabei drängt die Zeit: Der bauliche Zustand am bisherigen Forstschul-Standort in Morgenröthe-Rautenkranz sei prekär, betonten die Leiter Toni Eßbach und Thomas Neidhardt. Der Bau sei deshalb "ein Segen". 136 angehende Forstwirte in drei Jahrgängen würden aktuell überbetrieblich und theoretisch ausgebildet, darunter neun Prozent Frauen, die zudem separate Umkleideräume benötigten.

Zudem steige die Zahl der Lehrlinge: Denn neben den acht Ausbildungsbetrieben des Sachsenforstes würden auch immer mehr private Unternehmen oder Kommunen Forstwirte ausbilden lassen. Insgesamt gibt es landesweit derzeit 18 Betriebe, die ihre Lehrlinge in die zentrale Forstschule schicken. Bei 60 pro Jahrgang sei jedoch auch künftig am neuen Standort das Maximum erreicht, heißt es.

Für die neue Schule sollen das ehemalige zentrale Kurhaus und das einstige Casino um einen Neubau ergänzt werden und somit ein Dreier-Ensemble bilden.

Unterzubringen sind nebst den Unterrichtsräumen auch Wohnheim und Versorgungszentrum. Im ehemaligen Schwesternheim, etwas abseits, soll ein Fortbildungstrakt mit weiteren Übernachtungsmöglichkeiten entstehen. Ein Bereich, der künftig "deutlich ausgebaut werden soll", erklärte Eßbach, weil die "Schadsituation im Wald" mehr Fortbildung notwendig mache.

Zusammen bilden die drei historischen Häuser und der Neubau das Baufeld A. Baufeld B - zwischen Zufahrt und historischem Ensemble - umfasst ausschließlich Neubauten, insbesondere für die praktische Ausbildung.

Mit einer großen Maschinenhalle beispielsweise komme man den Anforderungen moderner Forstwirtschaft nach, betonte Toni Eßbach. Derartige Erweiterungsmöglichkeiten seien in Morgenröthe aufgrund der Hanglage ausgeschlossen gewesen.

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