Farbenfrohe Skulptur sorgt für allerlei Gesprächsstoff

Kaum war das Kunstwerk aufgestellt, wurde munter diskutiert - beispielsweise über den Sinn und die Gestaltung. Bürgermeister Jonny Ansorge (CDU) griff bei der Einweihung am Dienstag den Ball auf und rückte einige Spekulationen gerade.

Pausa.

Da hat doch schon so mancher Autofahrer gedacht, gleich wird er geblitzt, als er dieser Tage an der neuen Skulptur "Der Zähmer" in Pausa vorbeifuhr. Das erzählen sich zumindest die Menschen dort. Denn zum Kunstwerk an der Ecke Am Plauenschen Tor/Paul-Scharf-Straße gehört ein LED-Touchscreen-Monitor, welcher im Boden verankert steht und wohl ein wenig an einen Blitzer erinnert.

Aber auch sonst sorgt das bunte, drei Meter große Kunstwerk für allerlei Gesprächsstoff. "Es gibt gegensätzliche Ansichten, seitdem die Skulptur steht. Und das soll auch so sein", meinte Bürgermeister Jonny Ansorge (CDU) zur offiziellen Einweihung am Dienstag. "Die Leute sollen sich mit dem Thema beschäftigen", meinte er - "und wissen, dass das neue Kunstwerk die Stadt keinerlei Geld gekostet hat". Denn auch darüber werde geredet und gemutmaßt. "Pausa hat sich die Skulptur verdient", sagte Peter Neunert, Geschäftsführer des Sächsischen Landeskuratoriums Ländlicher Raum. Man wolle Kunst im ländlichen Raum lebendig machen. In Pausa könne man den Enthusiasmus spüren. Die Errichtung des Kunstwerkes geht zurück auf den Wettbewerb "Ideen für den ländlichen Raum", ausgelobt vor etwa einem Jahr vom sächsischen Landwirtschaftsministerium. Neben 14 Gemeinden hatte der Verein Sächsisches Landeskuratorium Ländlicher Raum mit seinem Wettbewerbsbeitrag "Blickpunkte - Kunst im ländlichen Raum" in der Kategorie Kunst, Kultur, Identität auf dem Land eine Prämie gewonnen. Für insgesamt 300.000 Euro konnten in elf Orten in ganz Sachsen Kunstprojekte umgesetzt werden. Im Vogtlandkreis kam alleinig Pausa zum Zuge.


"Unser Fleisch kommt aus Italien, Technik aus China", sagte Künstlerin Carolin Okon, die zur Einweihung aus Leipzig nach Pausa gekommen war. Das spiegele das heutige Konsumverhalten wider. Und da soll die Skulptur ansetzen. Auch mit den eingearbeiteten Worten "Regional statt global" und "Heimat braucht Bauern". Landwirte vor allem aus dem Vogtland, die sich von der Politik im Stich gelassen fühlten, hatten sich 2016 zur Interessengemeinschaft "Heimat braucht Bauern" zusammengeschlossen. Gemeinsam initiierte man etwa den Tag des offenen Milchtankes, um mit den Leuten ins Gespräch zu kommen. Um sozusagen Erzeuger und Verbraucher an einen Tisch zu bringen und zu zeigen, dass die heimische Landwirtschaft wichtig und dennoch bedroht ist. Die Banner an den Straßen seien ihr aufgefallen, berichtete die Künstlerin, als sie in der Region weilte. Um auf die schwierige Situation der Bauern aufmerksam zu machen, habe sie den "Zähmer" geschaffen. "Ein Mann reitet, zähmt den Traktor."

Zur Einweihung sangen die Kinder der Pausaer Kita Lieder zur Gitarre. Kräuterfrau Anita Seifert aus Pausa schenkte der Künstlerin einige ihrer selbstgemachten Produkte.

Am LED-Touchscreen-Monitor kann sich jeder über Veranstaltungen in der Region, über Gastgeber und Direktvermarkter informieren. Aktuelle Infos werden zukünftig vom Fremdenverkehrsverein Rosenbach eingespeist. Neben Hofläden können auch Bäcker, Fleischer und andere Geschäfte sich dazu an den Fremdenverkehrsverein wenden. Von der Gaststätte Grünes Tal kommt das W-Lan für die Computertechnik.

Andere Kommunen bekommen indes eine neue Chance, informierte Peter Neunert. Er machte darauf aufmerksam, dass es einen neuen, ähnlichen Wettbewerb geben wird. Mitte September soll er beginnen.

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