Häuserpreise ziehen in Toplagen an

Lage, Lage, Lage. Das gilt auch für das Vogtland. Der neue Grundstücksmarktbericht zeigt, wo Höchstpreise erzielt werden.

Plauen.

Auerbach schlägt Plauen. Zumindest, was den Preis für Bauland als Standorte für Einfamilienhäuser betrifft. Während Häuslebauer Am Stillen Grund und An der Eiche in der Vogtlandmetropole in den vergangenen zwei Jahren bis zu 75 Euro für den Quadratmeter hinblätterten, mussten Bauherren im Auerbacher Plangebiet Badstraße noch einen Zehner mehr pro Quadratmeter ausgeben. Das ist noch einmal mehr als vor vier Jahren. Die niedrigsten Preise wurde für Bauland in Grünheide, Unterpirk, Demeusel, Christgrün oder Reinhardtswalde bezahlt. 10 Euro kostete dort laut einer Auswertung des Landratsamtes zuletzt der Quadratmeter. In Plauen ist die Trockentalstraße das günstigste Pflaster.

"Erstmals in den vergangen 20 Jahren verzeichnen wir eine Preissteigerung auf dem Markt von etwa 20 Prozent. Sowohl die Bodenrichtwerte, als auch für die Preise für Immobilien zogen an", sagte Uwe Lang bei einer Pressekonferenz zu den Entwicklungen auf dem vogtländischen Immobilienmarkt. Er ist Leiter für das Amt für Kataster und Geoinformation innerhalb der Kreisbehörde. "Bei den Bodenrichtwerten hat sich in Spitzenlagen nicht so viel getan. Bei 80 Euro ist im Vogtland einfach Schluss. Bei Lagen, die noch vor kurzem 20 Euro gekostet haben, ist die meiste Bewegung nach oben zu sehen", erklärte er. Gerade die Mittelstädte wie Auerbach, Falkenstein, Oelsnitz oder Reichenbach hätten beim Preisniveau zugelegt. Die aktuellen Bodenrichtwerte sind über das Geoportal des Vogtlandkreises einsehbar. Sie sind richtungsweisend für die Entwicklung der Immobilienpreise im Vogtland.


Über Tendenzen auf dem Immobilienmarkt insgesamt gibt indes der neue Grundstücksmarktbericht Auskunft. Die Kreisbehörde ist verpflichtet, diesen alle zwei Jahre zu verfassen. Für das aktuelle Papier wertete der Gutachterausschuss 6000 Kauffälle aus. Fast 250 Millionen Euro flossen voriges Jahr auf dem Immobilienmarkt der Region. Auch das ist ein Spitzenwert in den vergangenen zehn Jahren. Um die Ergebnisse nicht zu verfälschen, wurden familieninterne Übertragungen außen vor gelassen, erklärte Frank Fischer, Leiter der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses, als er vergangene Woche den Bericht gemeinsam mit Uwe Lang vorlegte. Insgesamt flossen damit fast 4000 Verkäufe in den Bericht ein.

Die höchsten Häuserpreise erzielten Verkäufer laut der Auswertung in Plauen. So kostete ein Einfamilienhaus ab Baujahr 1991 im Durchschnitt 260.000 Euro. Der Quadratmeter Wohnraum schlug in der Vogtlandmetropole mit 1100 bis 2800 Euro zu Buche. Zum Vergleich: In den kleineren Städten zahlten neue Hausbesitzer 1200 bis 2100 Euro pro Quadratmeter für den Erwerb ihres Eigenheims.

Als Grund für die Entwicklung sehen die Experten im Vogtland die aktuelle Niedrigzinspolitik der EU und die damit steigende Nachfrage junger Familien, die sich auf die Suche nach eigenem Wohnraum begeben. "Es ist keine Blase, wir befinden uns noch immer in einem guten Bereich", resümierte Lang. Auch im Vogtland seien Zug-Bewegungen in größere Zentren sichtbar, meint der Amtsleiter. So erkläre sich nicht nur die Entwicklung in Plauen, sondern auch die Preissteigerungen in Reichenbach, Oelsnitz oder Auerbach.

Unterdessen ziehen die Baupreise weiter an. Der Neubau eines Wohngebäudes kostete im Mai im Vergleich zum Vorjahr fast sechs Prozent mehr, meldete das Statistische Landesamt. Das wird die Preise auch im Vogtland auf dem Immobilienmarkt weiter steigen lassen.

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