Liveticker: Fliegerbombe gesprengt

Bei Bauarbeiten ist am Donnerstagnachmittag an den Schlossterrassen in Plauen eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden worden.

Plauen.

12.52 Uhr: Auf einem ehemaligen Militärgelände zwischen Zwoschwitz und Schneckengrün  wird die Bombe gesprengt.

2.02 Uhr: Die Bombe ist abtransportiert. Damit sind laut Stadtverwaltung auch die Evakuierungen aufgehoben. Die Anwohner können in ihre Wohnungen zurückkehren, die Straßensperrungen werden aufgehoben. Damit beenden wir den Ticker.


1.40 Uhr: Die Fliegerbombe kann nicht vor Ort entschärft werden und muss daher an einen sicheren Ort gebracht werden. Im Laufe des Vormittags soll sie laut Polizei kontrolliert gesprengt werden. Erst wenn der Abtransport erfolgt ist, kann die Freigabe der Wohnungen und Straßen erfolgen, informiert die Stadtverwaltung.

0.57 Uhr: Die Entschärfung der Bombe dauert an. Die Situation vor Ort ist nach Angaben der Stadtverwaltung unverändert.

23.35 Uhr: Wegen weiterer Verzögerungen konnte die Entschärfung laut Stadtverwaltung erst 23.20 Uhr starten.

22.50 Uhr: Die Evakuierung ist abgeschlossen, vermeldet die Polizei. Die Einsatzkräfte verlassen den Sperrbereich. Dann beginnt der Kampfmittelbeseitigungsdienst mit der Entschärfung der Bombe.

22.10 Uhr: Noch gibt es keine offizielle Bestätigung, dass die Evakuierung vollzogen ist. Erst wenn sicher ist, dass sich kein anderer Mensch mehr in der Gefahrenzone befindet, beginnen die Kampfmittelexperten mit der Entschärfung. Viele gute Wünsche begleiten sie. Ein junger Plauener, der von selbst seine Wohnung verlassen hat und nicht erst auf Aufforderung der Einsatzkräfte wartete, hat ihnen die Nachricht an seine Tür gehängt: "Viel Glück!" Ein anderer kommentiert im Netzwerk Facebook und spricht treffend aus, was wohl viele denken: "Bin gespannt wie lange wir noch solche Überraschungen finden. Nach über 70 Jahren, mitten in der Stadt - Wahnsinn!"

21.38 Uhr: Die Stadt Plauen meldet, dass rund 80 Prozent der Anwohner im betroffenen Bereich evakuiert sind. Mit einem Abschluss wird bis 22 Uhr gerechnet. Danach soll die Entschärfung der Fliegerbombe beginnen. 

21.28 Uhr: Mehr als 340 Einsatzkräfte kümmern sich aktuell um das Geschehen, teilt die Stadtverwaltung mit. Im Einsatz sind 70 Angehörige der Berufs- und freiwilligen Wehren der Stadt, 107 Polizeibeamte, 85 Mitarbeiter von Rettungsdiensten mit Rettungs- und Krankentransportwagen sowie 80 Mitarbeiter der Stadtverwaltung.  Erste Bereiche in der Innenstadt sind inzwischen vollständig evakuiert. In anderen Gebieten dauern die Evakuierungsmaßnahmen noch an.

21.12 Uhr: Das Bild könnte bizarrer nicht sein. Während am Einsatzzentrum vor der Plauener Festhalle dutzende Fahrzeuge von Polizei, Rettungsdiensten und Feuerwehren stehen, dudelt vom Rummel auf dem Festplatz Musik herüber. Evakuierte Plauener stellen sich im Foyer der Festhalle an und werden schriftlich erfasst. Später soll es für sie Getränke und einen Imbiss geben. Stadtsprecherin Silvia Weck rechnet damit, dass die Evakuierung bis 22 Uhr abgeschlossen werden kann. Sie spricht von einer großen Herausforderung. Alles hängt von der Bereitschaft der Betroffenen ab, Verständnis für die Maßnahmen zu zeigen und den Anweisungen der Einsatzkräfte Folge zu leisten. 

21.05 Uhr: Die größte Herausforderung bei der laufenden Evakuierung ist das Seniorenheim am Komturhof. Es liegt unmittelbar gegenüber der Fundstelle des Blindgängers. 75 Menschen werden von dort in Sicherheit gebracht, darunter 32 bettlägerige, acht in Intensivpflege und einer, der ständig beatmet werden muss. Stadtsprecherin Silvia Weck meldet 20.45 Uhr Vollzug im Seniorenheim: "Alle sind in Sicherheit." 

20.30 Uhr: Die Evakuierung verläuft bisher geordnet und unaufgeregt. Mitarbeiter der Stadt, Feuerwehrleute, Rettungsdienst und Polizei arbeiten gemeinsam daran. Die Regie liegt beim Plauener Ordnungsamt. Straßbergs Wehrleiter Rico Gerstner klingelt an der Bergstraße die Bewohner heraus und erklärt ruhig, dass sie nicht in ihren Wohnungen bleiben können. Er sagt: Wenn jemand bettlägerig ist, fordern wir einen Rettungswagen an. Nach Angaben des Ordnungsamtes müssen bis zu 4000 Menschen ihre Wohnungen verlassen. Es ist damit die größte Evakuierungsaktion wegen eines Bombenfundes in Plauen zumindest im Zeitraum der letzten 20 Jahre. 

20.10 Uhr: Es liegt eine merkwürdige Stimmung über der Plauener Innenstadt. Ab und zu sind Signale von Einsatzfahrzeugen zu hören. Verbliebene Passanten reden miteinander, sie gehen langsam. Manche, die womöglich noch nichts vom Bombenfund mitbekommen haben, fragen bei Ordnungskräften nach. Die antworten freundlich, viele Informationen gibt es aber nicht. Nur so viel: Es kann lange dauern, ehe es Entwarnung gibt. Die Entschärfung beginnt erst nach vollständiger Räumung des vom Kampfmittelbeseitigungsdienst festgelegten Evakuierungsradius. Bei früheren Bombenfunden wurden Hubschrauber mit Wärmebildkamera eingesetzt um zu prüfen, dass sich keine Menschen mehr in der Gefahrenzone befanden. 

19.45 Uhr: Die Stadt Plauen hat für Bürgeranfragen weitere Nummern freigeschalten: 03741 291-2018 und -2019. Bereits genannt worden waren 291-1178 und 1179. Diese gelten weiterhin. 

19.40 Uhr: Der Plauener Straßenbahnbetrieb hat drei Notbuslinien eingerichtet. Die verkehren von Neundorf über den Oberen Bahnhof zur Plamag, vom Albertplatz zur Dr.-Karl-Gelbke-Straße sowie von Reusa über Chrieschwitz in die Südvorstadt. Straßenbahn-Mitarbeiter mit orangefarbenen Westen stehen vor allem an der Zentralhaltestelle Tunnel bereit und beraten gestrandete Fahrgäste. 

19.00 Uhr: Wer jetzt die Plauener Innenstadt verlassen muss und nicht bei Freunden oder Familie unterkommt, kann in der Plauener Festhalle Zuflucht finden. Dort ist auch Plauens Pressesprecherin Silvia Weck mit ihrem Arbeitsstab und dem Bürgertelefon untergekommen. Unter 03741 291-1178 und -1179 kann anrufen, wer drängende Fragen zur Evakuierung hat. "Die Festhalle ist groß", sagt Silvia Weck. Erfahrungsgemäß ist der Andrang dort nicht allzu groß. Allerdings sind 4000 evakuierte Menschen eine nicht alltägliche Zahl. 

18.40 Uhr: Die Evakuierungsmaßnahmen beginnen. Während das McDonalds am Klostermarkt bereits geschlossen ist, herrscht im benachbarten Einkaufszentrum Stadt-Galerie noch gemäßigte Kundenfrequenz. Im Umfeld der Zentralhaltestelle Tunnel herrscht durch den lahmgelegten Straßenbahnverkehr noch deutlich mehr Ruhe als sonst schon am Abend. 

18.00 Uhr: Etwa 4000 Einwohner müssen wegen des Bombenfundes evakuiert werden. Sie werden von Mitarbeitern der Stadtverwaltung und des Sicherheitsdienstes informiert. Aktuell bilden sich die Evakuierungsteams. Erst nach der Evakuierung beginnt die Bombenentschärfung durch den Kamfpmittelbeseitigungsdienst.

17.45 Uhr: Ein Zeitplan für die Evakuierung der Plauener Innenstadt gibt es noch nicht, doch die Dimension ist erheblich: Direkt an der Fundstelle, auf der gegenüberliegenden Seite, gibt es ein Seniorenheim. Nicht nur dort müssen alle Insassen heraus. Die Wohngebäude ganzer Straßenzüge sind von dem festgelegten 500-Meter-Radius betroffen, das Plauener Rathaus und auch das Landratsamt. Die Zentralhaltestelle am Tunnel gehört dazu, so dass der Straßenbahnverkehr komplett zum Erliegen kommt. Auch die "Freie Presse" muss ihre Räume am Postplatz verlassen. 

17.10 Uhr: An der Fundstelle herrscht inzwischen reger Betrieb. Kurz nach 14 Uhr tauchten dort erste Polizeifahrzeuge auf, inzwischen sind Experten vom Kampfmittelbeseitigungsdienst aus Dresden eingetroffen. Notarzt- und Krankenfahrzeuge stehen bereit, unweit der Fundstelle auf dem Neustadtplatz stehen Polizeifahrzeuge in Bereitschaft. Während der bislang nur teilweise eingeschränkte Fahrzeugverkehr an der stark befahrenen Kreuzung Hammerstraße/Syrastraße noch fließt,  gibt es eine Einsatzbesprechung vor Ort. Die Absperrbänder sind noch in einem engen Radius gezogen, doch die Stadtverwaltung kündigte bereits eine Evakuierung in einem 500-Meter-Radius an. 

16.45 Uhr: Die Untersuchung des Kampfmittelbeseitigungsdienstes aus Dresden ergab, dass die 50 Kilogramm schwere Bombe amerikanischer Bauart entschärft werden muss. Aus diesem Grund müssen die Anwohner in einem 500-Meter-Radius sicherheitshalber evakuiert werden. Genaue Listen der betroffenen Stellen werden noch veröffentlicht.

15.00 Uhr: Bei Bauarbeiten ist am Donnerstagnachmittag an den Schlossterrassen am Rande des Plauener Stadtzentrums, an einer stark befahrenen Kreuzung, eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden worden. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst aus Dresden wurde angefordert, wie das Rathaus mitteilte. Zu Größe und Zünder der Bombe sei noch nichts bekannt. Die Syrastraße wurde gesperrt, die Hammerstraße solle ebenfalls gesperrt werden, hieß es. Außerdem wurde der Straßenbahnverkehr Richtung Südvorstadt, Reusa und Chrieschwitzer Hang eingestellt. 

Angaben der Stadtverwaltung zufolge ist es die 68. Bombe, die in Plauen seit Beginn der Aufzeichnungen 1979 gefunden wurde. Der jüngste Bombenfund war im August vergangenen Jahres in einem Waldstück bei Reusa gewesen. Damals hatten 70 Anwohner evakuiert werden müssen. Plauen war im Zweiten Weltkrieg insgesamt 14-mal Ziel von Bombardierungen gewesen. Den letzten und schwerste Bombenangriff gab es kurz vor Kriegsende in der Nacht zum 11. April 1945. Über 75 Prozent der Gebäude waren am Kriegsende zerstört, insgesamt mindestens 2358 Todesopfer zu beklagen. Am aktuellen Fundort der Bombe gibt es den gesamten ehemaligen Stadtteil Neustadt heute nicht mehr in der damaligen Form. (ur/us/bju/fp)

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