Tag der Kinderbetreuer: Tee für die Kosmonauten

Am Tag nach Muttertag sind die Erzieher dran. Es gibt einen Gedenktag für sie, der jetzt populär gemacht werden soll. Daran arbeitet eine kleine Delegation aus dem Plauener Rathaus.

Plauen.

Lutz Schäfer und Steffen Zenner stehen in der Sonne im Garten der Kita Kosmonaut. Schäfer in der dicken Jacke, Zenner im blauen Anzug, der eigentlich zu kalt ist, um bei acht Grad draußen zu stehen. Die beiden Männer haben eine Mission: Der Montag nach Muttertag ist in Deutschland "Tag der Kinderbetreuung", und den wollen sie bekannt machen.

Schäfer ist zuständig für die Plauener Kindergärten, Zenner (CDU) der zuständige Bürgermeister. Ab jetzt wollen sie jedes Jahr an diesem Gedenktag eine Plauener Kita besuchen und den anderen zumindest Dankesbriefe schreiben. "Personalpflege ist heute wichtiger denn je", sagt Zenner. Und zu den Erzieherinnen des "Kosmonaut": "Wir schätzen Ihre Arbeit sehr." Die beiden Männer haben mehrere Teemischungen mitgebracht, verpackt als Geschenk.


Den "Tag der Kinderbetreuung" hat ein Ingenieur für Informatik vor sieben Jahren initiiert, Peter Gärtner. Den Tageseltern fehle es an Wertschätzung. Inzwischen steht die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung dahinter, auch Bundespolitiker haben sich eingeklinkt.

Im Internet gibt es einen Live-Ticker. Dort läuft zusammen, wer wem wo gratuliert. Ein Ticker-Eintrag vom Montag um 10.40 Uhr: In der Wolfsburger Betreuungsstelle "Die kleinen Wasserflöhe" verteilt eine SPD-Landtagsabgeordnete Blumen an Erzieher und Obst und Stifte an die Kinder. Zu dieser Zeit sind auch Schäfer und Zenner unterwegs, eben im "Kosmonaut" in Plauen. Einen Ticker-Eintrag bekommen sie nicht.

Rund 190 pädagogische Fachkräfte sind in den 20 kommunalen Kindereinrichtungen beschäftigt, sagt Lutz Schäfer. Erzieher sagt man in Expertenkreisen nicht mehr, weil die Ausbildung bunter geworden ist.

Die Kita Kosmonaut liegt in der östlichen Bahnhofsvorstadt, in der mehr Langzeitarbeitslose wohnen als in anderen Gegenden Plauens. Sie trägt den Titel "Willkommens-Kita". Das ist ein Programm, das bis 2022 in 90 sächsischen Kindergärten und Horten läuft. Es geht darum, dass sich jeder wohl fühlt. Kinder mit Sprachbarrieren, mit Traumata und alle anderen auch. Etwa einmal im Monat kommt eine Sozialpädagogin in den "Kosmonaut", die das Projekt des Freistaats lotst.

Kindergartenleiterin Katrin Wieland sagt, etwa 15 Prozent ihrer Kinder kommen aus Migrantenfamilien. Aber wohlfühlen sollen sich alle, Tag der Kinderbetreuung hin oder her.

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