Theumaer auf dem Weg zum Preisrichter

Für Maximilian Knoll war die 34. Vogtländische Rassetaubenschau am Wochenende ein Heimspiel. Dort präsentierte er sich nicht nur als Züchter.

Theuma.

Der Weg zum Preisrichter für Rassetauben ist kein leichter. Das weiß auch Maximilian Knoll. Der 23-jährige Theumaer ist Anwärter auf diesen Titel. Am Wochenende stellte er selbst einige Tiere zur 34. Vogtländischen Rassetaubenschau im Theumaer Dorfgemeinschaftshaus aus. Dort präsentierten 100 Züchtern aus Sachsen, Thüringen, Bayern und Sachsen-Anhalt ihre besten Tiere.

Bereits am Freitag wurden knapp über 900 Tauben bewertet. Mit dabei der angehende Preisrichter aus Theuma. Zur Rassetaubenschau absolvierte er einen Teil der praktischen Ausbildung. Erfahrene Preisrichter schauten ihm dabei kritisch über die Schulter. Darunter auch Theo Schneider aus Oelsnitz. Der 77-Jährige ist so etwas wie der Mentor des jungen Mannes. "Ich bin froh, dass es noch junge Leute gibt, die die Tradition weiterführen." Aktuell gebe es im Vogtland fünf Preisrichter für Tauben.

Für den Rentner war es die letzte größere Aktion als aktiver Preisrichter. Seit 1980 füllte er diese Funktion aus. In diesen Jahren hat er viel erlebt. Auch international war der gelernte Bauingenieur viel unterwegs. Unvergessen eine Ausstellung in Norwegen. "Da haben sie uns in einem Vier-Sterne-Hotel in Stavanger den roten Teppich ausgerollt", erinnerte sich der Taubenspezialist. Die Schau fand tatsächlich im Luxus-Hotel statt. "Flug und Übernachtung waren kostenlos."

Als Preisrichter wird man gefordert, weiß Schneider. "Ich hatte jährlich 20 bis 30 Ausstellungen." Nun hofft er, dass Maximilian die Sache bis zur Prüfung noch gut durchbringt. "Er ist auf einem guten Weg."

Geschenkt bekommt der ehrgeizige Theumaer Züchter nichts. Disziplin und Verantwortungsbewusstsein gehören zu den Grundtugenden. Fortbildungslehrgänge an den Wochenenden in ganz Sachsen und Anwärterschulungen in Zwönitz sind Pflichtprogramm. "Da darf man nicht fehlen."

Ende 2017 begann der Dachklempner mit der Ausbildung zum Preisrichter. Damit tritt er in die Fußstapfen von Vater Matthias und seinem Großvater Ekkehard. Mitte der 1990-Jahre begannen die beiden mit der Preisrichter-Schulung. Das Familien-Trio ist Mitglied im Vogtländischen Taubenclub. Läuft alles nach Plan, kann der Junior Anfang 2020 als Preisrichter arbeiten. Was auf ihn zukommt, sei ihm bewusst. "Das muss man wirklich wollen."

Zur Bewertung am Freitag waren die bestellten Preisrichter von früh um 6 Uhr bis in die Nachmittagsstunden beschäftigt. Jeder Richter musste in dieser Zeit um die 80 Tauben akribisch begutachten. Von seinem Mentor kann der Anwärter noch viel lernen. "Theo ist ein absolutes Vorbild für mich."

Vogtlandmeister Jörg Müller/Evelyn Haude, Theuma, mit Giant Homer blaudunkel-gehämmert. Helmar Fuge, Brockau, mit Voorbuger Schildkröpfer. Nils Haustein, Pöllwitz, mit Vogtländer Trommeltauben rotfahl-gehämmert. Gerhard Knoll, Bobenneukirchen, mit Eistaube mit Binder.

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