Überraschungsgast bei Sommertour

Der Ostbeauftragte der Bundesregierung, Marco Wanderwitz, war beim Besuch der CDU-Stadtratsfraktion in zwei Plauener Unternehmen dabei.

Plauen.

Vertreter der CDU-Stadtratsfraktion haben im Rahmen ihrer Sommertour zwei Plauener Unternehmen besucht, die international tätig sind. Die Gelegenheit, ein direktes Stimmungsbild der Wirtschaft vor Ort zu erhalten, ließ sich Marco Wanderwitz, Ostbeauftragter der Bundesregierung, nicht entgehen. Der Lebensgefährte der vogtländischen Bundestagsabgeordneten Yvonne Magwas begleitete sie am Samstag in Plauen.

Die Geschäftsführer der Plauen Stahl Technology (PST), Peter Völkner und Gerald Eckersberg, sowie der stellvertretende Produktionsleiter Falk Pietschmann führten die Gäste zunächst durch das Industriegelände an der Hammerstraße, in dem jährlich rund 15.000 Tonnen Blech und Stahl verarbeitet werden. 170 eigene Mitarbeiter und bis zu 80 Leiharbeiter sind beschäftigt. Peter Völkner: "Wir würden gern mehr Leute direkt einstellen, aber es ist eines unserer größten Probleme, den Fachkräftebedarf aus der Region heraus zu decken. Insbesondere trifft diese auch auf unseren hohen Anteil an Ingenieuren zu. Ein Großteil unserer Projekte ist mit gewaltigem Engineering-Aufwand im eigenen Haus verbunden." PST verzeichne aktuell den größten Auftragsbestand der Firmengeschichte. Die PST-Chefs nutzten die Gelegenheit, den Bundespolitikern erneut eines ihrer größten Probleme mit auf den Weg zu geben: Der Flickenteppich an unterschiedlichen Zuständigkeiten durch föderale Strukturen bedeutet enormen bürokratischen und logistischen Aufwand bei der Planung der Schwerlasttransporte, die das Werk in Plauen verlassen. Weitere Themen waren die Bildungslandschaft im Vogtland inklusive Umwandlung der Berufsakademie in eine Duale Hochschule sowie der Aufbau einer starken Wirtschaftsförderung im Vogtland.

Am Nachmittag besuchte die Delegation die Firma M & S Umweltprojekt von Bernd Märtner in der Elsteraue, der ebenfalls mit Problemen nicht hinterm Berg hielt: Die Entsorgung von Bohrproben werde zum Problem, Baugrundgutachten würden auch bei öffentlichen Aufträgen oft auf den letzten Drücker angefordert, Vorarbeiten für ein Projekt müssten unabhängig von der Fördermittelvergabe erfolgen können. Laut Wanderwitz prüft die Bundesregierung derzeit, Planungskosten künftig generell nicht mehr in die Förderung einzubeziehen. Dies könne jedoch auch zu Lasten finanziell klammer Kommunen gehen, gaben die Kommunalpolitiker zu bedenken.

CDU-Stadtchef Jörg Schmidt erläuterte den Gästen außerdem die geplante Entwicklung der Elsteraue mit Kita, Sanierung der Hempelschen Fabrik, den beiden Villen im Areal sowie dem Umbau des Weisbachschen Hauses zur Spitzen-Erlebniswelt.

22 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 3
    0
    klapa
    16.07.2020

    Unverhoffter Besuch ist an und für sich nichts Schlechtes, wenn man sich einen ungetrübten, nicht schöngefärbten Überblick über etwas verschaffen will, von dem man etwas versteht.

    Sein kritischer Blick und seine imponierende Körperhaltung lassen vermuten, dass er seit seinem Studium der Rechtswissenschaften auch in wirtschaftlichen Dingen eine Menge dazu gelernt hat. Er begreift, was ihm erzählt wird.

    Sicherlich wird er anschließend den Stadträten auch ganz wichtige Hinweise für die wirtschaftliche Weiterentwicklung der Stadt gegeben und ihnen dabei seine aktive Unterstützung versprochen haben

  • 6
    0
    ths1
    16.07.2020

    Das von der CDU für diesen Beitrag zur Verfügung gestellte Foto ist einfach nur köstlich. Fehlt nur noch der dienstbefliessene Untergebene, der mit Stift und Notizbuch bestückt fleißig mitschreibt.